Fachstelle für die Senioren- und Behindertenarbeit

Betreff
Fachstelle für die Senioren- und Behindertenarbeit
Vorlage
SzA/067/2014
Art
Beschlussvorlage - AL

Der Beirat für Sozialhilfe, Sozial- und Seniorenangelegenheiten befürwortet  das Konzept einer gemeinsamen „Fachstelle für Seniorinnen und Senioren und Menschen mit Behinderungen“ und empfiehlt,  dieses - nach Begutachtung durch OrgA - zügig umzusetzen.

 

Bereits im Beirat für Sozialhilfe, Sozial- und Seniorenangelegenheiten am 13.11.13  wurde
auf  Antrag des Behindertenrates die (Wieder-)Schaffung der Stelle eines/r Behindertenbeauftragten gefordert.  Der Beirat hat daraufhin die Schaffung eines/r ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten mit Aufwandsentschädigung empfohlen.

 

Parallel dazu steht durch das absehbare Ausscheiden der überplanmäßigen Kraft eine Neuorganisation der Fachstelle Seniorenarbeit an.

 

Es entstand die Idee einer kombinierten Fachstelle für die Senioren- und Behindertenarbeit.


Die Verwaltung schlägt für die Zukunft folgendes Konzept vor:

 

„Fachstelle für Seniorinnen und Senioren und Menschen mit Behinderungen der Stadt Fürth

 

Die Stadt Fürth stellt sich der Verantwortung des demografischen Wandels und den daraus erwachsenen Chancen und Herausforderungen, die eine älter werdende Bevölkerung mit sich bringen.

Ziel ist es, eine lebenswerte generationengerechte Stadt zu entwickeln und zu gestalten und ein barrierefreies Zusammenleben aller Menschen zu unterstützen. Die Möglichkeit zu Teilhabe und Partizipation am gemeinschaftlichen und gesellschaftlichen Leben und eine selbstbestimmte Lebensführung sollen älteren und behinderten Menschen offen stehen. Zentral für erfolgreiche Senioren- und Behindertenarbeit ist der Paradigmenwechsel von der Fürsorge und Versorgung hin zur gleichberechtigten Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft.


Die Stadt Fürth versteht sich als Generationenstadt. In ihr werden die verschiedenen Zielgruppen wie Seniorinnen und Senioren oder behinderte Menschen nicht isoliert betrachtet, sondern als integraler Bestandteil der Gesellschaft. In diesem Sinne werden gesellschaftspolitische Themen (z.B. Integration, freiwilliges Engagement, Nachhaltigkeit, Partizipation, Bildung, Kultur und Freizeit), Stadt- und Sozialplanungen, Gesundheitsfürsorge sowie Hilfe- und Beratungsstrukturen mit Fokus auf eine älter werdende Bevölkerung immer als gesamtstädtische Aufgabe auf eine zukunftsfähige Stadt hin ausgerichtet.

Die Stadt Fürth will sich der zivilgesellschaftlichen Verantwortung der UN-Behindertenrechtskonvention stellen, dass Menschen mit und ohne Behinderungen durch Inklusion gemeinsam aufwachsen und zur Schule gehen, gemeinsam arbeiten und leben sollen. Die Angebotspalette, damit sich Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen begegnen und Vorurteile und Barrieren abgebaut werden, muss deutlich erweitert werden. Erklärtes Ziel der Inklusion ist, dass sich die Gesellschaft den verschiedenen Bedürfnissen der Menschen flexibel anpasst und alle Menschen an der Gesellschaft partizipieren lässt. Durch die Inklusion soll die Diskriminierung und Exklusion, die insbesondere Menschen mit Behinderung betrifft, abgebaut und bekämpft werden.

In Fürth leben 20899 Menschen über 65 Jahre = 18% der Gesamtbevölkerung und
13764 schwerbehinderte Menschen = 11,8% (Stand: 2011, Quelle: Statistisches Jahrbuch der Stadt Fürth 2013).
Zum Vergleich: im Jahr 2001 lebten nur 18351 Menschen über 65 Jahre, = 16,5% und nur 11862 schwerbehinderte Menschen, = 10,7% in Fürth (Stand 2001, Quelle: Statistisches Jahrbuch der Stadt Fürth 2007).

Laut der Untersuchung zu den Herausforderungen des demografischen Wandels von Sozialplaner Dr. Richard Roth (2012 / 2013) wird jedoch bis zum Jahr 2030 vor allem die Anzahl der Menschen ab dem 60. Lebensjahr erheblich zunehmen (60 – 75-Jährige: Steigerung um 25%, über 75-Jährige: Steigerung um 40 %). Mit dem höheren Lebensalter steigt auch die Wahrscheinlichkeit schwerbehindert zu werden.


Aufgrund des demographischen Wandels, der veränderten Bedürfnisse der wachsenden Gruppe der älteren bzw. behinderten Menschen, und der damit wachsenden Bedeutung der Infrastruktur und Dienstleistungen für ältere, pflegebedürftige und behinderte Menschen soll deshalb eine zentrale Informations-, Beratungs- und Koordinierungsstelle im Rathaus geschaffen werden.


Da einige Aufgabenbereiche Überschneidungen aufweisen, können mit einer gemeinsamen Anlaufstelle sowohl für ältere als auch behinderte Fürtherinnen und Fürther Synergieeffekte genutzt werden.

 

Durch das vorliegende Konzept wird der zukünftige Personalbedarf für die Arbeit von und mit Seniorinnen und Senioren sowie für Menschen mit Behinderungen stellenplanmäßig abgesichert.

Konzeptentwicklung unter Beteiligung der Betroffenen muss künftig einen deutlich höheren Stellenwert erhalten um zielgerichtete und passgenaue Angebote zu entwickeln. Dabei soll auch die interkulturelle Öffnung in allen Belangen der Senioren- und Behindertenarbeit berücksichtigt werden. Die Beteiligung an Modellprogrammen des Bundes und somit die Akquirierung von Fördergeldern soll mittelfristig ausgebaut werden.

 

Die zukünftige Fachstelle für Seniorinnen und Senioren und Menschen mit Behinderungen der Stadt Fürth ist konzipiert als die zentrale Anlauf- und Koordinationsstelle für alle Bereiche der Senioren- und Behindertenarbeit.

 

Die Fachstelle will Selbsthilfepotenziale fördern sowie bestehende Synergien nutzen und stärken. Es geht nicht nur um die Versorgung älterer bzw. behinderter Menschen, sondern um das Entstehen von unterschiedlichen Formen des Miteinanders, der Partizipation und Unterstützung beruhend auf Fähigkeiten, Bedürfnissen und Interessen der Menschen.

Strukturelle Barrieren sollen abgebaut werden bzw. im Zuge von Planungsvorhaben gar nicht erst entstehen, damit ältere Menschen und Menschen mit Behinderung gleichberechtigt am Leben in unserer Stadt teilnehmen können. Und diese Barrieren finden sich in allen Bereichen: Bauen, Mobilität und Wohnen ebenso wie Ausbildung, Kultur und Kommunikation - um nur einige Beispiele zu nennen.

Die Arbeit der Fachstelle beinhaltet somit Informations-, Beratungs-, Vermittlungs-, Kooperations- und Strukturplanungsarbeit.

 

Zielgruppen:

-       Seniorinnen und Senioren/ Rentner und Frührentner aller Herkunft: Menschen die nach dem Abschluss der beruflichen Phase und/ oder Familienphase einen neuen Lebensabschnitt beginnen, sowie deren Angehörige oder sonstige Bezugspersonen

-       behinderte und chronisch kranke Menschen jeden Alters und deren Angehörige oder sonstige Bezugspersonen

-       Selbsthilfegruppen, Vereine, Projekte und freie Träger, die Angebote für ältere Menschen und / oder Menschen mit Behinderung anbieten

-       Politik und Verwaltung, Institutionen, Initiativen und Akteure in der Seniorenarbeit bzw. Behindertenarbeit


 

Ziele

-       Behinderte und alte Menschen werden durch Beratung und Information unterstützt zur größtmöglichen Selbstbestimmung und Eigenständigkeit bei der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft.

-       Die Fachstelle setzt sich für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Fürth ein, senioren- und behindertenspezifische Belange werden in kommunalen Planungsvorhaben und politischen Entscheidungsprozessen berücksichtigt.

-       Die Fachstelle trägt durch kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit dazu bei die Belange älterer und behinderter Menschen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

-       Die Fachstelle informiert ältere bzw. behinderte Menschen über bestehende Angebote und vermittelt gezielt und passgenau weiter.

-       Die Gremien Seniorenrat und Behindertenrat sowie weitere ehrenamtlich Tätigen in der Senioren- und Behindertenarbeit werden durch die hauptamtlichen Mitarbeiter/-innen der Fachstelle unterstützt und dadurch das  freiwillige Engagement gestärkt.

-       Bestehende Beratungsstrukturen, lokale Akteure in der Senioren- bzw. Behindertenarbeit und weitere Kooperationspartner auf allen Ebenen: Institutionen, Unternehmen, Initiativen, Politik und Verwaltung, sind vernetzt und in ständigem Austausch.

 

Aufgaben

-       Individuelle Information und Beratung bei allgemeinen Fragen älterer bzw. behinderter Menschen zu unterschiedlichen Lebenslagen (Freizeitangebote, Sport und Bewegung, Wohnen, Engagement, Bildung, Kultur, Nachteilsausgleiche, Hilfeangebote, Pflege, uvm.) und Vermittlung an weiterführende Fachstellen, Vermittlung von Diensten und Angeboten („Wegweiser Funktion“)

-       Unterstützung bei Anträgen zu leistungsrechtlichen und sozialrechtlichen Ansprüchen

-       Erstellung und laufende Aktualisierung von Informationsmaterialien

-       Öffentlichkeitsarbeit

-       Enge Kooperation mit den Gremien Seniorenrat und Behindertenrat

-       Erstellung bzw. Aktualisierung von Handlungskonzepten in Zusammenarbeit mit Akteuren vor Ort, Mitwirkung bei der Weiterentwicklung kommunaler Handlungskonzepte (strategische Steuerung)

-       Stellungnahmen im Rahmen von kommunalen Planungsvorhaben

-       Netzwerkarbeit mit Organisationen und Anbietern von senioren- bzw. behindertenrelevanten Dienstleistungen, und Koordination der Angebote

-       Aufzeigen von Versorgungslücken im Angebot der Hilfen für ältere und / oder behinderte Menschen

-       Initiierung und Begleitung von senioren- und behindertenrelevanten Projekten

-       Organisation von Veranstaltungen

-       Mitarbeit in überörtlichen Facharbeitskreisen

 


 

 

Personal:

 

Fachstellenleitung und Seniorenbeauftragte/r

 

(Sozialpäd., 30 Std.)

Stv. Fachstellenleitung

und Behinderten-beauftragte/r

(Sozialpäd., 30 Std.)

 

Sachbearbeiter/in

 

(EGr 8, 39 Std.)

 

Schreibkraft/

Zuarbeiter/in

(EGr 3, 10 Std.)

 

Schwerpunkt: Seniorenarbeit

 

 

Schwerpunkt:

Behindertenarbeit

 

50 % Seniorenarbeit

50 % Behindertenarbeit

 

bis zu 5 Std. / Woche
Schreibarbeiten für den Seniorenrat;

bis zu 5 Std. / Woche
Schreibarbeiten für den Behindertenrat

 

Zum Vergleich die derzeitige Personalausstattung in der Fachstelle Seniorenarbeit:

  • Seniorenbeauftragte (Sozialpäd., 30 Wochenstd, Planstelle)
  • Pädagogische Mitarbeiterin (30 Wochenstd., überplanmäßig)

 

Die Kosten der Fachstelle sind (weitestgehend) durch den Wegfall von überplanmäßigen Stellen kompensiert. Bezüglich der Schreibkraft wird zusätzlich angestrebt über das Jobcenter eine (schwerbehinderte) Person  mit Eingliederungszuschuss einzustellen.

 

Finanzierung:

 

Finanzielle Auswirkungen

jährliche Folgelasten

 

 

nein

x

ja

Gesamtkosten

     

 

nein

x

ja

     

Veranschlagung im Haushalt

 

 

nein

 

ja

Hst.      

Budget-Nr  .

50 000

 

 

 

 

  50     

im

x

Vwhh

 

Vmhh

wenn nein, Deckungsvorschlag: