Jahresbericht der Abfallwirtschaft 2016

Betreff
Jahresbericht der Abfallwirtschaft 2016
Vorlage
Abf/096/2017
Aktenzeichen
III-70
Art
Beschlussvorlage - AL

Der Bericht wird zur Kenntnis genommen

1.    Einleitung

 

Der vorliegende Bericht gibt einen Auszug über die Aufgaben der Abfallwirtschaft in 2016. Dabei werden Abfallmengen sowie Kosten und  Erlöse betrachtet. 

 

 

2.    Rückblick

 

Die folgende Aufstellung zeigt ein paar Beispiele, was die Abfallwirtschaft in 2016 beschäftigte:

·         Der Firma Bonn wurde das Recyclinghofgrundstück an der Jakobinenstraße gekündigt. Auf dem ehemaligen Grundstück der Fa. Adamec in der Karolinenstraße konnte die Fa. Bonn eine Fläche anmieten. Zum 01.03.2017 ist der Recyclinghof umgezogen.

·         Ab Mitte des Jahres wurden verstärkt die korrekte Entsorgung von Speiseresten aus der Gastronomie und überfüllte Mülltonnen überprüft.

·         Durch die Mitarbeiter der Müllabfuhr sind alle Biofilterdeckel im Stadtgebiet mit neuen Filterpresslingen ausgestattet worden.

·         Für den Kompostplatz und die Recyclinghöfe wurden neue Betriebsordnungen erstellt.

·         Suche eines passenden Grundstückes für die Errichtung eines neuen Wertstoffhofes

 

 

 

3.    Entwicklung in der Abfallwirtschaft

 

Die Gesamtmengen der angefallenen Abfälle zur Beseitigung und zur Verwertung liegen auf gleichbleibendem Niveau. Die Restabfallmenge ist im Vergleich zum Vorjahr um ca. 1,5 % auf 17.204 t, die Bioabfallmenge um 1% auf 8.415 t gestiegen. Im gleichen Verhältnis erhöhten sich auch die Bio- und Restabfalltonnen im Stadtgebiet.

 

Die gesammelten Papiermengen sanken nochmals auf 8.997 t (1%) ebenso wie der eingesammelte Sperrmüll. Die Reduzierung der Sperrmüllmengen ist überwiegend auf die Abgabe an den Recyclinghöfen zurückzuführen. In 2016 wurden bei 2.268 Terminen 1.183 t Sperrmüll von der Müllabfuhr eingesammelt (ca. 520 kg/Termin). 

 

Die aktuellen Einwohnerzahlen 2016 des statistischen Bundesamtes liegen noch nicht vor. Zur Berechnung der Einwohnermengen wurden die Daten aus 2015 um 2800 neue Einwohner (Angaben Bürgeramt) hochgerechnet.

 

Betrachtet man die Menge der zu beseitigenden Abfälle im Stadtgebiet, so sinkt diese pro Einwohner seit 2008 kontinuierlich.  Gegenüber 2015 ergibt sich nochmals eine Reduzierung um 3 kg auf 163 kg/Einwohner. Auch die gesammelten Mengen Papier und Bioabfall sind weiterhin rückläufig.

Die Gesamtmengen der in Fürth eingesammelten Abfälle sanken gegenüber dem Vorjahr pro Einwohner um 4,5 kg.

 

 

Detaillierte Mengenangaben sind der Anlage „Abfallentsorgungsstatistik 1987-2016 “ zu entnehmen.

 

 

Textilien Sammlung

 

2016 wurde die Altkleidersammlung erstmals ganzjährig von Mitarbeitern der Müllabfuhr durchgeführt. Inzwischen sind die Mitarbeiter gut eingespielt und konnten über die 120 aufgestellten Container 403 t Textilien einsammeln. Das entspricht den Mengen der Vorjahre.

Bereinigt man das Betriebsergebnis um die Allgemeinkosten, konnte mit der Sammlung 2016 trotz gesunkener Verwertungserlöse noch ein „Überschuss“ von 38.000 € erzielt werden. Neben der städt. Sammlung finden einige gemeinnützige Sammlungen wie z.B. durch die kirchlichen Träger Kolping Werk und Aktion Hoffnung sowie dem Gebrauchtwarenhof und dem BRK statt. Gemeinsam sammelten diese 481 t Textilien im Stadtgebiet ein.

 

Keine Probleme traten 2016 mit nicht genehmigten Sammlungen von gewerblichen Sammlern auf. Neben den gesunkenen Verwertungserlösen und durch die stadtweite Präsenz von Containern sowie den Straßensammlungen, scheint das Stadtgebiet Fürth nicht mehr so interessant zu sein.

 

 

Recyclinghöfe

 

Die beiden Recyclinghöfe der Stadt sind weiterhin gut besucht. So ist weiterhin an Samstagen und Brückentagen mit Wartezeiten zu rechnen. Während unter der Woche ca. 30-40 (in den Ferien ca. 50-60) Anlieferer/Stunde zum Recyclinghof Atzenhof kommen, sind es an normalen Samstagen im Durchschnitt 80. An Spitzensamstagen kommen bis zu 100 Fahrzeuge in der Stunde.

Auch der neue Hof der Fa. Bonn in der Karolinenstraße wird von den Bürgern gut angenommen. Eine Entspannung der Anlieferersituation ist damit erwartungsgemäß nicht eingetreten. Auch beim Handling der Abfälle und Wertstoffe ist die machbare Abfallmenge erreicht. Besonders der Recyclinghof Atzenhof konnte durch die Mengenbegrenzung im Bauschuttbereich entlastet werden.

 

Zur Erweiterung der Abgabemöglichkeiten ist die Stadt Fürth weiterhin auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück für einen neuen Recyclinghof.

Neben der Verbesserung für die Anlieferer und Mitarbeiter, soll auch die sortenreine Sammlung der Wertstoffe gewährleistet werden. Für die Bereiche der Elektrogeräte, Metalle und Kunststoffe wäre aktuell eine weitere Trennung der Wertstoffe ökologisch und ökonomisch sinnvoll.

 

 

 

 

 

Kompostplatz

 

Der Kompostplatz in Burgfarrnbach wird weiterhin gut angenommen. Im Frühjahr und Herbst sind vor allem am Freitag und Samstag die Annahmekapazitäten ausgeschöpft, sodass es zu Rückstaus der wartenden Anlieferer kommt. Im vergangenen Jahr wurden 8.454 t Grüngut angenommen, aus dem 2.440 t Kompost erzeugt wurden. 

Um den Kompostabsatz zu steigern, soll nun für Großabnehmer neben dem feinen 15mm Kompost auch 25mm Material zur Erdenaufbereitung und die Landwirtschaft angeboten werden. Dadurch entfällt eine Absiebung was die Herstellung günstiger macht. Als weiteren Nebeneffekt kann das Material schneller zum Verkauf angeboten werden. Hierdurch wird der Platzbedarf für die Kompostlagerung reduziert. Aktuell konnten so schon neue Großabnehmer akquiriert werden.

Das am Kompostplatz durchgeführte Verfahren ist einfach, aber sehr wirtschaftlich.

In einem Deutschlandweiten Vergleich von Kosten und Erlösen in der Grüngutverwertung liegt die Stadt (Kennzahl Nr. 18) mit ca. 1,50 €/Einwohner und Jahr in einem sehr günstigen Bereich. Unter den Städten sogar erheblich unter den Kosten anderer privater und kommunaler Anlagen.

 

 

Grüngut

 

 

Erddeponie

 

Die angelieferten Mengen Erdaushub auf der Deponie im Stadtwald sind auch 2016 rückläufig gewesen. Es wurden 27.889 t Material abgegeben. Nach der Deponievermessung vom Dezember 2016 kann bei gleichbleibenden Anliefermengen die Deponie noch bis 2020 betrieben werden. Einer der beiden Hügel wurde letztes Jahr fertiggestellt. Aktuell wird der zweite Hochpunkt geschüttet. Von hier wird es, nach Öffnung des Geländes, einen wunderschönen Fernblick geben.

Durch die zurückgegangenen Einnahmen ergab sich für den Unterabschnitt der Erddeponie (7208) ein Defizit von 145.250,26 €. Der Betrag wird der vorhandenen Rücklage entnommen. Diese beträgt zum 31.12.2016 2.011.400,55 €.

 

4. Wirtschaftliche Betrachtung der Müllabfuhr (7200)

 

Der Unterabschnitt 7200 (Müllabfuhr) der Abfallwirtschaft schloss das Jahr 2016 mit einem negativen Betriebsergebnis[1] von  533.760,86 EUR ab. Zum 31.12.2016 betrug der Rücklagenstand 5.098.611 EUR. Der aktuelle Gebührenkalkulationszeitraum beträgt noch 2 Jahre bis 31.12.2018. Für 2019 werden die Gebühren wieder neu berechnet. Sollten zu diesem Zeitpunkt in der Gebührenausgleichsrücklage noch Gelder vorhanden sein, werden diese in der neuen Kalkulation berücksichtigt.

Wirtschaftliches Ergebnis der Müllabfuhr (7200) in EUR

Kosten- und Erlösart

2013

2014

2015

2016

Veränderung 2016 zu 2015

Personalkosten

3.424.190

3.459.190

3.666.454

3.962.948

8%

Sachkosten

7.231.783

7.251.709

6.549.039

6.568.176

0,3%

Kalkulatorische Kosten

513.475

489.632

529.431

565.134

7%

Gesamtkosten

11.169.449

11.200.531

10.744.924

11.096.259

3%

 

 

 

 

 

Gebühren und ähnliche Entgelte

9.302.970

9.391.821

8.698.391

8.736.845

0,4%

Verkaufs- und Sonstige Erlöse

1.497.218

1.893.095

1.676.068

1.612.059

-4%

Gesamteinnahmen/-erlöse

10.800.187

11.284.917

10.374.459

10.348.904

-0,8%

 

 

 

 

 

 

Betriebsergebnis

-369.262

84.386

-370.465

-533.761

 

 

Die Personalkosten sind 2016 durch die Schaffung von 6,5 neuen Stellen bei der Müllabfuhr überproportional gestiegen. Bei den kalkulatorischen Kosten fallen zum ersten Mal die neuen Container für die Sammlung der Altkleider an.

Die gesunkenen Verkaufs- und sonstigen Erlöse ergeben sich aus gefallenen Einnahmen bei der Papier- und Metallvermarktung.

Die Beiträge zum Betriebsergebnis der einzelnen Betriebsstätten der Abfallwirtschaft bewegen sich auf dem Niveau des Vorjahres.  Das positive Betriebsergebnis der Müllabfuhr zeigt auf, dass über die Müllabfuhrgebühren die vielen kostenfreien Angebote auf den Recyclinghöfen und dem Kompostplatz finanziert werden.

Geringere Einnahmen an den Anlagen, z.B. Erhöhung der kostenfreien Annahme von Grüngut auf 2 m³ oder erhöhte Ausgaben durch Investitionen am Recyclinghof oder Kompostplatz, haben direkte Auswirkungen auf die Höhe der Müllgebühren.

 

 

 

5. Ausblick

 

Folgende Themen beschäftigen die Abfallwirtschaft in 2017 und darüber hinaus.

 

  • Betrieb des Kompostplatzes und Vermarktung des Kompostes 
  • Konzept zur Schließung der Erddeponie Burgfarrnbach.
  • Umsetzung der Betriebsordnungen
  • Suche eines passenden Grundstückes und Planung eines neuen Recyclinghofes.
  • Umstellung der betriebswirtschaftlichen Auswertungen der Abfallwirtschaft auf das neue Finanzprogramm

 

 



1 Erlöse abzüglich Kosten

Finanzierung:

 

Finanzielle Auswirkungen

jährliche Folgelasten

 

 

nein

 

ja

Gesamtkosten

     

 

nein

 

ja

     

Veranschlagung im Haushalt

 

 

nein

 

ja

Hst.      

Budget-Nr.      

im

 

Vwhh

 

Vmhh

wenn nein, Deckungsvorschlag:

 

Abfallentsorgungsstatistik_87-16