Modellversuch BVJ-k für JoA-Schüler/innen

Betreff
Modellversuch BVJ-k für JoA-Schüler/innen
Vorlage
BB/112/2018
Art
Beschlussvorlage - AL

Der Ausschuss stimmt der Teilnahme am Modellversuch „Zusammenarbeit zwischen Berufsschule und Jugendberufsagentur“ im Rahmen eines BVJ-k an der Staatlichen Berufsschule I sowie der Beauftragung der ELAN gGmbH als Kooperationspartner zu. Das Referat I soll dazu eine Vereinbarung mit der ELAN gGmbH zur Weiterleitung der Fördermittel abschließen.

Für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz (JoA) besteht in Bayern Berufsschulpflicht. Diese beträgt drei Jahre, kann aber durch Teilnahme an einem Vollzeitangebot wie einem Berufsvorbereitungsjahr (BVJ), Berufsintegrationsjahr (BIJ) oder einer Maßnahme der Agentur für Arbeit (BvB) in einem Jahr abgeleistet werden. Jugendliche, die nicht an einer Vollzeitmaßnahme teilnehmen müssen die Berufsschulpflicht in einer „JoA-Klasse“ erfüllen. Diese Klassen umfassen einen halben Tag pro Woche (oder die gleiche Anzahl Tage in Blockform), es kann kein Schulabschluss nachgeholt werden und es besteht keine sozialpädagogische Betreuung. JoA-Klassen haben sich daher in pädagogischer Hinsicht nicht bewährt und sind lediglich zur Ableistung der Berufsschulpflicht vorhanden. Die beruflichen Integrationschancen sind gleich null, die vorhandene Klientel an Schüler/innen kann als schwierig bezeichnet werden, oft wird der Schulbesuch komplett verweigert.

In Bayern befinden sich rd. 6.500 jungen Menschen in den Joa-Klassen (bzw. auf den Klassenlisten) in Fürth sind es rd. 300. Auch der letzte Bildungsbericht der Stadt Fürth wies darauf hin, dass diese Form der Beschulung weitgehend sinnlos ist, und es dringend wieder ein vollzeitschulisches Angebot in der Stadt braucht. Dieses Angebot ist seit dem Schuljahr 2018/19 an den drei Berufsschulen in Form dreier BIJs vorhanden. Gleichwohl bleibt eine erhebliche Zahl an jungen Menschen übrig, die den Weg in Vollzeitmaßnahmen nicht finden oder auch nicht finden wollen.

 

Um diese Problematik möglichen Lösungen zuzuführen, hat das bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus an fünf Standorten in Bayern das „Modellprojekt Zusammenarbeit zwischen Berufsschule und Jugendberufsagentur“ für zwei Schuljahre gestartet. Einer der Standorte ist die Berufsschule I in Fürth.

Die Jugendberufsagentur ist eine vertiefte Kooperation zwischen der Arbeitsverwaltung (Agentur und Jobcenter), der Stadt Fürth (Jugendhilfe und Bildungsbüro) sowie dem Staatlichen Schulamt. Jugendberufsagenturen gibt es mittlerweile in 95% aller Städte und Landkreise in Bayern.

 

Ziel des Modellprojektes ist v.a. die Erprobung alternativer Wege beim Umgang mit schulverweigernden Jugendlichen und die Sicherung von sinnvollen Anschlussperspektiven.

 

Organisatorisch wird das Modellprojekt in Form einer BVJ-k Klasse umgesetzt. Es werden 26 Unterrichtsstunden durch die Schule übernommen, weitere 19 werden von einem sozialpädagogischen Kooperationspartner erbracht. Zur Vergütung der Leistungen des Kooperationspartners stellt das Ministerium bis zu 50.000 Euro p.a. zur Verfügung. Diese müssen vom Sachaufwandsträger beantragt und administriert werden. Das Bildungsbüro der Stadt Fürth übernimmt diese Aufgabe und schlägt vor, die ELAN gGmbH in Form eines „In-House-Geschäfts“ mit der Erbringung der Leistung zu beauftragen. 

Finanzierung:

 

Finanzielle Auswirkungen

jährliche Folgelasten

 

x

nein

 

ja

Gesamtkosten

     

x

nein

 

ja

     

Veranschlagung im Haushalt

 

 

nein

 

ja

Hst.      

Budget-Nr.      

im

 

Vwhh

 

Vmhh

wenn nein, Deckungsvorschlag:

 

KMS vom 24.07.2018

Vorläufiges Konzept „Jackpot“