Parkraumanalyse und Parkraumkonzept Hornschuchpromenade

Betreff
Parkraumanalyse und Parkraumkonzept Hornschuchpromenade
Vorlage
SpA/716/2019
Art
Beschlussvorlage - SB

Der Vortrag des Gutachters und der Baureferentin diente zur Kenntnis.

 

Die dargestellten weiteren Verfahrensschritte zur Vorbereitung der Umgestaltung der Hornschuchpromenade sollen weiterverfolgt werden.

Nachdem zahlreiche Straßen in der zentralen Innenstadt saniert sind, rückt neben der Südstadt die östliche Innenstadt und damit das Gebiet zwischen der Freiheit und der Stadtgrenze in den kommenden Jahren zunehmend in den Blickpunkt der Stadtentwicklung.

 

Vor allem die Umgestaltung der Hornschuchpromenade und der Königswarterstraße ist wegen der Bedeutung für die Stadtgeschichte, den Städtebau und der Funktion als Naherholungsraum sowie der bestehenden funktionalen, städtebaulichen, verkehrlichen und baulichen Defizite ein wesentlicher Baustein. Durch die Umgestaltung der Hornschuchpromenade soll das bestehende Wohnquartier mit der beidseitig vorhandenen hochwertigen Bebauung und der baumgesäumten Grünanlage in der Mitte deutlich an Aufenthaltsqualität gewinnen.

 

Im Zuge der Planungen ist vorgesehen, dass die Parkstände entlang des Grünstreifens entfallen, um einen ausreichenden Bewegungsspielraum für anleiternde Feuerwehrfahrzeuge zu schaffen und den zweiten Rettungsweg sicherzustellen und um den vorhandenen Baumbestand zu erhalten und vor einer weiteren Bodenverdichtung zu schützen.

Hierzu wurde eine Bürgerbeteiligung mit bisher zwei Workshops organisiert und durchgeführt auf denen die drei vorgestellten Varianten intensiv diskutiert und eine Vorzugsvariante erarbeitet wurde.

 

Auch aufgrund der Bedenken einiger Bürger und Teilen des Einzelhandels bezüglich der Reduzierung der Anzahl der Parkplätze im öffentlichen Raum werden zwei wesentliche Punkte untersucht. Zum einen, durch wen und wie lange die vorhandenen Parkstände genutzt werden, und zum anderen, ob es sinnvoll möglich ist, weitere Parkstände im öffentlichen Raum zu erhalten. Der erste Punkt ist durch das vorliegende Gutachten abgearbeitet, der zweite Punkt wird derzeit noch untersucht.

 

Im zweiten Schritt bzw. parallel wurde eine Parkraumanalyse durchgeführt. Dem externen Verkehrsgutachter wurde der Auftrag zur heutigen Parkraumsituation gegeben. Dabei sollte überprüft werden, ob eine Umgestaltung der Hornschuchpromenade aus dem Gesichtspunkt „Parken“ möglich ist und ggf. Änderungen zur Parkraumbewirtschaftung empfohlen werden können. Die Parkraumanalyse und das Parkraumkonzept lässt sich wie folgt in den wichtigsten Punkten zusammenfassen.

 

Derzeit ist die Parkraumbewirtschaftung im Bereich der Hornschuchpromenade mit den vielen verschiedenen Parkregelungen extrem uneinheitlich, unübersichtlich und nicht mehr zeitgemäß. Zudem ist bei ca. 25 % der Parkplätze keine Parkregelung vorhanden, sodass gebietsfremder Verkehr kostenlos auf unbestimmte Zeit parken kann, ohne das die Bewohner oder Einzelhändler einen Nutzen davon haben.

  

Die Parkraumnachfrage in der Hornschuchpromenade wurde und wird als hoch bewertet. In den Spitzenzeiten beträgt die Auslastung der Parkplätze ca. 90 %. Auffällig ist die hohe Anzahl an Dauerparkern, die ihr Fahrzeug innerhalb von 3 Tagen nicht bewegt haben (insgesamt 60 Fahrzeuge).

 

Für die Umgestaltung der Hornschuchpromenade und der Aufwertung der „Grünen Lunge“ der Stadt ist zunächst die Realisierung des Parkhauses an der Gebhardtstraße zwingend erforderlich, um genügend Parkplätze zur Verfügung stellen zu können. Erst danach kann eine Umgestaltung der Hornschuchpromenade erfolgen, wobei für die öffentlichen Parkstände im Gebiet folgende Regelungen angestrebt werden sollten:

 

       Einheitliche Parkregelung

       Abschaffung aller kostenlosen Parkstände

       Öffentliche Parkstände teurer als Stellplätze in den Parkhäusern

       Keine Bewohnerparkausweise

       Regelmäßige Kontrollen der Bewirtschaftung

 

Die Parkraumbewirtschaftung ist erforderlich, um das knappe Gut „Parkraum“ durch Mehrfachnutzung effektiver zu verwenden. Nur so wird es möglich, die berechtigten Interessen der Anwohner und Geschäftsleute nach standortahme Parkraum zu berücksichtigen, indem Dauer- und Langzeitparker aus dem Straßenraum in das Parkhaus verlagert werden und so Platz für Kurzzeitparkplätze für Kunden, Besucher, Lieferanten sowie Anwohner zum Ein- und Ausladen zu schaffen.

 

Die Ergebnisse der Parkraumuntersuchung zeigen, dass eine Verlagerung der parkenden Anwohner in das Parkhaus an der Gebhardtstraße möglich ist. Die Wege zum Parkhaus entsprechen den üblichen und zumutbaren Entfernungen zwischen Parkbauten und Mehrfamilienwohngebäuden.  Die Anwohner hätten demnach einen festen Stellplatz, der auch dauerhaft witterungsgeschützt ist. Die Suche nach einem Stellplatz entfällt. Durch eine ausreichende Dimensionierung von Ladezonen in der Hornschuchpromenade können auch Einkäufe bequem und schnell vor den Gebäuden ausgeladen werden.

 

Zusätzlich profitiert der Einzelhandel von dem Parkraumkonzept, da Einzelhandelskunden und Besucher durch die getroffenen Regelungen deutlich schneller einen Parkplatz finden werden.

Insgesamt wird durch Einführung der Parkraumbewirtschaftung erreicht, dass gebietsfremder Verkehr mit einer langen Parkdauer wesentlich minimiert wird, der Parksuchverkehr deutlich reduziert wird, da die Wahrscheinlichkeit für Kurzzeitparker einen Parkplatz zu finden deutlich steigen wird. Mit der Reduktion der Verkehrsbelastung geht eine Verringerung der Lärm- und Schadstoffbelastung einher, die eine Steigerung der Aufenthaltsqualität herbeiführt.

 

 

Aus Sicht des Baureferates besteht zwischen den weiteren Planungen zur beabsichtigten Umgestaltung von Straßenraum und Grünzug, dem Bau des vorgesehenen Parkhauses in der Gebhardtstraße und dem vorgeschlagenen Parkraumkonzept ein enger Zusammenhang. Aus Sicht der Verwaltung sollte zunächst das Parkhaus errichtet werden, um danach das Parkraumkonzept mit der Verlagerung von Stellplätzen in das Parkhaus zu ermöglichen.
Anschließend sollte die Umgestaltung von Straßenraum und Grünzug in Angriff genommen werden.

 

Die weitere Vorgehensweise soll der Bürgerschaft, insbesondere den Anwohnern und Geschäftsleuten in einem dritten Workshop im Herbst vorgestellt und diskutiert werden.

Finanzierung:

 

Finanzielle Auswirkungen

jährliche Folgelasten

 

X

nein

 

ja

Gesamtkosten

     

X

nein

 

ja

     

Veranschlagung im Haushalt

 

 

nein

 

ja

Hst.      

Budget-Nr.      

im

 

Vwhh

 

Vmhh

wenn nein, Deckungsvorschlag:

 

PK Fuerth Hornschuchpromenade Bericht (wird nachgereicht)