Kindertagespflege - aktueller Betreuungsstand und qualitative Weiterentwicklung

Betreff
Kindertagespflege - aktueller Betreuungsstand und qualitative Weiterentwicklung
Vorlage
JgA/430/2019
Art
Beschlussvorlage - SB

1.   Der Ausschuss nimmt Kenntnis von der aktuellen Entwicklung der Betreuungszahlen im Bereich der Kindertagespflege in der Stadt Fürth.

 

2.   Ab dem 01.09.2019 erfolgt die Qualifizierung von neuen Tagespflegepersonen in der Stadt Fürth – zunächst probeweise für zwei Jahre - nach einem neuen Qualifizierungskonzept mit 300 statt wie bisher 160 Unterrichtseinheiten (Entwurf siehe Anlage 2). Eine Nachqualifizierung bereits tätiger Tagespflegepersonen ist grundsätzlich nicht vorgesehen. Die Verwaltung wird beauftragt, alle hierzu notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Insbesondere sind entsprechende Vereinbarungen mit dem Familienbüro Stein als Träger der Qualifizierungsmaßnahmen zu schließen und die Bereitstellung der notwendigen Haushaltsmittel zu veranlassen. Noch vor Ablauf des Erprobungszeitraums berichtet die Verwaltung in diesem Gremium über die Ergebnisse und Erfahrungen mit dem neuen Qualifizierungsmodell.

 

Neben den Kindertageseinrichtungen stellt die Kindertagespflege nach wie vor eine wichtige Säule, insbesondere im Bereich der Betreuung von Kindern unter drei Jahren dar. Schon vor Jahren wurde die Kindertagespflege durch entsprechende Änderungen im Bayerischen Kinderbildungs- und –betreuungsgesetz (BayKiBiG) als gleichrangiger Bestandteil des Betreuungs- und Bildungsangebots in Bayern anerkannt und dementsprechend staatlich gefördert.

 

 

 

 

1. Entwicklung der Betreuungszahlen

 

Die Zahl der aktiven Tagespflegepersonen im Stadtgebiet Fürth liegt aktuell bei 54 (Stand April 2019). Diese Zahl beinhaltet nur Personen, die zu diesem Zeitpunkt tatsächlich Kinder betreut haben und variiert von Monat zu Monat. Das Versorgungsziel gemäß Stadtratsbeschluss (vorzuhaltende Platzzahl in der Kindertagespflege) liegt nach wie vor bei 235 Plätzen, wovon derzeit 211 tatsächlich belegt sind. Gegenüber den Vorjahren ist hier ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. So lag die Zahl der betreuten Kinder Ende 2017 noch bei 159. Dies entspricht einem Anstieg von knapp 33 % innerhalb von etwas mehr als zwölf Monaten.

Ausgehend von den aktuellen Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung wird auch weiterhin ein steigender Bedarf an Betreuungsplätzen im U3-Bereich bestehen. Zusätzlich zu den vorhandenen und aktuell geplanten Kapazitäten in Kinderkrippen stellt die Kindertagespflege nach wie vor einen unverzichtbaren Bestandteil der Kinderbetreuung im U3-Bereich dar.

 

Knapp ein Viertel der Tageskinder wird in sogenannten Großtagespflegestellen betreut. Davon gibt es derzeit fünf im Stadtgebiet Fürth, zwei davon gingen im Laufe des letzten Jahres neu in Betrieb. Diese Form der Tagespflege eröffnet die Möglichkeit der Betreuung außerhalb der eigenen vier Wände der Tagespflegeperson und ermöglicht darüber hinaus eine gewisse Flexibilität im Betreuungsalltag. So bietet sich z.B. eine der Großtagespflegestellen nicht zuletzt von der zentralen Lage und den flexiblen Betreuungszeiten her sehr gut für die Betreuung von Kindern an, deren Eltern Sprach- oder Integrationskurse besuchen.

 

Abschließend kann festgehalten werden, dass sich die Betreuungszahlen in der Kindertagespflege immer mehr dem oben genannten Versorgungsziel annähern. Eine Abschwächung der Nachfrage ist aufgrund der Betreuungsplatzsituation in nächster Zeit nicht zu erwarten. Zusätzlich dürfte auch durch den für das Jahr 2020 angekündigten staatlichen Elternbeitragszuschuss für Kinder unter drei Jahren das Interesse an einem Betreuungsplatz für diese Altersgruppe (egal ob Krippe oder Tagespflege) weiterhin ansteigen.

 

 

2. Qualifizierung der Tagespflegepersonen

 

Um Kinder unter drei Jahren bestmöglich betreuen und fördern zu können, ist eine entsprechende Qualifizierung und regelmäßige Weiterbildung erforderlich und auch gesetzlich vorgeschrieben. Die obligatorische Qualifizierung in der Kindertagespflege umfasste in Fürth bisher 160 Unterrichtseinheiten (UE) eher theoretischen Inhalts, für Personen mit pädagogischer Vorbildung reduzierte sich der Umfang auf 80 UE.

 

Die Stadt Nürnberg hat vor einiger Zeit ein eigenes Qualifizierungskonzept entwickelt. Ziel war die Verbesserung der Betreuungsqualität durch bessere Vorbereitung der Tagespflegepersonen auf den Betreuungsalltag und sich stets verändernde Betreuungsanforderungen. Wesentlicher Unterschied zur bisherigen ‚Ausbildung‘ ist die Aufstockung des Qualifizierungsumfangs auf insgesamt 300 UE durch den Einbau von zusätzlichen Praxis- und Selbstlerneinheiten. Das neue Modell hat sich zwischenzeitlich über mehrere Jahre in der Praxis sehr bewährt. Der Landkreis Fürth wird sich zum 01.09.2019 diesem neuen Qualifikationsmodell anschließen. Die Verwaltung ist nach intensiver Prüfung und Austausch mit den beteiligten Nachbarkommunen zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Einführung dieses Modells auch in der Stadt Fürth vorteilhaft wäre.

Beginnend ab dem 01.09.2019 sollen daher alle neuen Tagespflegepersonen nicht mehr 160, sondern nun obligatorisch 300 UE nach dem neuen Qualifizierungskonzept absolvieren.

 

Einzelheiten zu den Beweggründen und zu den zu erwartenden Mehrkosten sind in der Anlage 1 dargestellt. Die Anlage 2 enthält einen Entwurf der geplanten Schulungsinhalte.

 

 

 

 

 

Finanzierung:

 

Finanzielle Auswirkungen

jährliche Folgelasten

 

 

nein

x

ja

Gesamtkosten

einmalig 2.000 €

(für die Übernahme des Konzepts)

 

nein

x

ja

4.500 €

Veranschlagung im Haushalt

 

 

nein

x

ja

Hst. 4542.7612.0020

Budget-Nr.      

im

x

Vwhh

 

Vmhh

wenn nein, Deckungsvorschlag:

nicht erforderlich

 

1.    Erläuterungen zur Umstellung auf das neue Qualifizierungskonzept

2.    Entwurf des neuen Qualifizierungskonzepts (300 UE)(In Listenform eintragen, die Anlagen können über Import an die Vorlage angefügt werden)