Neugestaltung der Engelhardtstraße einschließlich Stützwand - Projektgenehmigung gem. Ziff. 2.5 für die Einleitung und Abwicklung städtischer Baumaßnahmen

Betreff
Neugestaltung der Engelhardtstraße einschließlich Stützwand - Projektgenehmigung gem. Ziff. 2.5 für die Einleitung und Abwicklung städtischer Baumaßnahmen
Vorlage
TfA/291/2019
Art
Beschlussvorlage - SB

Für BA am 17.07.2019:

 

Die Sitzungsvorlage des Baureferates wurde zur Kenntnis genommen.

Der Bauausschuss empfiehlt dem Stadtrat die Erteilung der Projektgenehmigung zur Neugestal-tung der Engelhardtstraße.

 

Für StR am 24.07.2019:

 

Die Sitzungsvorlage des Baureferates wurde zur Kenntnis genommen.

Der Stadtrat erteilt die Projektgenehmigung zur Neugestaltung der Engelhardtstraße.

 

Die Kosten wurden mit rd. 570.000 € brutto ermittelt.

Bereits im Jahre 2001 wurde die Vorplanung zur Erneuerung der Stützmauer mit Straßenausbau in der Engelhardtstraße instruiert. Vom Bauausschuss wurde 2002 die Freigabe zur Bürgerinformation erteilt, ein Bürgergespräch fand im Oktober 2002 statt. Der Ausbau wurde dann jedoch zurückgestellt. Im Bürgergespräch wurden bereits die Eckpunkte eines Ausbaus mit Granitpflaster, Wendeanlage und der Absicht, die Engelhardtstraße als verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen festgelegt.

 

Die Engelhardtstraße selbst ist eine einseitig angebaute Anliegerstraße als Stichstraße, die unmittelbar an den Stadtpark (Biotop mit mehreren Denkmälern) angrenzt. Der Stadtpark (Böschung, Mauer) ist Teil des Landschaftsschutzgebiets „Rednitz-, Pegnitz-, Regnitztalsystem“, die deshalb notwendige Erlaubnis nach § 5 Abs. 1 LSchV wurde seitens OA/U erteilt. Mit dem Zugang zum Fontänenhof an ihrem Ende sowie einem weiteren, fußläufigen Zugang (Rampe) befinden sich wichtige Eingänge zum Stadtpark in der Engelhardtstraße.

 

Straßenraumgestaltung

 

Die geplante Ausführung sieht in Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt eine niveaugleiche Pflasterung der Verkehrsfläche mit Granit-Großsteinpflaster in Reihen analog zum Vorplatz Jüdisches Museum vor (sog. historisierender Ausbau, mittelgrauer Granit oder Granodiorit, gesägt und sandgestrahlt). Es werden sieben Längsparkstände an der Straßensüdseite angeordnet, so dass die Befahrbarkeit für die Müllabfuhr und ein Anleitern für die Feuerwehr gewährleistet sind. Die Parkstände sollen in gebrauchtem Granit ausgeführt und mittels Stahlnagel-Markierung eingefasst werden (Pflastersteine im vorderen Bereich der Engelhardtstraße vorhanden). Im sonstigen Bereich wird die Engelhardtstraße Feuerwehranfahrtszone. Die Entwässerungsrinne wird in dunkleren Granit-Quadersteinen 10/10/10 cm fünfzeilig ausgeführt. Im Bereich der auch schon bestehenden Aufweitung des Straßenraumes vor der Toranlage zu Hs.Nr. 10 wird eine Fläche zum Wenden angeordnet. Die beengten Verhältnisse bedingen jedoch ein Rangieren der Müllfahrzeuge. Nach der Wendemöglichkeit wird der Zugang zum Stadtpark mit neuen Pollern abgesperrt (die bestehenden Sandsteinpoller als Bestandteil eines Baudenkmals werden vom Grünflächenamt eingelagert).

Um bei den gegebenen, engen Platzverhältnissen einen Schutz heraustretender Personen aus den Gebäuden zu erreichen, wurden die Parkplätze mit nur einem Meter Abstand von den Gebäuden angeordnet und Lücken zum Heraustreten zwischen den Parkständen vor den Eingängen angeordnet. Alle Verkehrsarten bewegen sich insofern im Bereich zwischen Parkern und gegenüberliegender Stadtparkkante.

Es ist außerdem vorgesehen, im vorderen Bereich 10 Fahrrad-Systemständer (gem. BWA-Beschluss vom 09.04.2014, Werbeanlagensatzung Bereich III, für die Kirchweih demontierbar) zu errichten. Um eine Einfahrt in die Engelhardtstraße zu gewährleisten (Schleppkurven Feuerwehr etc.), können die Ständer nicht unmittelbar an der Einmündung situiert werden. Von einer Aufstellung auf der Seite des Kinos wird im Hinblick auf die Wegeverbindung zum Stadtpark abgesehen.

 

Fahrbahnaufbau

 

Für die gegebene Belastung (Lieferverkehr, Müllabfuhr etc.) wird die Belastungsklasse Bkl. 1,0 gem. RStO 12 Tabelle 3, Zeile 4 gewählt:

 

16 cm Granitgroßsteinpflaster gesägt

   4 cm Brechsand-Splitt 2/5 mm Hartgestein

12 cm wasserdruchlässige Asphalttragschicht PA 22 T WDA

33 cm Frostschutzschicht 0/45 mm

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65 cm Gesamtaufbau

 

Stützwand/Geländer

 

Entlang der Oberkante der Böschung zum Stadtpark verläuft eine Stützmauer aus Sandstein-Zyklopenmauerwerk, deren Oberkante nahezu auf Niveau der Engelhardtstraße liegt. Die sichtbare Höhe beträgt stadtparkseitig ca. 0,30 bis 1,25 m. Die unmittelbar angrenzende Böschung hat eine Neigung von zum Teil größer 45 °.

 

Bzgl. der Mauer wurden im Jahre 2000 eine statische Beurteilung, im Jahre 2001 eine Baugrunduntersuchung (Schürfen, Bohrungen etc.) und im Jahre 2018 eine bauhistorische Dokumentation und Bestandskartierung durchgeführt.

Die Mauer wurde frühestens mit der Erbauung des Stadtparks Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts errichtet (anderer Verlauf der Pegnitz). Lt. Gutachten ist ihre Gründung fraglich (keine bzw. zwei Lagen Grundsteine, bei der Baugrunduntersuchung wurde keine Untergrundstabilisierung o.ä. angetroffen), der Steinverbund ist verschoben und ausbrechend, die Verfugungen fehlend bzw. defekt und die Abdeckung wasserdurchlässig. 13 von 44 Pfeilern wurden zwischenzeitlich durch herkömmliches, kleinformatiges Mauerwerk ersetzt. Das Gelände ist zumindest zum Teil aufgefüllt (frühere, tiefer liegende Geländeoberfläche). Laut statischer Beurteilung genügt die Mauer mit Pfeilern etc. den sicherheitstechnischen Anforderungen nicht mehr. Eine Absturzsicherung aus Bauzaunelementen sichert derzeit die Böschungskante.

 

Es ist deshalb vorgesehen, die Stützwand abzutragen. Die Erlaubnis hierfür nach Art. 6 DSchG wurde seitens der Unteren Denkmalschutzbehörde erteilt. Gemäß Abbrucherlaubnis werden die Fragen der Detailgestaltung der Mauer (Materialien, Farben) mit der Bauaufsicht abgestimmt, ein gesondertes Antragsverfahren ist nicht erforderlich.

 

Geplante Ausführung

 

Im hinteren Bereich der Engelhardtstraße, ca. zwischen Bau-km 0+105 und 0+135 (größerer Freibereich) soll eine neue Stützmauer errichtet werden. Es sollen Beton-Winkelsteine nach statischen Erfordernissen (Gesamthöhe ca. 1,50 m) errichtet und mittels Sandstein-Scheiben (aus der aktuellen Stützwand gesägt – mit der Bauaufsicht abgestimmt) verblendet werden. So soll auch unter Berücksichtigung der aktuellen Anforderungen die Ansicht einer Sandsteinwand vom Stadtpark aus gewahrt werden.

 

 

Ansicht Böschung mit Stützwand und Zaun – Blick vom Fußweg Stadtpark zur Engelhardtstraße

 

Zaunanlage

 

Auf die Mauer bzw. auf OK Gelände soll ein neues, gestalterisch hochwertiges, feuerverzinktes Geländer gesetzt werden. Zur Wahrung des historisierenden Gesamtbildes soll die Gestaltung des Zaunmodells analog dem Typ „Turin“ der Firma Ferrum erfolgen. Um den Charakter des Zaunes als Abgrenzung einer großen Parkanlage zu gewährleisten, soll die Zaunhöhe mindestens 1,40, höchstens 1,60 m betragen (> 1,30 m als Mindestmaß einer Absturzsicherung für Radfahrer gem. ERA und ZTV-Ing.).

 

Musterbild Zaunmodell „Turin“, Fa. Ferrum Berlin (Gestaltung des neuen Zauns analog diesem)

 

Barrierefreiheit

 

Bei der Engelhardtstraße handelt es sich funktional um eine Mischverkehrsfläche mit gleichberechtigten Verkehrsteilnehmern. Hinsichtlich ihrer Verkehrsbedeutung dient sie im Wesentlichen dem Anliegerverkehr (vier Mehrfamilienhäuser sowie ein Gewerbebetrieb mit Wohnung) sowie der Belieferung des Stadtparkcafés (Öffnung der Poller). Der motorisierte Verkehr ist insofern gering. In Abstimmung mit der Fachstelle für Seniorinnen und Senioren und die Belange von Menschen mit Behinderung wurde aufgrund der genannten Planung bzw. Randbedingungen festgelegt, auf ein komplexes Blindenleitsystem zu verzichten. Als unterstützendes Angebot zur Barrierefreiheit wird die Entwässerungsrinne farblich dunkler ausgeführt.

 

Sonstiges

 

Die Belieferung des Stadtparkcafés kann in Abstimmung mit dem Grünflächenamt während der Bauzeit über eine Behelfszufahrt von der Ecke Otto-Seeling-Promenade aus erfolgen. Die Cafébetreiberin stimmt sich mit den Lieferanten ab, so dass während der Bauzeit nur mit Kleinlastern angeliefert wird.

 

Die Engelhardtstraße ist bis zu den Pollern als Ortsstraße gewidmet, im weiteren Verlauf zum Fontänenhof als beschränkt-öffentlicher Weg.

 

Geplante Terminfolge

 

Unmittelbar im Anschluss an die Projektgenehmigung soll die Ausschreibung durchgeführt werden. Die Auftragsvergabe soll im ersten Bau- und Werkausschuss nach der Sommerpause am 18.09.2019 erfolgen. Der Baubeginn ist unmittelbar nach der Michaeliskirchweih vorgesehen, das Bauende im Frühjahr/Frühsommer 2020.

 


Zuwendungen

 

Die Engelhardtstraße befindet sich im Sanierungsgebiet „Innenstadt“ im Teilgebiet XIV „Nördlich der Dr.-Max-Grundig-Anlage“. Ein Antrag auf Zuwendungen nach dem Bund-Länder-Förderprogramm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – Soziale Stadt“ wurde vorbesprochen und derzeit vom Stadtplanungsamt gestellt.

 

Kosten

 

Die Bruttokosten wurden wie folgt ermittelt:

 

Straßenausbau:                                 459.000,- €

Stützmauer einschl. Zaun:                 111.000,- €

Gesamtkosten ohne Beleuchtung:    570.000,- €

 

Derzeit sind Kosten in Höhe von 550.000,- € im Haushalt veranschlagt, weitere Haushaltsmittel werden für 2020 beantragt.

 

Finanzierung:

 

Finanzielle Auswirkungen

jährliche Folgelasten

 

 

nein

X

ja

Gesamtkosten

570.000,- €

 

nein

 

ja

     

Veranschlagung im Haushalt

 

 

nein

X

ja

Hst. 6300.9551.0000

Budget-Nr.      

im

 

Vwhh

X

Vmhh

wenn nein, Deckungsvorschlag:

 

Übersichtskarte, Lageplan, Regelquerschnitte