Fortführung Förderprojekt des Bayerischen Staatsministerium des Innern für Sport und Integration "Integrationslots*innen" - Förderjahr 2020

Betreff
Fortführung Förderprojekt des Bayerischen Staatsministerium des Innern für Sport und Integration "Integrationslots*innen" - Förderjahr 2020
Vorlage
Rf. IV/0054/2019
Art
Beschlussvorlage - AL

Der Finanz- und Verwaltungsausschuss beschließt die Fortführung des Projektes „Integrationslots*innen“ gemäß beiliegender Antragstellung mit Maßnahmenbeginn ab 01.01.2020 auf Grundlage des genehmigten Doppelhaushalts 2019/2020 des Landes (s. Anlage).

Er beauftragt die Kämmerei, den hierfür erforderlichen kommunalen Eigenanteil in Höhe von insgesamt 12.900 € für den Gesamtförderzeitraum vom 01.01.2020 bis 31.12.2020 zur Verfügung zu stellen.

Ausgangslage

 

In den letzten Jahren hatte Fürth einen starken Zuzug von geflüchteten Menschen aus dem nichteuropäischen Ausland zu verzeichnen. Aktuell wohnen noch ca. 850 geflüchtete Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer in Fürth.

Während ab 2014 in den ersten Jahren die Herausforderung darin bestand, möglichst zeitnah, die in Fürth ankommenden geflüchteten Menschen adäquat unterzubringen und zu versorgen, hat sich nun das Aufgabengebiet z.B. durch die Zunahme der Menschen mit Aufenthaltsstatus oder -titel stark verändert.

 

Andere wichtige Aspekte sind nun in den Vordergrund gerückt:

·         die Integration der neuen Kulturen in die vor Ort lebende Gesellschaft,

·         die Unterstützung bei der Wohnungssuche,

·         die Vermittlung von Arbeit,

·         EU-Zuwanderung

 

Um diese neuen Herausforderungen adäquat und professionell zu meistern, mussten zeitnahe die etablierten Strukturen angepasst und neu ausgerichtet werden.

Mit dem Förderprojekt „Hauptamtliche Integrationslots*innen“ konnten dabei in den letzten zweieinhalb Jahren sehr gute Erfolge verzeichnet werden. Grundlage hierfür waren effektive Strukturen und eine gute Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen. Weiterhin war eine systematische Steuerung und der konstante Netzwerkauf und -ausbau zwischen den kooperierenden Organisationen und Verbände im Integrations- bzw. Migrationsbereich ausschlaggebend.

Die komplexen Strukturen erfordern auch weiterhin eine kontinuierliche strategische Steuerung bzw. eine kontinuierliche Anpassung und somit eine Fortsetzung der Projekttätigkeit im Referat für Soziales, Jugend und Kultur.

 

 

Förderantrag:

 

Mit Antrag vom 31.10.2019 beantragte die Stadt Fürth eine unveränderte Fortführung des Projekts „Integrationslots*innen“ beim Bayerische Staatsministerium des Innern für Sport und Integration, für das Förderjahr 2020 auf Grund des genehmigten Doppelhaushalts (Mail der Regierung von Mfr v. 18.10.2019). Eine erstmalige Antragstellung erfolgte am 03.05.2017.

 

·         Das Programm unterstützt Kommunen bei der Planung, Organisation und Umsetzung von Maßnahmen im Bereich Migration und Integration.

·         Zusätzlich dient es der Förderung des ehrenamtlichen Engagements, des Freiwilligenmanagements und dem Ausbau von Vernetzungsstrukturen durch hauptamtliches Personal (Integrationslots*innen).

 

Das Projekt „Integrationslots*innen“ richtet sich u.a. an Menschen mit Fluchthintergrund – sowohl mit als auch ohne Anerkennungsstatus. Ein endgültiger Förderbescheid in schriftlicher Form soll voraussichtlich im ersten Halbjahr 2020 erfolgen. Nach vorläufiger Prognose der Bewilligungsbehörde (Regierung von Mittelfranken) wird die Stadt die beantragten Gelder in voller Höhe (60.000 €) erhalten, da keine wesentlichen Änderungen im Finanzierungsplan im Vergl. zum Vorjahr zu verzeichnen sind.

 

Das Projekt ist eine erweiterte Fortführung des 2015 gestarteten Modellprojekt „Hauptamtliche Koordinatorenstelle für Ehrenamtliche im Bereich Asyl“. In den letzten Jahren hat sich die Stadt Fürth durch den erfolgreichen Strukturaufbau und die zahlreich umgesetzten Integrationsmaßnahmen innerhalb des Projekts als Vorzeige-Kommune für dieses Projekt entwickelt.

 

Eckpunkte für die Förderung von hauptamtlichen Integrationslotsen*innen nach Beratungs- und Integrationsrichtlinie – BIR

 

·         Koordination und Steuerung der Ehrenamtlichen zur Unterstützung ihres Engagements im Bereich Asyl und der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund

·         Umsetzung eines Freiwilligenmanagements

·         Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen für Ehrenamtliche

·         Praxisbezogene Unterstützung der Ehrenamtlichen

·         Gewinnung von Ehrenamtlichen auch aus dem Kreis der Menschen mit Migrationshintergrund

·         Fortbildung von Ehrenamtlichen sowie die Gewinnung und effiziente Vermittlung weiterer freiwilliger Helfer

·         Schulung von Ehrenamtlichen im Bereich der Wertebildung

·         Verzahnung und stärkere Vernetzung der vor Ort tätiger Akteure

·         Zentrale Ansprechpartner auf kommunaler Ebene

·         Finden und vermitteln von privatem Wohnraum für Menschen mit Migrationshintergrund

·         Ansprechpartner und Netzwerker für ehrenamtliche Integrationsbegleiter*innen

·         Transparenz über vor Ort tätige Akteure sowie vorhandene Unterstützungsnagebote

 

 

Personaleinsatz

 

·         2 Fachkräfte - strategische Ebene im Referat für Soziales, Jugend und Kultur der Stadt Fürth (mit 19,5 bzw. 3,5 Wochenstunden lt. Antrag)

·         5 TZ-Fachkräfte - operative Ebene im Freiwilligenzentrum Fürth                       (8/8/8/6,5/6 Wochenstunden)

·         Honorarkräfte (nach Bedarf)

 

 

Bisherige Erfolge und zukünftige Zielsetzungen

 

·         Unterstützt durch das Integrations- und Asyl-Förderprojekt konnten ab August 2016 die ankommenden geflüchteten Männer, Frauen, Kinder, Jugendliche, und Familien schnell und adäquat untergebracht und versorgt werden. Im Anschluss wurden diese nun durch weitergehende Hilfen, Angebote und Integrationsmaßnahmen unterstützt und begleitet, um den Weg in die Fürther Stadtgesellschaft zu fördern.

·         Ziel ist es, in den kommenden Jahren den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Stadt Fürth zu erhalten und zu stärken und die verschiedenen kulturellen Gesellschaftsgruppen durch ziel- und bedarfsgerichtete Maßnahmen zu unterstützen.

 

 

Finanzierungskonzept


Das Gesamtvolumen der zuwendungsfähigen Ausgaben beläuft sich auf 80.400 €. Für das Projekt ist eine Zuwendung zu den Ausgaben von maximal 60.000 € möglich. Somit beträgt der gesamte Eigenanteil 20.400 €. Dieser ist laut Förderrichtlinie durch öffentliche Mittel zu erbringen und Voraussetzung für eine Förderung.

Der gesamte Eigenanteil für das Projekt setzt sich zusammen aus:

-       dem kommunalen Eigenanteil in Höhe von 12.900 €

-       dem Eigenanteil des Freiwilligen Zentrum Fürth in Höhe von 7.500 €.

 

 

Zusammenfassung

 

Durch das Förderprojekt „Integrationslots*innen“ konnten in der Stadt Fürth effektive Strukturen im Bereich der Integration und Migration verstetigt und weiter ausgebaut werden. Die Entwicklung einer sozialen und solidarischen Gesellschaft mit Akzeptanz für unterschiedliche Kulturen und Religionen wird dadurch maßgeblich gefördert. Um dies auch weiterhin zu unterstützen, ist eine Fortführung des Projekts im Referat für Soziales, Jugend und Kultur und die Bereitstellung der erforderlichen Haushaltsmittel in Höhe von 12.900 € für das Förderjahr 2020 notwendig.

Finanzierung:

 

Finanzielle Auswirkungen

jährliche Folgelasten

 

 

nein

X

ja

Gesamtkosten
80.400 €

davon Fördermittel
60.000 €

 

nein

 

ja

     

Veranschlagung im Haushalt

 

 

nein

X

ja

Hst.      

Budget-Nr.      

im

 

Vwhh

 

Vmhh

wenn nein, Deckungsvorschlag:

 

(1)  Zuwendungsantrag „Integrationslots*innen“ v. 31.10.2019

(2)  Ausgaben- und Finanzierungsplan v. 31.10.2019

(3)  Fortführung des Projekts zum 01.01.2020,

           (lt. Mail der Reg. v. Mfr. als Bewilligungsbehörde v. 18.10.2019)