"Jeder Tropfen zählt" Abschlussbericht

Betreff
"Jeder Tropfen zählt" Abschlussbericht
Vorlage
Abf/0144/2019
Art
Beschlussvorlage - SB

 

  1. Vom Bericht zum Pilotprojekt wird Kenntnis genommen.
  2. Die Sammlung der Altspeisefette und –öle wird nach dem Abschluss des Pilotprojekts auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet.

 

Bericht Pilotprojekt Hardhöhe

 

Am 26.04.2018 wurde dem Umweltausschuss ein Konzept zur Sammlung von Altspeisefett und -öl aus Privathaushalten vorgestellt. Es wurde beschlossen, dass sich die Stadt Fürth an dem Pilotprojekt der Firma Altfettentsorgung und -recycling Lesch GmbH & Co. KG beteiligt. Als Projektgebiet wurde der Stadtteil Hardhöhe ausgewählt. Das Projekt startete im Juni 2018, Ende November 2018 wurden die Sammelautomaten aufgestellt und die Sammelbehälter verteilt. Das Projekt endet im März 2020.

Die seitens der Fa. Lesch vorangebrachte abfallwirtschaftliche Maßnahme hat sich als gut funktionierendes Sammelsystems für Altspeisefette und –öle aus Privathaushalten erwiesen. Die bisherigen Ergebnisse zu diesem Projekt sind aus umwelt- und klimapolitischer Sicht grundsätzlich positiv zu bewerten. Insbesondere werden die Abwassersysteme (sowohl Privat als auch der Stadt) geschont und ein positiver Beitrag zur Einhaltung der CO2-Ziele geleistet.  

Hinsichtlich der Details des Projektes wird auf beil. Zwischenbericht der Firma Lesch verwiesen.

 


Ausdehnung der Sammlung auf das gesamte Stadtgebiet

 

Allgemeine Systembeschreibung:

 

Ziel der Maßnahme ist die signifikante Sammlung von Mengen an genutzten Speisefetten und -ölen in Privathaushalten. Ohne großen Aufwand soll es der Bevölkerung ermöglicht werden, die anfallenden wertvollen Rohstoffe im Wohnumfeld jederzeit - 24/7 - abgeben zu können.

Dazu werden den Haushalten wertige und sichere Mehrweg-Kunststoff-Flaschen (1 Liter) zur Bereitstellung in der Küche ausgehändigt. Die Sammelflaschen sind mit klaren Hinweisen zur Beschaffenheit der abzugebenden Fette und Öle beschriftet. Beim Einwurf des vollen Kunststoffbehältnisses in den Sammelautomaten erhält man sofort eine leere Flasche zum Weitersammeln. Die Sammelautomaten sind smart vernetzt und melden Füllstand und Fehler von selbst. Ein Standort pro 5.000-6.000 Bürger/innen ist ausreichend. Der Systembetreiber sorgt für regelmäßige Entleerung. Störungen oder systembezogene Beschwerden werden innerhalb von zwei Werktagen behoben. Informationsbroschüren und/oder Flyer mit Details zum Ablauf der Sammlung und zur Motivation der Bevölkerung sind Teil des Gesamtkonzeptes und werden in ausreichender Zahl gestellt. Die Art und Weise wie die Haushalte die Sammelflaschen erhalten (z.B. Verteilung der Sammelbehälter an die Haushalte) wird im Detail zwischen dem Systembetreiber und der Verwaltung definiert und abgestimmt.

 

Zusammenfassende Eigenschaften der Servicekomponenten (Sammelflasche):

 

Ø  Mehrwegsystem

Ø  Sauber und sicher (dicht und bruchfest)

Ø  Leichte Handhabung für die Bürger/innen

Ø  Hohe Hitzeresistenz, auch bei Einfüllen von heißem Fett

Ø  Beschriftung zu Sammelinhalten

Ø  Füllstandanzeige als Zusatzeigenschaft

Abgabemöglichkeit (Sammelautomat) für Bürger/innen:

 

Ø  Unabhängig von Öffnungszeiten (24/7 zugänglich)

Ø  Gleichzeiteger Tausch von vollen gegen leere Behälter

Ø  Einfache und leicht verständliche Nutzung

 

Vertragslaufzeit:        

 

10 Jahre

 


Kostenschätzung (+/- 10%) zum 31.10.2019:

 

 

 

Bisherige Entsorgung und Kosten:

 

Von Seiten der Abfallberater wird bisher die Entsorgung der Speisefette und -öle als Restabfall empfohlen, verpackt in Kunststoffflaschen und -kanistern. Vom Wegkippen in die Toilette oder den Küchenausguss wird abgeraten. Welche Kosten bei der Abwasserreinigung und im Kanalnetz in Fürth bei derartiger Entsorgung anfallen, konnte nicht ermittelt werden. Größere Probleme wurden zwar nicht benannt, gleichwohl ist dieser Entsorgungsweg keinesfalls als gut zu bewerten. Hingegen klagen Hausverwaltungen häufig über fettverstopfte Abflussrohre und begrüßen das neuartige Entsorgungsangebot.

 

In der Müllverbrennung fallen Gebühren an. Das hochenergetische Öl, etwa 90.000 Liter jährlich, bremst den Durchsatz, so dass der Bunker mit dem ebenfalls hochenergetischen Plastikabfall nicht zügig entleert werden kann. Die Verbrennungskosten, auf Basis der angelieferten Tonnage, sind jedoch um etwa den Faktor 10 niedriger als die Kosten der angestrebten Umstellung auf die Sammlung (80 t x 120 € = 9.600 €).

 

Fazit:

 

Bei der Speisefett- und -ölsammlung handelt es sich um ein weiteres Sammelsystem einer Abfallfraktion (wie z. B. Glas oder Altkleider), bei dem wertvolle Sekundärrohstoffe wieder zurück in den Produktionskreislauf fließen und dabei die Kreislaufwirtschaft gefördert wird. Der Grundsatz „Recycling vor Beseitigung“ wird erfüllt. In anderen Ländern, wie etwa Spanien, Österreich, aber auch in Südbayern gibt es bereits ähnliche Sammelsysteme. Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Verwaltung, trotz der nicht unerheblichen Mehrkosten künftig im gesamten Stadtgebiet die Sammlung durchzuführen.

 

 

 


Finanzierung:

 

Finanzielle Auswirkungen

jährliche Folgelasten

 

 

nein

x

ja

Gesamtkosten

80.600 – 94.900 €

 

nein

x

ja

     

Veranschlagung im Haushalt

 

 

nein

 

ja

Hst.      

Budget-Nr.      

im

 

Vwhh

 

Vmhh

wenn nein, Deckungsvorschlag: