Onlinebewerberbuch

Betreff
Onlinebewerberbuch
Vorlage
AWS/0097/2020
Art
Beschlussvorlage - SB

Der Wirtschafts- und Grundstücksausschuss stimmt der Umsetzung des Onlinebewerberbuches zu.

Wie bereits bei der Unternehmensbefragung 2016 hat sich auch 2019 als ein Schwerpunktbedarf die Unterstützung der ansässigen Unternehmen im Bereich der Fachkräftesicherung herauskristallisiert.

 

Die Ergebnisse der letzten beiden Unternehmensbefragungen und auch die seit April 2019 bisher gesammelten Erfahrungen im Jobstarterprojekt „Ausbildungslotse“ verdeutlichen, dass die Zahl der unbesetzten Lehrstellen in den nicht so bekannten bzw. begehrten Ausbildungsberufen weiterhin hoch ist und zudem gerade im Handwerk immer mehr Betriebe aufgrund mangelnder bzw. nicht qualifizierter Bewerber aus Frustration die Ausbildung einstellen. Dies hat zur Folge, dass die Betriebe ihren Personalbedarf über die Rekrutierung von bereits fertig ausgebildeten Fachkräften abdecken und dabei mit größeren Betrieben konkurrieren müssen.

 

Paradoxerweise finden zugleich immer mehr Fürther Schulabgänger/-innen der Mittelschulen keine passenden Lehrstellen mehr. Die duale Berufsausbildung als Rückgrat der (nichtakademischen) Berufsbildung befindet sich bundesweit seit Jahren auf dem Rückzug.  Dieser Trendverlauf – steigende Bildungsaspiration – ist leider auch in Fürth feststellbar.

 

Das Onlinebewerberbuch kehrt das Prinzip der gängigen Lehrstellenbörsen und den klassischen Bewerbungsprozess um. Hier bewerben sich nicht, wie sonst üblich, die Jugendlichen bei den Betrieben, sondern die Betriebe haben die Chance, die Jugendlichen direkt über dieses Tool zu kontaktieren und sie für ihren Betrieb und eine duale Ausbildung zu gewinnen. Das Onlinebewerberbuch soll dabei helfen, die Ausbildungsbetriebsquote der Betriebe zu stabilisieren und die Anzahl der unversorgten Ausbildungsbewerber/-innen in Fürth zu minimieren.

Hiermit bekommet das Förderprojekt „Ausbildungslotsen“ ein weiteres Instrument in die Hand, um die vorgegebenen Ziele wie die Neuschaffung und Besetzung von Ausbildungsstellen und Wiederbesetzung von Ausbildungsstellen in Klein- und Kleinstbetrieben, zu erreichen. Die Plattform läuft bereits bei verschiedenen Projektträgern und die Rückmeldungen hierzu sind durchwegs positiv. Der Bewerbungsweg „Andersrum“ wird positiv von den Schülern aufgenommen, da sie die Kontaktaufnahme durch den Betrieb regelrecht als Wertschätzung Ihrer Person wahrnehmen. Die Zahl der Ausbildungsverträge wäre dadurch deutlich angestiegen. Ein Instrument, dass vorerst nur im Rahmen des Förderprojektes den Klein- und Kleinstbetrieben zur Verfügung gestellt wird. Auch nach Projektablauf des Förderprojektes Jobstarter soll das Onlinebewerberbuch weiter fortgeführt werden. Dann sollen auch die mittelständischen Fürther Unternehmen eine Zugriffmöglichkeit erhalten.

 

Für die Umsetzung in den Schulen konnten als Partner die Fürther Mittelschulen sowie die Wirtschafts-/ und Realschule Hans Böckler gewonnen werden. Koordiniert und betreut wird das „Onlinebewerberbuch“ zunächst durch die Ausbildungslotsen im AWS und Bildungsbüro. Das Projekt soll im Unterricht ein fester Bestandteil werden; Lehrer wie auch Eltern sind hier wichtige Partner. Eine Erweiterung auf weitere Schulen ist vorstellbar.

 

Gerade die aktuelle Situation in der Corona Pandemie zeigt, wie wichtig die Digitalisierung auch im Bereich Praktikums- und Ausbildungsplatzsuche ist. Die bestehende Plattform Joberfolg wird durch das Onlinebewerberbuch ergänzt. Die Berufsinformationstage an den Schulen wie auch große regionale Messen wie die Parentum Mittelfranken wurden für 2020 abgesagt. Somit können die Stellenangebote der Klein- und Kleinstbetriebe durch die Ausbildungslotsen nicht aktiv beworben werden. Das Onlinebewerberbuch schließt zum Teil hier diese Lücke. 

 

Kosten

 

Das Standardpaket kostet 19.000 € (netto)

Es sind verschiedene Erweiterungen möglich, die noch mit dem Projektpartner im Einzelnen abzustimmen sind. Mit den verschiedenen Erweiterungsmodulen würden dann die erstmaligen Anschaffungskosten max. 25.000 € (netto) betragen.

 

Der laufende Betrieb kostet monatlich für Hosting und Softwarepflege und Zertifikate ca. 144 € (netto).

 

Die Anschaffungskosten in Höhe von ca. 25.000 € (netto) und die monatlichen Betriebskosten von ca. 144 € (netto) werden aus dem Amtsbudget 80000 übernommen. Aufgrund der Absage von Ausbildungsmessen können die Mittel umgeschichtet werden.

 

Finanzierung:

 

Finanzielle Auswirkungen

jährliche Folgelasten

 

 

nein

X

ja

Gesamtkosten

25.000

 

nein

X

ja

mtl. 144

Veranschlagung im Haushalt

 

 

nein

X

ja

Hst.7910.65889080      

Budget-Nr.80.000      

im

X

Vwhh

 

Vmhh

wenn nein, Deckungsvorschlag: