Fürth auf dem Weg zur Klimaschutzstadt - Startschuss für das Klimaschutzkonzept

Betreff
Fürth auf dem Weg zur Klimaschutzstadt - Startschuss für das Klimaschutzkonzept
Vorlage
OA/0420/2020
Aktenzeichen
III/OA
Art
Beschlussvorlage - AL

Entfällt, da Kenntnisnahme

Fürth wird Klimaschutzstadt – diese Zielvorstellung wurde vom Stadtrat im Juli 2019 klar formuliert. Wo steht die Stadt nun gut ein Jahr später? Welche Rolle spielt das Integrierte Klimaschutzkonzept für die zukünftige Entwicklung? Rück- und Ausblick auf die Klimaschutzaktivitäten der Stadt.

Ein Jahr Klimaschutzstadt

Bereits im letzten Dezember wurde mit der Positionsbestimmung 2020 eine strukturierte Übersicht über Maßnahmen zum Klimaschutz in der Vergangenheit sowie bereits definierte Projekte und Aufgaben in naher Zukunft vorgelegt. Daran anknüpfend wurde im Laufe dieses Jahres insbesondere die „Bewertungsmatrix Ökologische Zukunftsfähigkeit“ etabliert, um bei Stadtrats- und Ausschussvorlagen die Auswirkungen auf den Klimaschutz zu betrachten. Im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans schreitet der Ausbau der Angebote im ÖPNV, Rad- und Fußverkehr kontinuierlich voran.  Auch im Bereich Stadtgrün investiert die Stadt Fürth. Auf der Grundlage eines entsprechenden Stadtratsbeschlusses sollen zusätzliche Bäume und Sträucher gepflanzt werden. Um hierbei auch Privatpersonen und Unternehmen einzubinden, hat die Stadt das Förderprogramm „Der geschenkte Baum“ ins Leben gerufen, mit dem auch Dach- und Fassadenbegrünungen finanziert werden können. Das Fördervolumen beläuft sich derzeit auf 100.000 €. Entsprechend einer Anregung des Umweltausschusses wird im Rahmen der kommenden Haushaltsberatungen eine Erhöhung auf 150.000 € in den Blick genommen. Schließlich konnten die vergangenen Monate genutzt werden, um die Verwaltung zukunftsfähig aufzustellen. Es wurde ein Expertenteam aus fünf Fachleuten im Amt für Umwelt, Ordnung und Verbraucherschutz gebildet, um in puncto Umwelt- und Klimaschutz den zukünftigen Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung gerecht zu werden.

Das Integrierte Klimaschutzkonzept

Mit dem Arbeitsbeginn der beiden Klimaschutzmanager*innen Dominik Wiehl und Theresa Dorn fällt nun der Startschuss für den Prozess zur Erarbeitung des Klimaschutzkonzeptes für die Stadt Fürth. Das Klimaschutzkonzept wird eine strategische Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für Fürths Klimaschutzaktivitäten bis ins Jahr 2035 sein. In dem Konzept werden Klimaschutz-Maßnahmen zu 13 Handlungsfeldern ausgearbeitet, welche u.a. die Themen Mobilität, Stadtgrün, Erneuerbare Energien, Abwasser und Abfall betreffen.

Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Einbindung lokalen Wissens gelegt; so wird die Bevölkerung, insbesondere Vereine, Verbände und die Wirtschaft eingeladen, mitzudiskutieren. Fertiggestellt wird das Konzept in zwei Jahren.

Ziele des Klimaschutzkonzeptes

Bezogen auf das Jahr 1990 gingen die CO2 - Einsparungen pro Kopf in Fürth bis zum Jahr 2016 um 18,8 % zurück. Das im Klimaschutzfahrplan 2010 – 2020 formulierte Ziel, bis 2020 die Treibhausgas-Emissionen um 23 % zu reduzieren, wird voraussichtlich erreicht. Die Fortschreibung der Treibhausgas-Bilanz im Rahmen des Klimaschutzkonzepts wird hierüber genauer Aufschluss geben.

Da die Arbeiten zum Klimaschutzkonzept noch am Anfang stehen, lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine konkreten Klimaschutzziele für die Stadt Fürth formulieren. Für den Moment dienen die Ziele der Bundesregierung als Orientierung. Diese basieren wiederum auf den Beschlüssen der 21. UN-Klimakonferenz von Paris im Jahr 2015, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu beschränken. Demnach sollen bis ins Jahr 2030 im Vergleich zu 1990 die Treibhausgas-Emissionen insgesamt um 55 % reduziert werden; dabei u.a. im Bereich Verkehr um mind. 40 %, Energiewirtschaft mind. 60 % sowie Industrie und Wirtschaft um mindestens 50 %. Mit Blick auf das Jahr 2050 soll eine Verminderung um 80 - 95 % erreicht werden.

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu konkreten Fürther Zielvorgaben ist die Endenergie- und Treibhausgasbilanzierung sowie eine Potenzialanalyse und Szenarienentwicklung, deren Ausschreibung derzeit vorbereitet wird. Insoweit sollen dem Stadtrat im Frühjahr 2021 fundierte und differenzierte Grundlagen zur Zielformulierung vorgelegt werden können.

Maßnahmen-Vorschläge

Teil der Erstellung des Klimaschutzkonzeptes wird auch die Ausarbeitung eines Maßnahmenkataloges sein, der konkrete Handlungsschritte zur Zielerreichung aufzeigt und somit zur Reduktion der Treibhausgasemissionen der Stadt beiträgt. Der Fokus wird dabei u.a. auf die Bereiche Mobilität, Stadtgrün und Energie gelegt.

Im Mobilitätsbereich beispielsweise kann der weitere Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge, von Car- und Bikesharing-Angeboten sowie der Rad- und Fußgängerinfrastruktur zur Erreichung der Klimaschutzziele beitragen. Auch durch eine bessere Taktung und Abstimmung der Fahrpläne im ÖPNV, die Erhöhung der Haltepunkte sowie günstigere Tickets - insbesondere für junge Menschen - könnte ein Beitrag geleistet werden, um den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren.

Stadtgrün steigert die Klimaanpassungsfähigkeit und erhöht die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Eine Möglichkeit wäre dabei die Schaffung, der Verbund und eine umfassende Pflege von Grünflächen durch die Stadt selbst, Schutzkonzepte für den Bereich der Flussauen sowie die Begleitung privater Bauherrn bei der Erstellung von Freiflächengestaltungsplänen. Maßnahmen, die zu einem Ausbau der „Essbaren Stadt“ bzw. der Schaffung von Urban Gardening Flächen beitragen, sind darüber hinaus denkbare Ansätze.

Der Energiebereich bietet ebenfalls ein hohes Reduktionspotenzial der Treibhausgase in der Stadt. Eine unabhängige Energieberatung für Privatpersonen und Firmen könnte dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Wärmenetze als Zukunftsthema fänden insbesondere bei Gebieten mit hoher Wärmebedarfsdichte und/oder in denkmalgeschütztem Gebäudebestand im innerstädtischen Bereich Anwendungsmöglichkeiten. Durch die Langlebigkeit stellt auch der Gebäudebereich einen bedeutenden Anknüpfungspunkt dar. Nachhaltigkeit bzw. Recyclingfähigkeit der verwendeten Baustoffe können berücksichtigt oder Standards im kommunalen Bau angehoben werden, um die Vorbildwirkung der Kommune zu erhöhen und längerfristig Kosten zu sparen.

 

Finanzierung:

 

Finanzielle Auswirkungen

jährliche Folgelasten

 

 

nein

 

ja

Gesamtkosten

     

 

nein

 

ja

     

Veranschlagung im Haushalt

 

 

nein

 

ja

Hst.      

Budget-Nr.      

im

 

Vwhh

 

Vmhh

wenn nein, Deckungsvorschlag: