Die Mitglieder des Bau- und Werkausschusses nehmen von der beiliegenden dringlichen Anordnung des Oberbürgermeisters Kenntnis.
Dringliche Anordnung
Der Oberbürgermeister erteilte die Zustimmung zur Projektgenehmigung zur Erneuerung der bühnentechnischen Anlagen im Stadttheater gemäß Vorlage des Baureferats. Die Verwaltung wird beauftragt die entsprechenden Haushaltsmittel in Höhe von gesamt 3.433.000 € bereitzustellen.
Ausgangslage
Um einen dauerhaft sicheren Spielbetrieb im Stadttheater zu gewährleisten, müssen bühnentechnische Anlagen erneuert und ergänzt werden. Die nachfolgend beschriebenen Maßnahmen sollen im Rahmen einer FAG-Förderung im Jahr 2026 und 2027 durchgeführt werden.
Notwendige Maßnahmen
Bühnenboden
Der bestehende Bühnenboden ist 20
Jahre alt und weist rotz regelmäßiger Wartung und Pflege (Abschleifen und
Streichen) unverkennbare Verschleißerscheinungen wie Furchen und Risse auf.
Diese Verschleißerscheinungen rühren von der im Theater üblichen Nutzung von
Bühnen-/Theaterbohrern und dem mittlerweile üblichen Einsatz von starkem
Klebeband und stellenweise Spax-Schrauben her. Mit der Erneuerung des
Bühnenbodens wird auch dem veränderten Bedarf im Bereich der variablen
Einbauten, Kabelkanäle und Bühnenvorderkante, Rechnung getragen. Der Kanal an
der Bühnenvorderkante wird für die Positionierung einer Beleuchtungsrampe
ausgebildet. Die Bereiche für die fliegende Verkabelung (Kabelkanäle) sollen so
erweitert werden, dass die Hinterbühne besser szenisch integriert werden kann.
Die Erneuerung des Bühnenbodens schließt neue Einlegedeckel für die variablen
Positionen der Personenversenkungen ebenso mit ein wie einen neuen Belag von
Orchesterpodium und Prospektlagerklappen.
Die Erneuerung des Bühnenbodens
ist in der verlängerten Spielzeitpause im Jahr 2026 vorgesehen.
Im Zuge der Erneuerung des Bühnenbodens soll im Bereich der Unterbühne die 20 Jahre alte Öffnungs- und Verriegelungsmechanik der Prospektklappen ausgetauscht werden.
Die Erneuerung der Mechanik
Prospektklappen ist in der verlängerten Spielzeitpause 2026 vorgesehen.
Hinterbühnenzuganlage
Die vorhandene Hinterbühnenzuganlage besteht aus drei Laufbahnen mit Kettenzügen (15 Jahre alt). Die Kettenzüge sind bauartbedingt nicht geeignet für eine szenische Einbindung. Hubgeschwindigkeit, Lautstärke und sicherheitstechnische Ausstattung lassen eine szenische Fahrt nicht zu. Die vorhandenen Hinterbühnezüge sollen durch Maschinenzüge mit Seilantrieb ersetzt werden. Die vorgesehenen Maschinenzüge werden entsprechend der vorgegebenen höheren Nutzlast ausgelegt. Zudem sollen die elektromotorischen Seilantriebe in die bestehende Steuerung der Obermaschinerie eingebunden werden.
Die Erneuerung der
Hinterbühnenzugsanlage ist in der Spielzeitpause im Jahr 2027 vorgesehen.
Vorbühnenzüge
Im Bestand sind im denkmalgeschützten Zuschauerraum im Bereich über der Vorbühne keine Anlagen der Obermaschinerie vorhanden. Um die Flexibilität und die Möglichkeiten des Stadttheaters auf ein zeitgemäßes Niveau zu bringen, werden zwei Hubantriebe vorgesehen. Die Realisierbarkeit der Ausführung erfolgt in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz sowie unter Berücksichtigung statischer Belange. In das Dachtragwerk wird nicht eingegriffen.
Der Einbau der Vorbühnenzüge ist
in der Spielzeitpause im Jahr 2027 vorgesehen.
Beleuchtungsanlagen
Die Bühnenbeleuchtung wird im Bestand zum größten Teil über Halogenscheinwerfer beziehungsweise konventionelle Leuchtmittel erzeugt. Da diese konventionellen Leuchtmittel aufgrund neuer Verordnungen in Zukunft nicht mehr verfügbar sein werden, empfiehlt sich ein umfangreicher Wechsel auf LED-Leuchtmittel. Um die dann aktuellen LED-Leuchtmittel/Endgeräte ansteuern zu können, wird im Bereich der hauseigenen Infrastruktur eine Aktualisierung der Steuerpulte in der Lichtregie und der Saalregie vorgesehen.
Bei der Erneuerung der
Beleuchtungsanlagen handelt es sich um eine Lieferleistung (VOL) welche im Jahr
2026 durchgeführt werden soll.
Medientechnik/Beschallungsanlage
Die aktuelle Beschallungsanlage, einschl. Zentralentechnik, ist 20 Jahre alt, verbraucht und störanfällig. Ersatzteile sind nicht mehr verfügbar. Zudem haben sich im Laufe der Jahre die Anforderungen an das Beschallungssystem grundlegend geändert. Aufgrund von vermehrtem Gastspielbetrieb wird die elektroakustische Unterstützung und moderne Signalverarbeitung im Vergleich zu einem klassischen Theater- und Konzertbetrieb immer wichtiger. Künstler und Zuschauer haben einen erhöhten Anspruch hin zu technisch unterstützten Umsetzungen.
Zur beschallungstechnischen Unterstützung unterschiedlicher Darbietungsarten bzw. Anforderungen bedarf es einem Beschallungssystem, das neben guter, unaufdringlicher Sprachverständlichkeit die Emotionsziele der Darbietungen mit entsprechender Musikalität in möglichst gleicher Abbildung an alle Plätze des Theaters überträgt. Unter Berücksichtigung der baulichen Situation und des Denkmalschutzes ist die Auswahl an Lautsprecher-Geometrien und -größen sowie die mögliche Verortung eingeschränkt. Alle Lautsprecher und Halterungen müssen in Sonderfarben an die jeweilige Position im Zuschauerraum entsprechend dem farblichen und gestalterischen Hintergrund angepasst werden. Katalog-Lösungen sind hier für die Integration ins denkmalgeschützte, optische Gesamtgefüge nicht möglich.
Um die vorgenannten Anforderungen erfüllen zu können wird die Ausführung einer dreistufigen Beschallung vorgesehen.
-
Hauptbeschallungsanlage
mit dezenter Optik fest installiert für den Grundbedarf des Theaters.
-
Ergänzende
Hauptbeschallung für Veranstaltungen mit erhöhtem Pegelreservebedarf und
erhöhtem Musikanteil. Mobil installiert an festverbauten Lastzügen im
Vorbühnenbereich.
-
Kleinteilige
Immersivebeschallung (3D-Audio) für richtungsbezogenes Audio und technische
Nachhallbearbeitung.
Der Einbau der Beschallungsanlage ist in
der Spielzeitpause im Jahr 2026 vorgesehen.
Kosten
Herstellungskosten der vorgenannten Neuanlagen
Bühnentechnik 840.000 €
(mit Bühnenboden,
Prospektlagerklappen,
Hinterbühnenzuganlage,
Vorbühnenzüge)
Bühnenbeleuchtung 630.000 €
Medientechnik/Beschallungsanlage 1.430.000 €
Bauliche Nebenleistungen 44.000 €
Planungskosten ges. 489.000 €
Gesamtsumme 3.433.000 €
Da es sich bei den Maßnahmen im Stadttheater um Fördermaßnahmen handelt, ist es geplant, vorbehaltlich der Freigabe der Projektgenehmigung, den Förderantrag unmittelbar bei der Regierung von Mittelfranken einzureichen.
Gleichzeitig soll der vorzeitige Baubeginn beantragt werden.
Zeitplan
Die Umsetzung der aufgeführten Maßnahmen zur Erneuerung der bühnentechnischen Anlagen soll in der verlängerten Spielzeitpause 2026 und in der Spielzeitpause 2027 erfolgen.
Aufgrund der sehr eingegrenzten Bauzeit in den Spielzeitpausen ist eine zügige Projektbearbeitung unumgänglich. Dies erforderte eine Weiterbeauftragung der Planung in der sitzungsfreien Zeit.
Finanzierung:
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Finanzielle Auswirkungen |
jährliche Folgelasten |
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nein |
X |
ja |
Gesamtkosten |
€ |
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nein |
X |
ja |
10.000,- € |
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Veranschlagung im Haushalt
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X |
nein |
X |
ja |
HHSt s. unten |
Budget-Nr. |
im |
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Vwhh |
X |
Vmhh |
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wenn nein,
Deckungsvorschlag:
Veranschlagung im Haushalt
bei HHSt. 3311.9404.0000, insgesamt 210.000, €.
Die zusätzlich
erforderlichen Mittel in Höhe von 3.223.000 € werden über die MIP beantragt. |
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- Dringliche Anordnung (unterzeichnet)
- Zusammenstellung zur Mittelbereitstellung
- Erläuterungsbericht -Fachplanung Bühnentechnik
