Der Ausschuss nimmt vom Vortrag Kenntnis.
Der Träger hat eine Zuschusserhöhung in Höhe von 13.400 € (Erhöhung von bisher 188.600 € auf 202.000 €) beantragt. Die Anpassung wurde aufgrund tariflicher Abschlüsse und Sachkostensteigerungen plausibel dargelegt. Eine Ausweitung des Angebots ist mit der Kostensteigerung nicht verbunden.
Bedeutung des Projekts HIPPY der Arbeiterwohlfahrt Fürth
Das Projekt HIPPY (Home Instruction for Parents of Preschool Youngsters) der Arbeiterwohlfahrt Fürth ist ein seit vielen Jahren etabliertes und bundesweit anerkanntes frühpädagogisches Förderprogramm. Es richtet sich insbesondere an Familien mit Migrationsgeschichte und unterstützt Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren gezielt beim Übergang in die Schule.
Herzstück des Programms sind regelmäßige Hausbesuche durch geschulte, oft muttersprachliche Hausbesucherinnen sowie pädagogische Fachkräfte, die sowohl die Kinder als auch die Eltern anleiten, fördern und begleiten. HIPPY verbindet auf einzigartige Weise frühkindliche Sprach- und Lernförderung, Elternbildung, soziale Integration und Familienunterstützung.
Durch seine direkte Arbeit im familiären Alltag erreicht es Zielgruppen, die von klassischen Einrichtungen häufig nur schwer angesprochen werden können. Für die Stadt Fürth stellt HIPPY damit ein zentral wichtiges präventives Angebot dar, das Chancengleichheit stärkt, Bildungsbenachteiligung reduziert und die Grundlage für gelingende schulische und soziale Entwicklungswege legt.
Frage 1
Auswirkungen einer Unterfinanzierung
Aus Sicht des Jugendamtes hätte eine Nicht-Erhöhung des
Zuschusses für das Projekt HIPPY folgende Folgen für die frühe Unterstützung
von Familien mit Migrationsgeschichte in Fürth:
·
Reduzierung
der Teilnahmeplätze:
Ohne die beantragte Erhöhung kann das bisherige Platzkontingent nicht gehalten
werden. Dadurch würden deutlich weniger Kinder im Alter von 4–6 Jahren vor
Schuleintritt erreicht.
·
Einschränkung
der Hausbesuche:
Hausbesuche sind das Herzstück des Projektes, da sie Vertrauensaufbau,
alltagsnahe Anleitung der Eltern und eine direkte Beobachtung kindlicher
Entwicklungsbedarfe ermöglichen. Eine unzureichende Finanzierung würde die
Besuchsfrequenz oder den Personaleinsatz reduzieren und somit die Qualität
mindern.
·
Gefährdung
eines erfolgreichen Integrationsangebotes:
Da HIPPY über die gemeinsame Familiensprache arbeitet, wirkt es stark
integrationsfördernd. Ein fehlender Zuschuss würde diesen Beitrag zur
gesellschaftlichen Teilhabe schwächen.
·
Abbau
pädagogischer Angebote:
Das Projekt bietet ein ausgewogenes, wissenschaftlich fundiertes Lernprogramm
zur frühkindlichen Sprachbildung, Kognition, Motorik und sozial-emotionalen
Entwicklung. Ohne Erhöhung müssten Programmbausteine reduziert oder gestrichen
werden.
·
Risikofaktor
für die Kontinuität des Projektstandortes Fürth:
Der Standort gehört bundesweit zu den etablierten mittelgroßen HIPPY-Standorten
mit hoher fachlicher Qualität. Eine Unterfinanzierung gefährdet die
Projektstabilität und die über Jahre aufgebaute Expertise.
·
Mehrbelastung
anderer Hilfesysteme:
Wenn Kinder weniger gut sprachlich und sozial auf die Schule vorbereitet sind,
steigt der Unterstützungsbedarf in Kitas, Grundschulen und ggf. im Bereich der
Hilfen zur Erziehung. Ein funktionierendes Präventionsprojekt wie HIPPY spart
hier langfristig Kosten und Ressourcen.
Frage 2
Einschätzung der Bedeutung des Projekts HIPPY für die frühkindliche Sprach- und Bildungsförderung in Fürth
Die Verwaltung bewertet das Projekt HIPPY als ein zentrales,
bewährtes und hochwirksames Präventionsangebot für die frühkindliche Sprach-,
Bildungs- und Sozialförderung in Fürth:
·
Niedrigschwellige
Förderung direkt in den Familien:
HIPPY setzt im häuslichen Umfeld an und erreicht damit Zielgruppen, die
klassische Kita- oder Beratungsangebote oft nicht wahrnehmen. Dies ist
besonders für Familien mit Migrationsgeschichte oder sozialen Belastungen
bedeutsam.
·
Sprachförderung
und Schulvorbereitung im Alltag:
Das Programm arbeitet mit strukturierten Materialien, die Eltern anleiten, ihre
Kinder beim Lernen zu unterstützen. So werden Sprachkompetenz, Konzentration,
frühe Fähigkeiten und Lernfreude systematisch gefördert.
·
Stärkung
der Elternkompetenz:
Eltern werden befähigt, ihren Kindern Sicherheit, Lerngelegenheiten und
verlässliche Strukturen zu bieten. Die Elternrollen (insbesondere der
erziehenden Mütter) werden gestärkt – ein zentraler Baustein nachhaltiger
Bildungsprozesse.
·
Sozial-emotionale
Förderung und Integration:
Die muttersprachlichen Hausbesucherinnen schaffen Vertrauen, erleichtern
Zugänge und fördern gesellschaftliche Teilhabe insbesondere auch in
patriarchalisch geprägten Rollenbildern. Familien werden an das deutsche
Bildungs- und Unterstützungssystem herangeführt.
·
Langjährige
Verankerung und hohe Wirksamkeit:
Der Fürther Standort ist über Jahre kontinuierlich gewachsen, hat
Qualitätsstandards etabliert und ist das Aushängeschild der präventiven
Jugendhilfe in Fürth. Schulen und Kindertageseinrichtungen bestätigen die
zuverlässige Vorbereitung der Kinder auf den Schuleintritt.
·
Prävention
vor Intervention:
Durch frühzeitige Förderung werden mögliche Entwicklungsrisiken abgefedert –
und damit spätere kostenintensive Hilfemaßnahmen reduziert.
Zusammenfassung
Aus Sicht des Jugendamtes ist HIPPY ein „Leuchtturmprojekt“ der kommunalen Familien- und
Integrationsförderung der Stadt Fürth und ein unverzichtbares Angebot im
Übergang zwischen Kindergarten und Grundschule. Der Träger hat die
Kostensteigerung plausibel begründet.
Finanzierung:
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Finanzielle Auswirkungen |
jährliche Folgelasten |
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x |
nein |
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ja |
Gesamtkosten |
€ |
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nein |
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ja |
€ |
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Veranschlagung im Haushalt
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nein |
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ja |
Hst. |
Budget-Nr. |
im |
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Vwhh |
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Vmhh |
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wenn nein,
Deckungsvorschlag: |
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