Betreff
Vorlage zum Antrag der Stadtratsgruppe DIE LINKE vom 11.11.2025 - HIPPY-Programm "Fit für die Schule"
Vorlage
JgA/0763/2025
Art
Beschlussvorlage - SB

Der Ausschuss nimmt vom Vortrag Kenntnis.


Der Träger hat eine Zuschusserhöhung in Höhe von 13.400 € (Erhöhung von bisher 188.600 € auf    202.000 €) beantragt. Die Anpassung wurde aufgrund tariflicher Abschlüsse und Sachkostensteigerungen plausibel dargelegt. Eine Ausweitung des Angebots ist mit der Kostensteigerung nicht verbunden.

Bedeutung des Projekts HIPPY der Arbeiterwohlfahrt Fürth

Das Projekt HIPPY (Home Instruction for Parents of Preschool Youngsters) der Arbeiterwohlfahrt Fürth ist ein seit vielen Jahren etabliertes und bundesweit anerkanntes frühpädagogisches Förderprogramm. Es richtet sich insbesondere an Familien mit Migrationsgeschichte und unterstützt Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren gezielt beim Übergang in die Schule.

Herzstück des Programms sind regelmäßige Hausbesuche durch geschulte, oft muttersprachliche Hausbesucherinnen sowie pädagogische Fachkräfte, die sowohl die Kinder als auch die Eltern anleiten, fördern und begleiten. HIPPY verbindet auf einzigartige Weise frühkindliche Sprach- und Lernförderung, Elternbildung, soziale Integration und Familienunterstützung.

Durch seine direkte Arbeit im familiären Alltag erreicht es Zielgruppen, die von klassischen Einrichtungen häufig nur schwer angesprochen werden können. Für die Stadt Fürth stellt HIPPY damit ein zentral wichtiges präventives Angebot dar, das Chancengleichheit stärkt, Bildungsbenachteiligung reduziert und die Grundlage für gelingende schulische und soziale Entwicklungswege legt.

Frage 1

Auswirkungen einer Unterfinanzierung

Aus Sicht des Jugendamtes hätte eine Nicht-Erhöhung des Zuschusses für das Projekt HIPPY folgende Folgen für die frühe Unterstützung von Familien mit Migrationsgeschichte in Fürth:

·         Reduzierung der Teilnahmeplätze:
Ohne die beantragte Erhöhung kann das bisherige Platzkontingent nicht gehalten werden. Dadurch würden deutlich weniger Kinder im Alter von 4–6 Jahren vor Schuleintritt erreicht.

·         Einschränkung der Hausbesuche:
Hausbesuche sind das Herzstück des Projektes, da sie Vertrauensaufbau, alltagsnahe Anleitung der Eltern und eine direkte Beobachtung kindlicher Entwicklungsbedarfe ermöglichen. Eine unzureichende Finanzierung würde die Besuchsfrequenz oder den Personaleinsatz reduzieren und somit die Qualität mindern.

·         Gefährdung eines erfolgreichen Integrationsangebotes:
Da HIPPY über die gemeinsame Familiensprache arbeitet, wirkt es stark integrationsfördernd. Ein fehlender Zuschuss würde diesen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe schwächen.

·         Abbau pädagogischer Angebote:
Das Projekt bietet ein ausgewogenes, wissenschaftlich fundiertes Lernprogramm zur frühkindlichen Sprachbildung, Kognition, Motorik und sozial-emotionalen Entwicklung. Ohne Erhöhung müssten Programmbausteine reduziert oder gestrichen werden.

·         Risikofaktor für die Kontinuität des Projektstandortes Fürth:
Der Standort gehört bundesweit zu den etablierten mittelgroßen HIPPY-Standorten mit hoher fachlicher Qualität. Eine Unterfinanzierung gefährdet die Projektstabilität und die über Jahre aufgebaute Expertise.

·         Mehrbelastung anderer Hilfesysteme:
Wenn Kinder weniger gut sprachlich und sozial auf die Schule vorbereitet sind, steigt der Unterstützungsbedarf in Kitas, Grundschulen und ggf. im Bereich der Hilfen zur Erziehung. Ein funktionierendes Präventionsprojekt wie HIPPY spart hier langfristig Kosten und Ressourcen.

Frage 2

Einschätzung der Bedeutung des Projekts HIPPY für die frühkindliche Sprach- und Bildungsförderung in Fürth

Die Verwaltung bewertet das Projekt HIPPY als ein zentrales, bewährtes und hochwirksames Präventionsangebot für die frühkindliche Sprach-, Bildungs- und Sozialförderung in Fürth:

·         Niedrigschwellige Förderung direkt in den Familien:
HIPPY setzt im häuslichen Umfeld an und erreicht damit Zielgruppen, die klassische Kita- oder Beratungsangebote oft nicht wahrnehmen. Dies ist besonders für Familien mit Migrationsgeschichte oder sozialen Belastungen bedeutsam.

·         Sprachförderung und Schulvorbereitung im Alltag:
Das Programm arbeitet mit strukturierten Materialien, die Eltern anleiten, ihre Kinder beim Lernen zu unterstützen. So werden Sprachkompetenz, Konzentration, frühe Fähigkeiten und Lernfreude systematisch gefördert.

·         Stärkung der Elternkompetenz:
Eltern werden befähigt, ihren Kindern Sicherheit, Lerngelegenheiten und verlässliche Strukturen zu bieten. Die Elternrollen (insbesondere der erziehenden Mütter) werden gestärkt – ein zentraler Baustein nachhaltiger Bildungsprozesse.

·         Sozial-emotionale Förderung und Integration:
Die muttersprachlichen Hausbesucherinnen schaffen Vertrauen, erleichtern Zugänge und fördern gesellschaftliche Teilhabe insbesondere auch in patriarchalisch geprägten Rollenbildern. Familien werden an das deutsche Bildungs- und Unterstützungssystem herangeführt.

·         Langjährige Verankerung und hohe Wirksamkeit:
Der Fürther Standort ist über Jahre kontinuierlich gewachsen, hat Qualitätsstandards etabliert und ist das Aushängeschild der präventiven Jugendhilfe in Fürth. Schulen und Kindertageseinrichtungen bestätigen die zuverlässige Vorbereitung der Kinder auf den Schuleintritt.

·         Prävention vor Intervention:
Durch frühzeitige Förderung werden mögliche Entwicklungsrisiken abgefedert – und damit spätere kostenintensive Hilfemaßnahmen reduziert.

Zusammenfassung

Aus Sicht des Jugendamtes ist HIPPY ein „Leuchtturmprojekt“ der kommunalen Familien- und Integrationsförderung der Stadt Fürth und ein unverzichtbares Angebot im Übergang zwischen Kindergarten und Grundschule. Der Träger hat die Kostensteigerung plausibel begründet.

  FormularbeginnFormularende


Finanzierung:

Finanzielle Auswirkungen

jährliche Folgelasten

x

nein

ja

Gesamtkosten

     

nein

ja

     

Veranschlagung im Haushalt

nein

ja

Hst.      

Budget-Nr.      

im

Vwhh

Vmhh

wenn nein, Deckungsvorschlag: