Betreff
Jugendwerkstatt Erlangen: Förderung von Ausbildungsplätzen für junge Menschen aus Fürth
Vorlage
JgA/0787/2026
Art
Beschlussvorlage - SB

Der AJJ nimmt vom Vortrag des Trägers Kenntnis und empfiehlt, mittels der vorgeschlagenen finanziellen Förderung die regelmäßige Verfügbarkeit von drei Ausbildungsplätzen für junge Menschen aus dem Stadtgebiet Fürth zu sichern.

Der Finanz- und Verwaltungsausschuss der Stadt Fürth bewilligt die jährliche Förderung von drei Ausbildungsplätzen in der Jugendwerkstatt der Diakonie Erlangen unter Trägerschaft der Stadtmission Nürnberg zum Wohle von jungen Menschen mit Wohnsitz in Fürth, zum aktuell kalkulierten Fördersatz von 1.450,- € monatlich pro belegtem Platz (maximaler Jahresförderbetrag 52.200,- €). Der Beschluss umfasst zunächst den Zeitraum Juli 2026 bis 31.12.2029. Eine Evaluierung als Grundlage einer eventuellen Fortsetzung soll bis spätestens 31.03.2029 erfolgen.


Ein wesentlicher Baustein in der Jugendhilfe ist die Berufshilfe, um jungen Menschen den Zu-gang zum Arbeitsmarkt -und somit den Weg zu einem selbstbestimmten Leben- zu ermöglichen.

Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien fördert seit langem entsprechende Maßnahmen, wobei sich hier -mit langer Tradition- vor allem der Träger Arche gGmbH sehr große Verdienste erworben hat.

Viele der Aktivitäten der Arche laufen -teils in aktualisierter Form und mit neuem Fokus (u. a. Bereich Pflege) - mit verschiedenen Kooperationspartnern weiter – während sich im Bereich ei-niger traditioneller Berufe (z. B. Schreinerhandwerk) die Arche gerade in einer Umstrukturierung- / Neuordnungsphase befindet.

Dies führt dazu, dass dem Träger Arche in den nächsten Jahren, die in den Vorjahren gewährten Struktur- und Projektfördermittel nicht im -nach Beschlusslage- maximal möglichen Umfang zu gewähren sein werden. Es sind nach heutigem Kalkulationsstand demnach jährlich Mittel von ca. 60.000,- € bis 80.000,- € frei. 

Bezüglich des leider weggefallenen Angebots der Kinderarche im Bereich der Schreinerausbildung ergab sich für junge Menschen aus Fürth bereits seit einigen Jahren die Möglichkeit, Plätze im bewährten und erfolgreichen Angebot der Jugendwerkstatt Erlangen (Träger Stadtmission Nürnberg) zu belegen.

Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien ist der Diakonie Erlangen und ihrem übergeordneten Träger dafür dankbar, dass -wie das beigefügte Diagramm zeigt- seit 2023 bereits durchschnittlich 3 Jugendliche aus Fürth ohne jegliche finanzielle Förderung (quasi in „Vorleistung“) ausgebildet wurden.

Um kostendeckend arbeiten zu können und das Angebot dauerhaft für Fürther Jugendliche zu sichern, wurde durch den Träger im Dezember 2025 ein Förderantrag gestellt.

Aus den inzwischen vorgelegten Unterlagen ergibt sich, dass pro Ausbildungsplatz eine monatliche Deckungslücke von 1.450,- € verbleibt, die der Träger im Rahmen von Kooperationsvereinbarungen (mit dem Jobcenter Erlangen und anderen regionalen Jugendämtern wie z. B. aus Schwabach und dem Nürnberger Land) schließen muss.

Die Kalkulation wurde vorgelegt, geprüft und ist nachvollziehbar. Die Jugendwerkstatt hat bei den Abschlussprüfungen der betreuten jungen Menschen und deren Überführung in den ersten Arbeitsmarkt eine sehr gute Erfolgsbilanz. Eine Sicherung des Angebots für jährlich bis zu drei Fürther Jugendliche erscheint von daher sehr erstrebenswert.

In den Vorgesprächen hat man sich auf einen Fördermodus verständigt, der sicherstellt, dass auch nur Mittel für Plätze und Monate fließen, in denen nachweislich ein junger Mensch mit Wohnsitz in Fürth betreut wurde. Auf dieser Basis beträgt somit die maximal mögliche Fördersumme jährlich 52.200,- €. Der reale Betrag kann aber -z. B. bei Abbrüchen auch deutlich darunter liegen.

Eine Evaluation der geförderten Maßnahmen bis spätestens März 2029 soll eine gute Entschei-dungsgrundlage über den 31.12.2029 hinaus liefern. Denkbar sind z. B. auch Projektförderungen durch das Jobcenter Fürth oder andere Fördergeber. Zusammenarbeit/Zuführung u. a. mit/durch die Berufsberatung von ELAN etc. sind angedacht – auch Wachstums- oder Veränderungsszenarien sind vorstellbar - und werden entsprechend evaluiert und geplant werden.

Die Finanzierung des aktuellen Förderzeitraums kann -wie geschildert- komplett aus umge-schichteten bereits eingeplanten Mitteln erfolgen. Insgesamt kommt es zunächst im Bereich der Berufshilfe dennoch zu Netto-Einsparungen – das JgA bemüht sich, gemeinsam mit den Trä-gern, um ein zeitgemäßes und ausreichendes Angebotsportfolio – wofür dann ggfs. in Zukunft auch wieder erhöhte Mittel erforderlich werden könnten.

Einen ersten Zwischenbericht im AJJ zum Fortgang des Projekts hat das JgA für das Frühjahr 2028 vorgesehen – wenn das Ausbildungsjahr 2027 abgeschlossen und ausgewertet sein wird.


Finanzierung:

Finanzielle Auswirkungen

jährliche Folgelasten

nein

x

ja

Gesamtkosten

52.200

nein

x

ja

52.200

Veranschlagung im Haushalt

nein

x

ja

Hst. 4521.7090 (Kompensation siehe Sachverhalt)

Budget-Nr. 51150

im

Vwhh

Vmhh

wenn nein, Deckungsvorschlag:


Belegungsstatistik und Kalkulation