Beschlussvorschlag:
1.
Der Bau- und
Werkausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.
2.
Der Bau- und
Werkausschuss beauftragt die Verwaltung, eine Vorplanung für die Maßnahmen Helmplatz, Löwenplatz und Grüne Achse als
Maßnahmen aus der Liste der Entsiegelungsvorschläge zu erarbeiten
(Arbeitsprogramm des Stadtplanungsamtes/Abteilung Bauleitplanung und
städtebauliche Gestaltung 2027).
3.
Der Bau- und
Werkausschuss beauftragt die Verwaltung im Rahmen der verfügbaren, personellen
Ressourcen und sofern Projekte aus 2.(Priorität) zügiger abgearbeitet werden
können oder aus sonstigen Gründen nicht weiterverfolgt werden können,
Vorplanungen für die ausgewählten Maßnahmen Meckstraße, Benno-Meyer-Straße,
Ludwigstraße, Fichtenstraße und Berlinstraße zu erstellen.
4.
Ausgangslage
Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sind dem Aufruf des Oberbürgermeisters auf der Homepage der Stadt Fürth gefolgt und haben konkrete Vorschläge für Entsiegelungen und Baumpflanzungen im gesamten Stadtgebiet eingesendet. Die Vorschläge betreffen zumeist Begrünungs- und Entsiegelungsmaßnahmen von ganzen Straßenzügen und Plätzen, in wenigen Fällen sind kleinere Einzelmaßnahmen genannt. Ein Großteil der Ideen betrifft Bereiche der Innenstadt, der Oststadt und der Südstadt. Hier werden die meisten Defizite gesehen. Einige Vorschläge wurden auch für den Bereich der Hardhöhe gemacht (s. Übersichtsplan, Anlage 2).
Als erster Schritt wurden die Vorschläge vom Stadtplanungsamt (Abteilung Bauleitplanung und städtebauliche Gestaltung) vorgeprüft, sortiert und eine Übersichtskarte erstellt. Auf dieser Basis wurde eine Instruktion der eingegangenen Vorschläge durchgeführt.
Von den beteiligten Dienststellen gingen verschiedene Hinweise zu den jeweiligen Belangen sowie die Leitungspläne ein. Die grundlegenden Anmerkungen der Dienststellen im Baureferat (SpA, GrfA, Vpl und TfA), die einer Priorisierung oder Bewertung der Maßnahmen dienen, wurden zusammengefasst und als Fazit in die Liste der Entsiegelungsvorschläge (s. Tabelle, Anlage 1) aufgenommen. Die weiteren Ergebnisse der Instruktion (bes. Leitungspläne) werden als Grundlage für weitergehende Planungen verwendet.
Die eingegangenen Vorschläge sollen hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit überprüft und wie vorgeschlagen ausgearbeitet werden. Maßnahmen, die sich als sinnvoll und umsetzbar erweisen, sollen schrittweise konkretisiert und im Rahmen der personellen und finanziellen Möglichkeiten sukzessive umgesetzt werden. Im Einzelnen:
I.
„Sofortmaßnahmen“
Pflanzmaßnahmen für 2026 vorgesehen
Folgende Vorschläge der Umfrage sind nach Auskunft der
Dienststellen bereits 2026 zur Umsetzung vorgesehen:
Holzstraße Weiterführung
der Baumpflanzungen auf dem Gehweg 2026 geplant (BWA-Beschluss 11.02.2026)
Fußgängerzone Ersatzpflanzung
für fehlenden Baum Hallstraße im Herbst 2026
Hirschenstraße Südende 3
Baumpflanzungen im Herbst 2026 vorgesehen
II.
Maßnahmen,
die im Bereich bereits vorgesehener bzw. beschlossener Planungen / Konzepte
liegen
Folgende Maßnahmen liegen im Bereich bereits beschlossener
Planungen, Konzepte bzw. laufender Bauvorhaben und sind in diesem Zusammenhang
zur Realisierung vorgesehen, teilweise liegen erste Planungen vor:
Helmplatz Ideenwettbewerb
Pegnitzquartier:
Umsetzung der Neugestaltung der Straßen und Plätze im Bereich Pegnitzquartier
ist bereits vorgesehen, Realisierung nach Fortgang der angrenzenden
Hochbaumaßnahmen vorgesehen
(BsG ab 2026, s. Arbeitsprogramm BWA-Beschluss Juni 2026)
Bahnhofsvorplatz Erste Abstimmungsrunden und
Ideensammlung liegen bereits vor.
Stiftungsstraße Planung
erfolgt derzeit im Rahmen der Baumaßnahme Stiftungsaltenheim
Fürther Freiheit Baumpflanzungen im Randbereich
geplant und beschlossen, (GrfA)
Ergänzungsplanung
der Fahrbahn bis zum Parkplatz folgt seitens Vpl
Vacher Markt Rotdornstraße
Buswendeschleife (BWA 2015); im Rahmen des Neubaus FF Vach und der
Gesamtnetzüberplanung des Busverkehrs möglich.
III.
Maßnahmen,
die zur Planung und Umsetzung vorgesehen sind (Auswahl Verwaltung):
Folgende Maßnahmen
wurden bereits aufgrund ihrer hohen städtebaulichen Bedeutung und / oder ihrem
sehr hohen Entsiegelungspotenzial zur zeitnahen Umsetzung ausgewählt:
Plätze mit hoher
Versiegelung und hoher städtebaulicher Relevanz, z.T. Mehrfachnennung der
Bürgerinnen und Bürger
Xylokastroplatz Beauftragung
an externes Büro durch GrfA
erfolgt derzeit
Marmarisplatz Beauftragung an externes Büro durch GrfA erfolgt derzeit
Löwenplatz
Vorplanung
BsG (BWA-Beschluss Juni 2026 u. Arbeitsprogramm SpA/BsG)
Straßen mit
hoher Frequenz und / oder hohem Versiegelungsgrad:
Ludwigstraße südl.
Bereich (Planung lt. Vorlage GrfA 11.02.2026, Umsetzung 2027 und 2028
vorgesehen)
Fichtenstraße
(Planung lt. Vorlage GrfA 11.02.2026, Umsetzung 2027 und 2028 vorgesehen)
Grüne
Achse:-Teilabschnitt Amalienstraße – Ecke Benditstraße (BsG s. Arbeitsprogramm BWA Juni 2026)
IV.
Straßen,
die kurzfristig aufgrund ihres (schlechten) Zustands und großen Querschnitts
zur Neuplanung mit Bäumen geeignet sind (Auswahl Verwaltung):
Einige Vorschläge
der Umfrage erfüllen zudem nach den ersten Ergebnissen aus der Instruktion
wesentliche Kriterien für eine zeitnahe Umsetzung der Maßnahme:
·
Schlechter
Straßenzustand, Belag verbraucht, Erneuerung zeitnah erforderlich
·
Straßenquerschnitt
ausreichend für die Ergänzung der vorhandenen Parkstreifen durch
Baumpflanzungen, vorhandene Gehwege, Fahrbahn und Parkstreifen weisen die
erforderlichen Breiten auf
·
Lage
in dem Bereich, der nach Klimaanpassungskonzept im Belastungsraum liegt und für
den Handlungsbedarf erforderlich ist
·
Aktuell
kein Baumbestand vorhanden
Es werden daher
neben den o.g. Maßnahmen folgende Entsiegelungsmaßnahmen und
Straßenneugestaltungen zur zeitnahen Umsetzung vorgeschlagen, die die genannten
Voraussetzungen erfüllen:
·
Meckstraße
(Oststadt)
·
Benno-Mayer-Straße
(Südstadt)
·
Fichtenstraße
evtl. nur Teilbereich (Abstimmung mit GrfA erfolgt, s.
Maßnahmen Pkt. III)
·
Ludwigstraße
evtl. nur südlicher Teilbereich (Abstimmung mit
GrfA erfolgt, s. Maßnahmen Pkt. III), nördlicher Bereich (Ausgang Bahnhof) ggf.
mit gesonderter Planung und Neugestaltung der Straßenquerschnitte
·
Einmündung
Berlinstraße (Stiftungsstraße) - Hardstraße (Weststadt)
Entsiegelung des abgesperrten
Teilabschnitts der Straße bis zur Umplanung und Neugestaltung des gesamten
Kreuzungsbereiches durch Vpl (für 2026 vorgesehen) und temporäre Begrünung der
Fläche („Pop-Up-Fläche“)
Weiteres Vorgehen zur
Umsetzung der Vorschläge bzw. weiterer Entsiegelungsmaßnahmen
Die vorgeschlagenen Straßen und Plätze unterscheiden sich besonders im Hinblick auf den jeweiligen baulichen Erhaltungszustand, den vorhandenen Straßenquerschnitt und die Lage und städtebauliche Bedeutung im Stadtgebiet. Aus den Stellungnahmen der beteiligten Dienststellen im Instruktionsverfahren ergaben sich noch keine ausreichenden Anhaltspunkte für eine über die o.g. Maßnahmen hinausgehende weitere Priorisierung bei der Umsetzung der Maßnahmen (keine Hinweise auf ohnehin geplante Maßnahmen der Beteiligten). Für den Umgang mit der Planung und Priorisierung der weiteren Entsiegelungs- und Begrünungsmaßnahmen wird daher folgendes Vorgehen vorgeschlagen:
Maßnahmenkatalog erweitern
Die eingegangenen Vorschläge und Wünsche der Umfrage sind aus dem Blickwinkel der einzelnen teilnehmenden Bürger entstanden. Sie stellen exemplarisch sinnvolle und wichtige Beispiele für weitere vergleichbare städtebauliche Situationen zur Begrünung sowie Entsiegelungsmöglichkeiten im Stadtgebiet dar.
Besonders die Bereiche der Innenstadt, Oststadt und Teile der Südstadt, die häufig vorgeschlagen wurden, liegen in stark verdichteten Gebieten mit hoher Versiegelung, erhöhter Wärmebelastung und wenig Grün im öffentlichen Straßenraum. Entsiegelungsmaßnahmen und Durchgrünung sind als wesentliche Maßnahmen in diesen Bereichen erforderlich, um ein gesundes Wohnumfeld bei zunehmender Erwärmung zu gewährleisten.
Es wird daher vorgeschlagen, die Liste der Vorschläge der Bürgerumfrage weiterzuführen und durch weitere potenzielle Maßnahmen in einem Maßnahmenkatalog zu ergänzen. Der Schwerpunkt sollte dabei auf Bereichen liegen, die auch in der Stadtklimaanalyse als Räume mir erhöhter Belastung ermittelt wurden. Die Ergebnisse der Stadtklimaanalyse werden Juli in den zuständigen Ausschüssen vorgestellt.
Steckbriefe erstellen
Für die Maßnahmen des Katalogs soll im nächsten Schritt eine Grundlagenermittlung in Form von „Steckbriefen“ (Angaben zum Straßenzustand, mögliche Entsiegelungsflächen, Querschnitte, Lage im Stadtgebiet, Leitungsbestand, Nutzungskonflikte u.a.) erarbeitet werden, die einer weiteren Festlegung von Prioritäten zur Umsetzung der Maßnahmen dient.
Gleichzeitig sollen die Maßnahmen in ein Gesamtkonzept eingebunden werden:
Freiflächen- und Nachverdichtungskonzept (FUNK)
Im vorgesehenen Freiflächen- und Nachverdichtungskonzept (BWA Beschluss SpA/1256/2025 am 16.07.2025), sollen Straßenzüge identifiziert werden, die als Grünachsen geeignet sind und zusammen mit bestehenden oder geplanten Grünflächen ein übergeordnetes Gesamtkonzept zur Schaffung von klimaregulierenden Grünstrukturen bieten können. Anschließend sollen Gestaltungsvorschläge für eine Auswahl der identifizierten Straßen sowie eine Übersicht zu Maßnahmen erstellt werden. Die Ergebnisse des Konzeptes sollen ebenfalls der Priorisierung der Maßnahmen und gegebenenfalls deren Fördermöglichkeiten dienen.
Darüber hinaus sollte die Ausarbeitung verschiedener ergänzender Konzepte geprüft werden:
Interne Gestaltungsrichtlinie / Gestaltungstypologie zur
Neugestaltung von Straßen im Bestand
Bereits bei einer ersten Überprüfung der vorgeschlagenen Maßnahmen zeigt sich, dass besonders bei Straßen in dicht bebauten Bereichen der vorhandene Querschnitt für eine nachträgliche Begrünung nicht ausreicht. Die Umsetzung der geltenden Richtlinien und Anforderungen an Mindestbreiten von Straßen und Gehwegen, Anleiterzonen und Schleppkurven verhindern ebenso wie die zahlreichen vorhandenen Trassenverlegungen im Untergrund die Pflanzung von Bäumen. Bei einer Neuplanung der Straßen nach aktuellen Anforderungen wäre die Anlage von Grünstreifen mit Bäumen in den meisten Fällen aus Platzgründen nicht möglich oder würde zu einem Wegfall von Parkplätzen führen, was in den Gebieten mit angespannter Parksituation zu Problemen mit Anwohnenden führen wird.
Für diese Straßenzüge ist daher ein Gestaltungskatalog in Abstimmung mit den betroffenen Abteilungen / Dienststellen zu entwickeln, der vertretbare abweichende Mindestbreiten festhält. Auch die Festlegung von abweichenden Abständen zu Leitungen (Kanal, infra, Fernwärme u.a.) bei Einbau von Schutzmaßnahmen muss hier erfolgen.
Bereits in Arbeit befindliche Vereinbarungen zu Unterschreitungen der Abstände und Mindestbreiten sollen als Gesamtkatalog weiter ausgearbeitet werden, um Abläufe zu vereinfachen und zu beschleunigen.
Die Festlegung minimierter Breiten und Anforderungen soll die Umsetzungsmöglichkeiten der notwendigen Begrünung verbessern und mehr Handlungsmöglichkeiten schaffen.
Im Rahmen der
verfügbaren, personellen Ressourcen wird die Erstellung des Maßnahmenkatalogs,
der Steckbriefe und der internen Gestaltungsrichtlinie weiterverfolgt.
Ergänzende Maßnahmen mit privater Unterstützung
Als Ergänzung zur Umsetzung von Entsiegelungsmaßnahmen auf städtischen Flächen durch die Stadt wären Maßnahmen möglich und wünschenswert, die von privaten Initiativen, Vereinen oder BürgerInnen umgesetzt werden. So bieten zum einen auch private Flächen wie Hinterhöfe ein hohes Potenzial für entsiegelbare Flächen. Zum anderen sind engagierte Bürgerinnen und Bürger bereit und motiviert, an Pflanz- oder Entsiegelungsmaßnahmen im öffentlichen Raum mitzuwirken und diese zu betreuen, um ihr Wohnumfeld zu verbessern. Das Förderprogramm „Fürth blüht auf“ kann ggf. intensiviert werden.
Finanzierung:
Derzeit stehen für die Entsiegelungsmaßnahmen noch keine Mittel zur Verfügung. Die Vorplanungen (Helmplatz, Löwenplatz und Grüne Achse) wird das Stadtplanungsamt intern erarbeiten. Hierfür entstehen keine zusätzlichen Kosten. Für die Ausführung werden die Mittel 2028 ff. im Haushalt beantragt.
Finanzierung:
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Finanzielle Auswirkungen |
jährliche Folgelasten |
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x |
nein |
ja |
Gesamtkosten |
€ |
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nein |
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ja |
€ |
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Veranschlagung im Haushalt
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nein |
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ja |
Hst. |
Budget-Nr. |
im |
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Vwhh |
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Vmhh |
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wenn nein,
Deckungsvorschlag: |
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Anlage 1: Tabelle_Entsiegelungsvorschläge Bürgerumfrage
Anlage 2: Übersichtsplan_Entsiegelungsvorschläge Bürgerumfrage
