Betreff
Bericht zu den Entsiegelungsvorschläge der Bürgerinnen und Bürger aus der online Befragung
Vorlage
SpA/1338/2026
Art
Beschlussvorlage - SB

Beschlussvorschlag:

1.             Der Bau- und Werkausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

2.             Der Bau- und Werkausschuss beauftragt die Verwaltung, eine Vorplanung für die Maßnahmen Helmplatz, Löwenplatz und Grüne Achse als Maßnahmen aus der Liste der Entsiegelungsvorschläge zu erarbeiten (Arbeitsprogramm des Stadtplanungsamtes/Abteilung Bauleitplanung und städtebauliche Gestaltung 2027).

3.             Der Bau- und Werkausschuss beauftragt die Verwaltung im Rahmen der verfügbaren, personellen Ressourcen und sofern Projekte aus 2.(Priorität) zügiger abgearbeitet werden können oder aus sonstigen Gründen nicht weiterverfolgt werden können, Vorplanungen für die ausgewählten Maßnahmen Meckstraße, Benno-Meyer-Straße, Ludwigstraße, Fichtenstraße und Berlinstraße zu erstellen.

4.              


Ausgangslage

Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sind dem Aufruf des Oberbürgermeisters auf der Homepage der Stadt Fürth gefolgt und haben konkrete Vorschläge für Entsiegelungen und Baumpflanzungen im gesamten Stadtgebiet eingesendet. Die Vorschläge betreffen zumeist Begrünungs- und Entsiegelungsmaßnahmen von ganzen Straßenzügen und Plätzen, in wenigen Fällen sind kleinere Einzelmaßnahmen genannt. Ein Großteil der Ideen betrifft Bereiche der Innenstadt, der Oststadt und der Südstadt. Hier werden die meisten Defizite gesehen. Einige Vorschläge wurden auch für den Bereich der Hardhöhe gemacht (s. Übersichtsplan, Anlage 2).

Als erster Schritt wurden die Vorschläge vom Stadtplanungsamt (Abteilung Bauleitplanung und städtebauliche Gestaltung) vorgeprüft, sortiert und eine Übersichtskarte erstellt. Auf dieser Basis wurde eine Instruktion der eingegangenen Vorschläge durchgeführt.

Von den beteiligten Dienststellen gingen verschiedene Hinweise zu den jeweiligen Belangen sowie die Leitungspläne ein. Die grundlegenden Anmerkungen der Dienststellen im Baureferat (SpA, GrfA, Vpl und TfA), die einer Priorisierung oder Bewertung der Maßnahmen dienen, wurden zusammengefasst und als Fazit in die Liste der Entsiegelungsvorschläge (s. Tabelle, Anlage 1) aufgenommen. Die weiteren Ergebnisse der Instruktion (bes. Leitungspläne) werden als Grundlage für weitergehende Planungen verwendet.

Die eingegangenen Vorschläge sollen hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit überprüft und wie vorgeschlagen ausgearbeitet werden. Maßnahmen, die sich als sinnvoll und umsetzbar erweisen, sollen schrittweise konkretisiert und im Rahmen der personellen und finanziellen Möglichkeiten sukzessive umgesetzt werden. Im Einzelnen:

I.          „Sofortmaßnahmen“

Pflanzmaßnahmen für 2026 vorgesehen

Folgende Vorschläge der Umfrage sind nach Auskunft der Dienststellen bereits 2026 zur Umsetzung vorgesehen:

Holzstraße                                       Weiterführung der Baumpflanzungen auf dem Gehweg 2026 geplant (BWA-Beschluss 11.02.2026)

Fußgängerzone                              Ersatzpflanzung für fehlenden Baum Hallstraße im Herbst 2026

Hirschenstraße Südende          3 Baumpflanzungen im Herbst 2026 vorgesehen

 

II.         Maßnahmen, die im Bereich bereits vorgesehener bzw. beschlossener Planungen / Konzepte liegen

Folgende Maßnahmen liegen im Bereich bereits beschlossener Planungen, Konzepte bzw. laufender Bauvorhaben und sind in diesem Zusammenhang zur Realisierung vorgesehen, teilweise liegen erste Planungen vor:

Helmplatz                         Ideenwettbewerb Pegnitzquartier:
Umsetzung der Neugestaltung der Straßen und Plätze im Bereich Pegnitzquartier ist bereits vorgesehen, Realisierung nach Fortgang der angrenzenden Hochbaumaßnahmen vorgesehen
(BsG ab 2026, s. Arbeitsprogramm BWA-Beschluss Juni 2026)

Bahnhofsvorplatz          Erste Abstimmungsrunden und Ideensammlung liegen bereits vor.

Stiftungsstraße               Planung erfolgt derzeit im Rahmen der Baumaßnahme Stiftungsaltenheim

Fürther Freiheit               Baumpflanzungen im Randbereich geplant und beschlossen, (GrfA)

                                               Ergänzungsplanung der Fahrbahn bis zum Parkplatz folgt seitens Vpl

Vacher Markt                                   Rotdornstraße Buswendeschleife (BWA 2015); im Rahmen des Neubaus FF Vach und der Gesamtnetzüberplanung des Busverkehrs möglich.

III.        Maßnahmen, die zur Planung und Umsetzung vorgesehen sind (Auswahl Verwaltung):

Folgende Maßnahmen wurden bereits aufgrund ihrer hohen städtebaulichen Bedeutung und / oder ihrem sehr hohen Entsiegelungspotenzial zur zeitnahen Umsetzung ausgewählt:

Plätze mit hoher Versiegelung und hoher städtebaulicher Relevanz, z.T. Mehrfachnennung der Bürgerinnen und Bürger

Xylokastroplatz               Beauftragung an externes Büro durch GrfA erfolgt derzeit

Marmarisplatz Beauftragung an externes Büro durch GrfA erfolgt derzeit

Löwenplatz                       Vorplanung BsG (BWA-Beschluss Juni 2026 u. Arbeitsprogramm SpA/BsG)

Straßen mit hoher Frequenz und / oder hohem Versiegelungsgrad:

Ludwigstraße südl. Bereich (Planung lt. Vorlage GrfA 11.02.2026, Umsetzung 2027 und 2028 vorgesehen)

Fichtenstraße (Planung lt. Vorlage GrfA 11.02.2026, Umsetzung 2027 und 2028 vorgesehen)

Grüne Achse:-Teilabschnitt Amalienstraße – Ecke Benditstraße         (BsG s. Arbeitsprogramm BWA Juni 2026)

IV.       Straßen, die kurzfristig aufgrund ihres (schlechten) Zustands und großen Querschnitts zur Neuplanung mit Bäumen geeignet sind (Auswahl Verwaltung):

Einige Vorschläge der Umfrage erfüllen zudem nach den ersten Ergebnissen aus der Instruktion wesentliche Kriterien für eine zeitnahe Umsetzung der Maßnahme:

·         Schlechter Straßenzustand, Belag verbraucht, Erneuerung zeitnah erforderlich

·         Straßenquerschnitt ausreichend für die Ergänzung der vorhandenen Parkstreifen durch Baumpflanzungen, vorhandene Gehwege, Fahrbahn und Parkstreifen weisen die erforderlichen Breiten auf

·         Lage in dem Bereich, der nach Klimaanpassungskonzept im Belastungsraum liegt und für den Handlungsbedarf erforderlich ist

·         Aktuell kein Baumbestand vorhanden

Es werden daher neben den o.g. Maßnahmen folgende Entsiegelungsmaßnahmen und Straßenneugestaltungen zur zeitnahen Umsetzung vorgeschlagen, die die genannten Voraussetzungen erfüllen:

·         Meckstraße (Oststadt)

·         Benno-Mayer-Straße (Südstadt)

·         Fichtenstraße evtl. nur Teilbereich (Abstimmung mit GrfA erfolgt, s. Maßnahmen Pkt. III)

·         Ludwigstraße evtl. nur südlicher Teilbereich (Abstimmung mit GrfA erfolgt, s. Maßnahmen Pkt. III), nördlicher Bereich (Ausgang Bahnhof) ggf. mit gesonderter Planung und Neugestaltung der Straßenquerschnitte

·         Einmündung Berlinstraße (Stiftungsstraße) - Hardstraße (Weststadt)
Entsiegelung des abgesperrten Teilabschnitts der Straße bis zur Umplanung und Neugestaltung des gesamten Kreuzungsbereiches durch Vpl (für 2026 vorgesehen) und temporäre Begrünung der Fläche („Pop-Up-Fläche“)

Weiteres Vorgehen zur Umsetzung der Vorschläge bzw. weiterer Entsiegelungsmaßnahmen

Die vorgeschlagenen Straßen und Plätze unterscheiden sich besonders im Hinblick auf den jeweiligen baulichen Erhaltungszustand, den vorhandenen Straßenquerschnitt und die Lage und städtebauliche Bedeutung im Stadtgebiet. Aus den Stellungnahmen der beteiligten Dienststellen im Instruktionsverfahren ergaben sich noch keine ausreichenden Anhaltspunkte für eine über die o.g. Maßnahmen hinausgehende weitere Priorisierung bei der Umsetzung der Maßnahmen (keine Hinweise auf ohnehin geplante Maßnahmen der Beteiligten). Für den Umgang mit der Planung und Priorisierung der weiteren Entsiegelungs- und Begrünungsmaßnahmen wird daher folgendes Vorgehen vorgeschlagen:

Maßnahmenkatalog erweitern

Die eingegangenen Vorschläge und Wünsche der Umfrage sind aus dem Blickwinkel der einzelnen teilnehmenden Bürger entstanden. Sie stellen exemplarisch sinnvolle und wichtige Beispiele für weitere vergleichbare städtebauliche Situationen zur Begrünung sowie Entsiegelungsmöglichkeiten im Stadtgebiet dar.

Besonders die Bereiche der Innenstadt, Oststadt und Teile der Südstadt, die häufig vorgeschlagen wurden, liegen in stark verdichteten Gebieten mit hoher Versiegelung, erhöhter Wärmebelastung und wenig Grün im öffentlichen Straßenraum. Entsiegelungsmaßnahmen und Durchgrünung sind als wesentliche Maßnahmen in diesen Bereichen erforderlich, um ein gesundes Wohnumfeld bei zunehmender Erwärmung zu gewährleisten.

Es wird daher vorgeschlagen, die Liste der Vorschläge der Bürgerumfrage weiterzuführen und durch weitere potenzielle Maßnahmen in einem Maßnahmenkatalog zu ergänzen. Der Schwerpunkt sollte dabei auf Bereichen liegen, die auch in der Stadtklimaanalyse als Räume mir erhöhter Belastung ermittelt wurden. Die Ergebnisse der Stadtklimaanalyse werden Juli in den zuständigen Ausschüssen vorgestellt.

Steckbriefe erstellen

Für die Maßnahmen des Katalogs soll im nächsten Schritt eine Grundlagenermittlung in Form von „Steckbriefen“ (Angaben zum Straßenzustand, mögliche Entsiegelungsflächen, Querschnitte, Lage im Stadtgebiet, Leitungsbestand, Nutzungskonflikte u.a.) erarbeitet werden, die einer weiteren Festlegung von Prioritäten zur Umsetzung der Maßnahmen dient.

Gleichzeitig sollen die Maßnahmen in ein Gesamtkonzept eingebunden werden:

Freiflächen- und Nachverdichtungskonzept (FUNK)

Im vorgesehenen Freiflächen- und Nachverdichtungskonzept (BWA Beschluss SpA/1256/2025 am 16.07.2025), sollen Straßenzüge identifiziert werden, die als Grünachsen geeignet sind und zusammen mit bestehenden oder geplanten Grünflächen ein übergeordnetes Gesamtkonzept zur Schaffung von klimaregulierenden Grünstrukturen bieten können. Anschließend sollen Gestaltungsvorschläge für eine Auswahl der identifizierten Straßen sowie eine Übersicht zu Maßnahmen erstellt werden. Die Ergebnisse des Konzeptes sollen ebenfalls der Priorisierung der Maßnahmen und gegebenenfalls deren Fördermöglichkeiten dienen.

 

Darüber hinaus sollte die Ausarbeitung verschiedener ergänzender Konzepte geprüft werden:

 

Interne Gestaltungsrichtlinie / Gestaltungstypologie zur Neugestaltung von Straßen im Bestand

Bereits bei einer ersten Überprüfung der vorgeschlagenen Maßnahmen zeigt sich, dass besonders bei Straßen in dicht bebauten Bereichen der vorhandene Querschnitt für eine nachträgliche Begrünung nicht ausreicht. Die Umsetzung der geltenden Richtlinien und Anforderungen an Mindestbreiten von Straßen und Gehwegen, Anleiterzonen und Schleppkurven verhindern ebenso wie die zahlreichen vorhandenen Trassenverlegungen im Untergrund die Pflanzung von Bäumen. Bei einer Neuplanung der Straßen nach aktuellen Anforderungen wäre die Anlage von Grünstreifen mit Bäumen in den meisten Fällen aus Platzgründen nicht möglich oder würde zu einem Wegfall von Parkplätzen führen, was in den Gebieten mit angespannter Parksituation zu Problemen mit Anwohnenden führen wird.

Für diese Straßenzüge ist daher ein Gestaltungskatalog in Abstimmung mit den betroffenen Abteilungen / Dienststellen zu entwickeln, der vertretbare abweichende Mindestbreiten festhält. Auch die Festlegung von abweichenden Abständen zu Leitungen (Kanal, infra, Fernwärme u.a.) bei Einbau von Schutzmaßnahmen muss hier erfolgen.

Bereits in Arbeit befindliche Vereinbarungen zu Unterschreitungen der Abstände und Mindestbreiten sollen als Gesamtkatalog weiter ausgearbeitet werden, um Abläufe zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Die Festlegung minimierter Breiten und Anforderungen soll die Umsetzungsmöglichkeiten der notwendigen Begrünung verbessern und mehr Handlungsmöglichkeiten schaffen.

 

Im Rahmen der verfügbaren, personellen Ressourcen wird die Erstellung des Maßnahmenkatalogs, der Steckbriefe und der internen Gestaltungsrichtlinie weiterverfolgt.

 

Ergänzende Maßnahmen mit privater Unterstützung

Als Ergänzung zur Umsetzung von Entsiegelungsmaßnahmen auf städtischen Flächen durch die Stadt wären Maßnahmen möglich und wünschenswert, die von privaten Initiativen, Vereinen oder BürgerInnen umgesetzt werden. So bieten zum einen auch private Flächen wie Hinterhöfe ein hohes Potenzial für entsiegelbare Flächen. Zum anderen sind engagierte Bürgerinnen und Bürger bereit und motiviert, an Pflanz- oder Entsiegelungsmaßnahmen im öffentlichen Raum mitzuwirken und diese zu betreuen, um ihr Wohnumfeld zu verbessern. Das Förderprogramm „Fürth blüht auf“ kann ggf. intensiviert werden.

Finanzierung:

Derzeit stehen für die Entsiegelungsmaßnahmen noch keine Mittel zur Verfügung. Die Vorplanungen (Helmplatz, Löwenplatz und Grüne Achse) wird das Stadtplanungsamt intern erarbeiten. Hierfür entstehen keine zusätzlichen Kosten. Für die Ausführung werden die Mittel 2028 ff. im Haushalt beantragt.


Finanzierung:

Finanzielle Auswirkungen

jährliche Folgelasten

x

nein

ja

Gesamtkosten

     

nein

ja

     

Veranschlagung im Haushalt

nein

ja

Hst.      

Budget-Nr.      

im

Vwhh

Vmhh

wenn nein, Deckungsvorschlag:


Anlage 1: Tabelle_Entsiegelungsvorschläge Bürgerumfrage

Anlage 2: Übersichtsplan_Entsiegelungsvorschläge Bürgerumfrage