Betreff
Aktueller Sachstand und Ausblick Jugendbad Burgfarrnbach
Vorlage
SpoGe/0073/2026
Art
Beschlussvorlage - AL

Für den Finanz- und Verwaltungsausschuss:

Der Finanz- und Verwaltungsausschuss nimmt von dem aktuellen baulichen und technischen Zustand des Jugendbads Burgfarrnbach und der Entwicklung der Besuchszahlen, der Betriebskosten sowie des sportfachlichen Bedarfs Kenntnis. Er beschließt die dauerhafte Betriebseinstellung des Jugendbads Burgfarrnbach und beauftragt die Verwaltung, ein Konzept zur Nachnutzung des Geländes zu erarbeiten.

Für den Ausschuss für Schule, Bildung, Sport und Gesundheit:

Der Ausschuss für Schule, Bildung, Sport und Gesundheit nimmt von dem aktuellen baulichen und technischen Zustand des Jugendbads Burgfarrnbach, der Entwicklung der Besuchszahlen, der Betriebskosten und des sportfachlichen Bedarfs sowie der dauerhaften Betriebseinstellung des Jugendbads Burgfarrnbach Kenntnis.


Ausgangssituation:

Das Jugendbad Burgfarrnbach wird seit rund 60 Jahren als saisonales Freibad in der Zeit von Mai bis September betrieben und fungiert als ergänzendes Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche im Stadtteil Burgfarrnbach. Es verfügt über ein unbeheiztes Schwimmbecken (Wasserfläche 8 m x 20 m; Wassertiefe 0,80 m bis 1,35 m) und eine 1.000 m2 große Liegewiese mit Umkleidemöglichkeiten und Toiletten. Das Bad können Kinder und Jugendliche bis einschließlich 14 Jahre sowie deren Begleitpersonen nutzen. Die Betriebsführung erfolgt durch die infra fürth gmbh.

Im Zuge der Vorbereitungen für die kommenden Badesaisons wurde der technische, bauliche, wirtschaftliche und personelle Zustand des Jugendbades umfassend untersucht. Die detaillierten Ergebnisse sind dem Zustandsbericht der infra fürth gmbh (vgl. Anlage 1) zu entnehmen.

Technischer, baulicher und personeller Zustand:

Der Zustandsbericht kommt zu dem Ergebnis, dass sowohl bei der technischen Infrastruktur (Badewassertechnik, Elektrik und Sanitärinstallation) als auch bei den baulichen Anlagen (Schwimmbecken, Gebäude und Badzugang) erheblicher Sanierungsbedarf besteht. Nach Einschätzung der infra fürth gmbh sind vor einer weiteren Inbetriebnahme Investitionen von mindestens 165.000 Euro erforderlich, um einen sicheren und ordnungsgemäßen Badebetrieb gewährleisten zu können. Zusätzliche Kostenrisiken können sich jederzeit ergeben.

Darüber hinaus stehen die bislang für den Betrieb eingesetzten personellen Ressourcen nicht mehr zur Verfügung. Die Betreiberin weist darauf hin, dass aufgrund der besonderen Anforderungen an Badeaufsicht, Wasseraufbereitung, Verkehrssicherheit und technische Betreuung ein Betrieb nur durch qualifiziertes Fachpersonal möglich ist.

Entwicklung Nutzungszahlen und Betriebskosten:

Neben dem erheblichen Sanierungsbedarf ist die Nutzung des Jugendbades in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Die Besucherzahlen reduzierten sich von rund 600 Badegästen im Jahr 2023 auf zuletzt lediglich 275 Badegäste im Jahr 2025. Dies kann u.a. auf die Veränderung des Altersgefüges im Einzugsgebiet sowie der sinkenden Attraktivität des Bades zurückgeführt werden. Neben der geringen Auslastung des Jugendbades stehen dadurch den jährlichen Betriebskosten von rund 45.000 Euro (netto) nur sehr geringe Einnahmen bei dem Eintrittspreis von 1 Euro gegenüber. Auch unter Berücksichtigung möglicher Sanierungsmaßnahmen ist nicht davon auszugehen, dass die Attraktivität und Auslastung des Jugendbades in einem Umfang gesteigert werden können, der einen wirtschaftlich vertretbaren Betrieb erwarten lässt.

Sportfachliche Bewertung:

Bei der Entscheidung über die Zukunft des Jugendbades sind jedoch nicht ausschließlich wirtschaftliche Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Denn das Jugendbad ist ein wichtiger sozialer Treffpunkt für die Kinder und Jugendlichen im Stadtteil Burgfarrnbach. Es ist ein Ort für Sport, Bewegung und Erholung und bietet Abkühlung an heißen Tagen. Gerade hinsichtlich der dringend benötigten Wasserflächen im Stadtgebiet, der Abnahme der Schwimmfähigkeit der Kinder und Jugendlichen sowie der fehlenden Orte zur Wassergewöhnung hat das Sommerbad in seiner langen Geschichte eine wichtige Rolle im Stadtgebiet wahrgenommen.

Dabei ist jedoch festzuhalten, dass das Jugendbad Burgfarrnbach aufgrund seiner baulichen Ausgestaltung nur eingeschränkt für eine strukturierte Schwimmausbildung geeignet ist. Die Anlage wird daher überwiegend als Freizeitbad genutzt und übernimmt keine zentrale Funktion für den schulischen Schwimmunterricht oder die vereinsorganisierte Schwimmausbildung.

Fazit:

Im Rahmen der Gesamtabwägung stehen ein erheblicher Sanierungsbedarf, fehlende personelle Ressourcen, dauerhaft hohe Betriebskostenzuschüsse sowie eine seit Jahren rückläufige Nutzung den sportfachlichen Vorteilen der Anlage gegenüber. Auch wenn grundsätzlich jegliche Wasserfläche zur Wassergewöhnung und Sicherung der Schwimmfähigkeit von Kindern und Jugendlichen behalten werden sollte, stehen die hohen Kosten in keinem Verhältnis zu den stark rückläufigen Besuchszahlen. Vor diesem Hintergrund wird seitens der infra fürth gmbh empfohlen, den Betrieb des Jugendbades dauerhaft einzustellen.

Für den Fall einer Betriebseinstellung sind die Möglichkeiten einer Nachnutzung des Geländes zu prüfen. Denkbar sind insbesondere eine Erweiterung der schulischen Freiflächen sowie weitere Nutzungen im Zusammenhang mit dem angrenzenden Schulstandort. Abhängig vom Nachnutzungskonzept ist ein fachgerechter Rückbau der Anlagen und die Stilllegung der Versorgungsleitungen erforderlich. Die dafür anfallenden Kosten sind je nach zukünftiger Nutzung noch seitens der Betreiberin zu ermitteln.


Finanzierung:

Finanzielle Auswirkungen

jährliche Folgelasten

x

nein

ja

Gesamtkosten

     

x

nein

ja

     

Veranschlagung im Haushalt

x

nein

ja

Hst.      

Budget-Nr.      

im

Vwhh

Vmhh

wenn nein, Deckungsvorschlag:


- Anlage 1: Zustandsbericht Jugendbad Burgfarrnbach der infra fürth

- NÖ Anlage 2: Anschreiben der Kinder der OGTS-Farrnbachschule