Die Vorlage der Stadtentwässerung Fürth (StEF) wird zur
Kenntnis genommen. Die Mitglieder des Bau- und Werkausschusses empfehlen dem
Grundsatzbeschluss zuzustimmen.
Die Vorlage der Stadtentwässerung Fürth (StEF) wird zur Kenntnis genommen. Die
Mitglieder des Stadtrates stimmen dem Grundsatzbeschluss zu. Die
Stadtentwässerung Fürth (StEF) wird beauftragt, die Planung der
Kanalbaumaßnahme weiterzuführen.
Ausgangslage
Die Stadtentwässerung Fürth (StEF) betreibt seit Anfang der
1960er Jahre die „Druckleitung Zirndorf“. Vom Pumpwerk Zirndorf ausgehend wird
über zwei Asbestzementleitungen in der Dimension DN 400 das Abwasser aus
Zirndorf in die städtische Kanalisation der Stadt Fürth in der Schwabacher
Straße übergeleitet. Die Trassenlänge von Hauptpumpwerk Zirndorf bis zum
Auslaufschacht im Fürther Süden beträgt 2.060 m.
Die Abwasserdruckleitungen sind altersbedingt sanierungsbedürftig. Schadstellen
haben bereits dazu geführt, dass Teilstücke über die Kreisstraße FÜ6 und über
die Rednitz außer Betrieb genommen wurden und der Betrieb mit Hilfe von
provisorischen Überleitungen aufrechterhalten wird. Der Bau- und Werkausschuss
hat davon am 10.05.2023 Kenntnis genommen (Beschlussvorlage StEF/0196/2023).
Nach Fertigstellung des Provisoriums über die Rednitz wurden die auf ganzer
Flussbreite freigespülten Druckleitungen im Herbst 2025 als Vorwegmaßnahme
ausgebaut.
Bauliche Situation
Die Planungsleistungen zur „Druckleitung Zirndorf“ wurden im Juni 2021
beauftragt. Im Zuge der Vorplanung wurde sowohl die teilweise Sanierung der
Druckleitungen mittels Schlauchliningverfahren untersucht als auch der
vollständige Neubau der Druckleitungen in bestehender und alternativer Trasse.
Weil die bestehende Trasse in Teilbereichen mittlerweile unzugänglich ist und
insbesondere für spätere Revisions- und Reinigungsarbeiten nicht anfahrbar
wäre, wurde die stillgelegte Bahntrasse der Bibertbahn als Alternativtrasse
herangezogen. Auf dieser ist vom Staatlichen Bauamt der Bau eines
Radschnellweges geplant.
Die ausgearbeitete Vorplanung, welche den Neubau der Druckleitung in 5
Bauabschnitte unterteilt, wurde im August 2025 vorgelegt und im Oktober
2025 mit den beteiligten Behörden und Kommunen diskutiert. Das
Wasserwirtschaftsamt Nürnberg hat hierbei die Gesamtsituation auf Grundlage des
Arbeitsblattes DWA-A 142 „Abwasserleitungen und -kanäle in
Wassergewinnungsgebieten“ bewertet, wonach das Gefährdungspotential für die
betroffene Druckleitung bei allen Bauabschnitten als „sehr hoch“ einzustufen
ist. Aufgrund der wasserwirtschaftlich sensiblen Lage im Wasserschutzgebiet
Rednitztal, unweit der engeren Schutzzone (Zone II) fordert das WWA die
Ausführung der Druckleitung für die gesamte Trasse als doppelwandiges System
mit kontinuierlicher Leckage-Erkennung. Aus diesem Grund scheidet eine
Sanierung der Druckleitungen grundsätzlich aus. Das planende Ingenieurbüro
wurde daraufhin beauftragt, die Kostenschätzung bezüglich der erhöhten
Anforderungen an das Rohrsystem zu aktualisieren.
Kosten
Weil der Bau des Radschnellweges in der alten Bahntrasse zum heutigen Zeitpunkt
nicht absehbar ist, wurde die aktualisierte Kostenschätzung so aufgegliedert,
als würde die neue Druckleitungstrasse in der stillgelegten Bahntrasse verlegt,
einmal mit nachfolgendem Radschnellwegausbau und einmal ohne. Die
Kostenschätzung enthält zudem hinsichtlich der Querung der Kreisstraße FÜ 6 und
der Querung der Rednitz unterschiedliche Varianten (z. B. Rohrbrücke oder Düker
etc.). Die geschätzten Gesamtkosten für alle 5 Bauabschnitte des Neubaus inkl.
dem vorgezogenen Rückbau des Rednitz-Dükers belaufen sich, je nach Ausführung,
auf 19.228.000,- € (Ausführungsvariante im Radschnellweg) bis 22.257.000,- €
(Ausführungvariante in stillgelegter Bahntrasse) brutto.
Hinweis:
Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 25.03.2026 auf Empfehlung des
Werkausschusses beschlossen, den von der Stadtentwässerung Fürth
vorgeschlagenen „Letter of Intent“ mit der Stadt Zirndorf abschließen zu lassen
(Beschlussvorlage StEF/0255/2026). Diesem „Letter of Intent“ lag die
aktualisierte Kostenschätzung noch nicht zu Grunde.
Zeitplan
Ziel ist, mit der baulichen Umsetzung der Bauabschnitte 1 und 2 ab 2029/2030 zu
beginnen.
Ergebnis
Aus betrieblichen Gründen soll die Verlegung der neuen Druckleitung im
Bauabschnitt 3 in der alten Bahntrasse erfolgen. Nur so ist die Zugänglichkeit
zu den Schächten der Druckleitung durchgehend und dauerhaft gegeben, was
Voraussetzung für Unterhaltsarbeiten und wiederkehrende Dichtheitsprüfungen
(alle 5 Jahre) ist. Die Ausführung soll in diesem Bereich im Zuge des Ausbaus
dieser Trasse zum Radschnellweg in Kooperation mit dem Staatlichen Bauamt
Nürnberg erfolgen, um dadurch bedingte Kostenvorteile zu nutzen. Der Zeitpunkt
der Ausführung des Radschnellweges ist aber nach Aussage des Staatlichen
Bauamtes Nürnberg derzeit noch ungewiss. Nachdem die Betriebssicherheit der
Druckleitung Zirndorf durch die ausgeführten Provisorien über die Kreisstraße
FÜ 6 und über die Rednitz sichergestellt wurde, würde das WWA im Hinblick auf
den geplanten Radschnellweg nach der Fertigstellung der Bauabschnitte 1 und 2
nicht auf eine sofortige Ausführung der weiteren Bauabschnitte drängen. Aus
diesem Grund würde die StEF die zeitnahe Umsetzung der Bauabschnitte 1 und 2
weiterverfolgen und die Umsetzung der Bauabschnitte 3 bis 5 zeitlich an den Bau
des Radschnellweges koppeln. Sollte es sich bis zur Fertigstellung der
Bauabschnitte 1 und 2 herausstellen, dass der Radschnellweg nicht umgesetzt
wird, wird die StEF die Druckleitung ohne Beteiligung des Staatlichen Bauamtes
in der alten Bahntrasse verlegen.
Finanzierung:
|
Finanzielle Auswirkungen |
jährliche Folgelasten |
|||||||||||||||||
|
|
|
nein |
x |
ja |
Gesamtkosten |
€ |
|
nein |
x |
ja |
€ |
|||||||
|
Veranschlagung im Haushalt
|
||||||||||||||||||
|
|
|
nein |
x |
ja |
Hst. 109 |
Budget-Nr. |
im |
|
Vwhh |
|
Vmhh |
|||||||
|
wenn nein,
Deckungsvorschlag: |
||||||||||||||||||
10_Präsentation der VORPLANUNG zum Neubau der Druckleitung
Zirndorf
20_NÖ_Kostenschätzung
