Betreff
125 Stadttheater Fürth - Vorbereitung des Jubiläumsjahres und denkmalgerechte Weiterentwicklung des Theatergebäudes
Vorlage
K/0251/2026
Art
Beschlussvorlage - SB

Der Kulturausschuss/der Bau- und Werkausschuss nimmt die Ausführungen zur Vorbereitung des 125-jährigen Jubiläums des Stadttheaters Fürth im Jahr 2027 und den hierfür vorgesehenen Maßnahmen zustimmend zur Kenntnis und erkennt den grundsätzlichen Bedarf an.

Dem Bedarf des Umbaus und der Modernisierung der Theaterkasse (Nr. 3) wird zugestimmt.

Die Verwaltung wird beauftragt, die dargestellten Maßnahmen in enger Abstimmung zwischen den beteiligten Dienststellen umzusetzen sowie die hierfür erforderlichen Beschlüsse und Haushaltsanmeldungen vorzubereiten.


Ausgangslage und Zielsetzung

Mit dem Jahr 2027 begeht das Stadttheater Fürth das 125-jährige Jubiläum seines historischen Theatergebäudes. Dieses Jubiläum stellt einen herausragenden Meilenstein der Fürther Stadt- und Kulturgeschichte dar und bietet die Gelegenheit, eines der bedeutendsten Bau- und Kulturdenkmäler der Stadt in besonderer Weise in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken.

Das Stadttheater wurde in den Jahren 1901 bis 1902 nach den Plänen des renommierten Wiener Architekturbüros Fellner & Helmer errichtet, das mit zahlreichen Theaterbauten in ganz Europa Architekturgeschichte geschrieben hat. Der repräsentative Bau im neubarocken Stil besitzt einen weitgehend original erhaltenen Zuschauerraum mit seiner reich ausgestatteten Innenarchitektur im Stil des Neurokoko und zählt zu den architektonisch bedeutendsten Gebäuden der Stadt Fürth.

Bereits seine Errichtung war Ausdruck des außerordentlichen bürgerschaftlichen Engagements für Kunst und Kultur. Ein erheblicher Teil der Baukosten wurde durch Spenden der Fürther Bürgerschaft finanziert; insbesondere die jüdischen Bürgerinnen und Bürger der Stadt leisteten hierzu einen außergewöhnlich hohen Beitrag. Mit seiner feierlichen Eröffnung am 17. September 1902 entwickelte sich das Stadttheater rasch zu einem prägenden Mittelpunkt des kulturellen Lebens Fürths. Zugleich war es das erste Gebäude der Stadt, das vollständig elektrisch beleuchtet wurde und damit auch technisch einen Meilenstein der Stadtgeschichte markierte.

Bis heute prägt das Gebäude als herausragendes Baudenkmal den Stadtraum entlang der Königstraße zwischen Rathaus und der Kirche Zu Unserer Lieben Frau und ist weit mehr als eine Spielstätte. Es ist identitätsstiftender Bestandteil des historischen Stadtbildes, Ort kultureller Begegnung und sichtbarer Ausdruck des hohen Stellenwertes, den Kunst und Kultur seit mehr als einem Jahrhundert in Fürth besitzen.

Das Jubiläum soll daher nicht ausschließlich durch ein künstlerisches Festprogramm geprägt werden. Ebenso soll das Gebäude selbst als bedeutendes Kulturdenkmal in den Mittelpunkt rücken und sich den Bürgerinnen und Bürgern sowie den zahlreichen Gästen der Stadt in einem seinem historischen Rang angemessenen Erscheinungsbild präsentieren. Zugleich bietet das Jubiläum die Chance, die Geschichte des Hauses, seine architektonische Besonderheit und seine Bedeutung für die Entwicklung der Stadt Fürth stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und damit das kulturelle Erbe dieses Bauwerks nachhaltig zu vermitteln.

Vor diesem Hintergrund haben Referat IV und Referat V gemeinsam mit der Gebäudewirtschaft Fürth, dem Stadttheater sowie den beteiligten Fachämtern die wesentlichen Maßnahmen abgestimmt, die bis zum Jubiläumsjahr sowie Teilbauabschnitte auch nachfolgend schrittweise umgesetzt werden sollen.

Dabei werden insbesondere folgende Zielsetzungen verfolgt:

  • nachhaltige Sicherung und Pflege des denkmalgeschützten Gebäudes,
  • sichtbare Aufwertung des Erscheinungsbildes zum Jubiläumsjahr,
  • Verbesserung der Aufenthaltsqualität für Besucherinnen und Besucher,
  • Bündelung notwendiger Bauunterhaltsmaßnahmen in einem Gesamtkonzept,
  • enge Verzahnung von Denkmalpflege, Bauunterhalt und kultureller Nutzung,
  • Vermittlung der kulturhistorischen Bedeutung des Stadttheaters als herausragendes Baudenkmal,
  • Vermeidung von Beeinträchtigungen des Jubiläumsbetriebes.

Die nachfolgend dargestellten Maßnahmen bilden den derzeitigen Schwerpunkt der Vorbereitungen auf das Jubiläumsjahr 2027. Sie beruhen auf den bisherigen Abstimmungen zwischen Referat IV, Referat V, der Gebäudewirtschaft Fürth, dem Stadttheater, der Unteren Denkmalschutzbehörde sowie dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und werden entsprechend der weiteren fachlichen Erkenntnisse fortgeschrieben. Damit wird gewährleistet, dass notwendige Ergänzungen und Priorisierungen im weiteren Projektverlauf berücksichtigt werden können.

1. Kontinuierlicher denkmalgerechter Bauunterhalt

Zur Vorbereitung des Jubiläums wird derzeit eine umfassende Prioritätenliste sämtlicher erforderlicher Bauunterhalts-, Restaurierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen innerhalb des Gebäudes erstellt. Ziel ist es, den hervorragenden denkmalpflegerischen Bestand des Stadttheaters dauerhaft zu sichern, bestehende Schäden fortlaufend und frühzeitig zu beheben und das Gebäude in einem seinem Rang als Kulturdenkmal angemessenen Zustand zu erhalten.

Die Prioritätenliste umfasst insbesondere die restauratorische Instandsetzung beschädigter Vorhänge, Wandbespannungen und Polstermöbel im Vorderhaus, Maßnahmen zum Schutz historischer Stoffbespannungen vor weiterer Lichtschädigung, kleinere Restaurierungs- und Ausbesserungsarbeiten an historischen Oberflächen sowie weitere Maßnahmen zur Sicherung und Erhaltung der denkmalgeschützten Ausstattung. Darüber hinaus werden sämtliche erforderlichen Bauunterhaltsmaßnahmen systematisch erfasst, dokumentiert und hinsichtlich ihrer denkmalpflegerischen, funktionalen und wirtschaftlichen Dringlichkeit bewertet.

Die Maßnahmen werden gemeinsam mit der Theaterleitung sowie unter Einbindung der zuständigen Denkmalschutzbehörden priorisiert und schrittweise umgesetzt. Parallel hierzu wird geprüft, wie ein kontinuierlicher und vorbeugender Bauunterhalt künftig organisatorisch dauerhaft sichergestellt werden kann, um den Erhaltungszustand des Gebäudes langfristig auf hohem Niveau zu sichern und kostenintensive Einzelsanierungen möglichst zu vermeiden.

2. Aufwertung der Besucherbereiche

Ein besonderer Schwerpunkt der Vorbereitungen liegt auf den Bereichen, die den ersten Eindruck des Hauses prägen und von den Besucherinnen und Besuchern unmittelbar wahrgenommen werden. Ziel ist es, den historischen Charakter des Stadttheaters zu bewahren und gleichzeitig den Anforderungen an einen modernen, barrierearmen und besucherfreundlichen Theaterbetrieb gerecht zu werden.

Hierzu zählen insbesondere die Eingangs- und Foyerbereiche, die Besucher-WC-Anlagen, historische Oberflächen und Ausstattungsdetails sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit.

Im Einzelnen werden unter anderem

  • zusätzliche barrierefreie Besucherplätze im Parkett geprüft und vorbereitet,
  • weitere Handläufe im Vorderhaus ergänzt,
  • Maßnahmen zum Schutz der historischen Stoffbespannungen in den Foyers umgesetzt,
  • beschädigte Vorhänge, Wandbespannungen und Polstermöbel restauratorisch instandgesetzt,
  • sowie weitere funktionale und gestalterische Verbesserungen im Besucherbereich vorgenommen.

Sämtliche Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde sowie dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Ziel ist es, die denkmalgeschützte Substanz zu bewahren und gleichzeitig den Komfort, die Barrierefreiheit und die Aufenthaltsqualität für die Besucherinnen und Besucher nachhaltig zu verbessern.

Für die Punkte 1 und 2 wird ab 2027 und dann fortlaufend im Wirtschaftsplan der Gebäudewirtschaft im Besonderen Bauunterhalt Mittelbedarf angemeldet. Die Höhe wird derzeit für 2027 ermittelt und dann jährlich an den Bedarf angepasst.

 

3. Neugestaltung der Theaterkasse

Die Theaterkasse bildet einen zentralen Empfangs- und Servicebereich des Stadttheaters und ist für viele Besucherinnen und Besucher der erste persönliche Berührungspunkt mit dem Haus. Ihre Gestaltung und Funktionalität tragen daher wesentlich zum Gesamteindruck des Theaters bei.

Die bestehenden räumlichen Verhältnisse und funktionalen Abläufe entsprechen den heutigen Anforderungen an Servicequalität, Barrierefreiheit, Arbeitsorganisation und Besucherfreundlichkeit nur noch eingeschränkt. Bereits frühere Untersuchungen haben auf Optimierungsbedarf hinsichtlich der räumlichen Organisation und der kundenorientierten Gestaltung hingewiesen. Vor diesem Hintergrund wird die bestehende Planung derzeit in enger Abstimmung zwischen Stadttheater, Gebäudewirtschaft und den beteiligten Fachstellen weiterentwickelt.

Ziel ist die Schaffung eines funktional und gestalterisch zeitgemäßen Kassenbereichs, der den Anforderungen eines modernen Theaterbetriebes gerecht wird. Neben einer Verbesserung der Besucherführung und der Servicequalität sollen insbesondere die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten sowie die betrieblichen Abläufe nachhaltig optimiert werden.

Auf die gesonderte Beschlussvorlage Projektgenehmigung (voraussichtlich im BWA am 22.07.2026) wird verwiesen.

4. Sanierung der Außenfassaden

Die denkmalgeschützte Außenfassade des Stadttheaters prägt in besonderer Weise das Erscheinungsbild des Gebäudes und besitzt als Bestandteil des historischen Stadtbildes eine herausragende städtebauliche Bedeutung.

Vor diesem Hintergrund kommt der Sanierung der Hauptfassade einschließlich der prägenden Fassadenfigur eine besondere Priorität zu. Ziel ist es, diese Bereiche bis zum Jubiläumsjahr 2027 denkmalgerecht instand zu setzen und das Stadttheater im Jubiläumsjahr in einem seinem Rang als Kulturdenkmal entsprechenden Erscheinungsbild präsentieren zu können.

Die zeitliche Umsetzung der Arbeiten wird eng mit den weiteren Baumaßnahmen im Umfeld des Stadttheaters abgestimmt. Hierbei sind insbesondere die Auswirkungen der Michaeliskirchweih sowie die geplanten Maßnahmen zur Trockenlegung im Straßenbereich der Königstraße zu berücksichtigen. Oberstes Ziel ist es, dass sich das Stadttheater im Jubiläumsherbst 2027 ohne Gerüste oder sonstige erhebliche Beeinträchtigungen der Öffentlichkeit präsentieren kann.

Parallel hierzu werden die planerischen Voraussetzungen für die abschnittsweise Sanierung der weiteren Fassadenbereiche geschaffen, sodass diese in den Folgejahren sukzessive fortgeführt werden können.

Im Wirtschaftsplan der Gebäudewirtschaft stehen 2026 im Besonderer Bauunterhalt hierzu 185.000 € zur Verfügung. Der Mittelbedarf für 2027 wird derzeit ermittelt und im Zuge der Haushaltsplanung 2027 angemeldet.

5. Zusammenfassung

Die Vorbereitung des Jubiläums erfolgt als gemeinsames Projekt von Referat IV, Referat V, der Gebäudewirtschaft Fürth, dem Stadttheater sowie den beteiligten Fachstellen und Denkmalschutzbehörden.

Zur Sicherstellung einer koordinierten Umsetzung werden die einzelnen Maßnahmen fortlaufend aufeinander abgestimmt und hinsichtlich ihrer zeitlichen, fachlichen und finanziellen Priorität überprüft. Die Maßnahmenliste wird kontinuierlich fortgeschrieben und an neue Erkenntnisse angepasst. Dadurch kann gewährleistet werden, dass notwendige Ergänzungen rechtzeitig in die Bauunterhalts-, Investitions- und Haushaltsplanung einfließen und die Umsetzung der Maßnahmen zielgerichtet bis zum Jubiläumsjahr sowie darüber hinaus erfolgen kann.

Das 125-jährige Jubiläum des Stadttheaters Fürth bietet die besondere Gelegenheit, eines der bedeutendsten Kultur- und Baudenkmäler der Stadt nicht nur mit einem künstlerischen Festprogramm zu würdigen, sondern zugleich seine bauliche Qualität, seine architektonische Ausstrahlung und seine herausragende Stellung im historischen Stadtbild nachhaltig zu stärken.

Die vorgesehenen Maßnahmen verbinden Denkmalpflege, Bauunterhalt, funktionale Verbesserungen, Besucherorientierung und kulturelle Identität zu einem gemeinsamen Gesamtprojekt. Sie dienen nicht allein der Vorbereitung eines Jubiläums, sondern leisten zugleich einen nachhaltigen Beitrag zum Erhalt eines herausragenden Kulturdenkmals und zur Sicherung seiner Funktion als lebendiger Ort der Kunst, Kultur und Begegnung.

Das Jubiläumsjahr soll dabei bewusst als Anlass genutzt werden, bereits erkannte und notwendige Maßnahmen zu bündeln, zu priorisieren und in einem abgestimmten Gesamtkonzept umzusetzen. Gleichzeitig eröffnet es die Möglichkeit, die Geschichte und Bedeutung dieses außergewöhnlichen Bauwerks einer breiten Öffentlichkeit noch stärker zu vermitteln und das Bewusstsein für seinen hohen denkmalpflegerischen und kulturhistorischen Wert weiter zu stärken.

Mit der Umsetzung der dargestellten Maßnahmen wird ein wesentlicher Beitrag dazu geleistet, das Stadttheater Fürth als eines der prägenden Bau- und Kulturdenkmäler der Stadt dauerhaft zu erhalten und es auch über das Jubiläumsjahr hinaus als attraktiven und leistungsfähigen Kulturort für kommende Generationen zu sichern.

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Finanzierung:

Finanzielle Auswirkungen

jährliche Folgelasten

nein

x

ja

Gesamtkosten

Siehe Sachverhalt

nein

x

ja

     

Veranschlagung im Haushalt

nein

ja

Hst.      

Budget-Nr.      

im

Vwhh

Vmhh

wenn nein, Deckungsvorschlag: