Betreff
Bildungsbericht Reihe #2: Ergebnisse der Kita-Elternbefragung
Vorlage
BB/0194/2026
Art
Beschlussvorlage - AL

Für dem Ausschuss für Schule, Bildung, Sport und Gesundheit

Der Ausschuss nimmt den Bericht zu den Kita-Elternbefragungen 2026 zur Kenntnis und dankt dem Bildungsbüro für die geleistete Arbeit. Das Bildungsbüro wird beauftragt, die Berichterstattung fortzusetzen. Die Verwaltung wird beauftragt, die enthaltenen Handlungsempfehlungen gewissenhaft zu prüfen und nach Möglichkeit umzusetzen.

Für den Ausschuss für Jugendhilfe und Jugendhilfeanagelegenheiten

Der Ausschuss nimmt den Bericht zu den Kita-Elternbefragungen 2026 zur Kenntnis und dankt dem Bildungsbüro für die geleistete Arbeit. Das Bildungsbüro wird beauftragt, die Berichterstattung fortzusetzen. Die Verwaltung wird beauftragt, die enthaltenen Handlungsempfehlungen gewissenhaft zu prüfen und nach Möglichkeit umzusetzen


Das Bildungsbüro legt mit der zweiten Ausgabe der Bildungsbericht-Reihe #2 einen Bericht zu den Ergebnissen der Kita-Elternbefragungen aus den Jahren 2024, 2025 und 2026 für den Krippen- und Kindergartenbereich vor. In diesen Befragungen geben Eltern aus allen städtischen Kitas und teilnehmenden freien Kitas Auskunft darüber, wie sie den Kita-Alltag ihres Kindes wahrnehmen.

Innerhalb der teilnehmenden Einrichtungen füllte rund die Hälfte der Eltern die Fragebögen aus. Stadtweit wurden damit rund 29 Prozent der Kindergarten- und gut 28 Prozent der Krippenkinder erfasst. Während städtische Einrichtungen verpflichtend teilnehmen, ist die Beteiligung freier Träger – trotz steigender Tendenz – noch unvollständig.

Die wichtigsten Befunde in Kürze:

·    Das Wohlbefinden der Kinder ist hoch und steigt weiter: Mehr als 95 Prozent der Eltern bestätigen, dass sich ihr Kind in der Kita wohlfühlt. Bemerkenswert ist, dass dieses Wohlbefinden weitgehend unabhängig von der sozialen Herkunft der Familie ist.

·    Die Elternzufriedenheit mit der Betreuungsqualität ist insgesamt hoch und hat sich über die drei Jahre verbessert; im Kindergarten steigen die Werte in sechs von sieben Qualitätsdimensionen signifikant. Entwicklungsfelder bleiben pädagogische Angebote und Projekte, Verpflegung sowie Beteiligungsmöglichkeiten der Kinder.

·    Sobald Kinder betreut werden, wirken die Einrichtungen ausgleichend: Soziodemographische Merkmale – Bildung und Berufstätigkeit der Eltern, Sprache im Haushalt – erklären in keiner Qualitätsdimension mehr als vier Prozent der Unterschiede in der elterlichen Bewertung.

·    Die soziale Ungleichheit zeigt sich dagegen beim Zugang und bei der Wahl der Kita. Familien in knapperen Lebensverhältnissen und mit geringerer formaler Bildung sind stärker auf wohnort- oder arbeitsplatznahe Plätze, offizielle Vermittlungswege und öffentliche Infrastruktur angewiesen und wählen seltener gezielt nach pädagogischem Konzept. Dahinter zeichnet sich eine mögliche soziale Sortierung zwischen Trägern ab, die bildungspolitische Aufmerksamkeit verdient.

Dass der Bildungserfolg in Deutschland stärker als in anderen entwickelten Ländern von der sozialen Herkunft abhängt, zeigt sich im Bereich der frühkindlichen Bildung auch in Fürth – weniger in der wahrgenommenen Qualität als beim Zugang zur Kita. Erfreulich ist, dass die Einrichtungen selbst ausgleichend wirken: Gelingt der Zugang, profitieren Kinder unterschiedlicher Herkunft gleichermaßen. Aus den Befunden leiten sich mehrere Handlungsempfehlungen ab, die sich an die verschiedenen Akteur/-innen im Fürther Kita-System richten:

·    die Stärkung pädagogischer Angebote – insbesondere Ausflüge, Naturerfahrungen und kreative Projekte – als konsistentester Elternwunsch über alle drei Erhebungsjahre, sowie eine gezielte Weiterentwicklung der Verpflegungsqualität, vor allem im Krippenbereich;

·    die Stärkung der Beteiligungsmöglichkeiten der Kinder im Alltag, insbesondere in der Krippe, und die Weiterentwicklung der Kommunikation mit den Eltern, auch über digitale Wege, deren Nachfrage zuletzt den höchsten Wert über alle drei Jahre erreicht hat;

·    flexible Betreuungsmodelle für jene Familien, die mit den bestehenden Öffnungszeiten nicht auskommen – insbesondere vollzeitbeschäftigte und alleinerziehende Eltern – sowie Maßnahmen der Träger zur Reduzierung der Personalfluktuation und zur Sicherung von Kontinuität;

·    der Ausbau niedrigschwelliger, mehrsprachiger Informationsangebote zur Kita-Wahl, um auch weniger gut vernetzten, bildungsfernen und armutsgefährdeten Familien eine informierte Entscheidung zu ermöglichen, sowie die weitere Einbindung freier Träger und die Beobachtung der möglichen sozialen Sortierung zwischen Trägern.

Da der erste Band dieser Reihe gezeigt hat, dass armutsgefährdete und sozial benachteiligte Familien Betreuungsangebote seltener nutzen, bleibt es darüber hinaus eine zentrale Aufgabe, gerade diese Familien frühzeitig zu erreichen – etwa über vertraute Anlaufstellen wie Kinderärzt/-innen und Beratungsstellen sowie über Angebote, die Eltern eine frühere Rückkehr in den Beruf erleichtern. In Zeiten rückläufiger Geburtenzahlen sind sie zugleich eine wichtige Zielgruppe, um vorhandene Betreuungsplätze zu besetzen.

Näheres ist der Anlage sowie dem mündlichen Vortrag während der Sitzung zu entnehmen.


Finanzierung:

Finanzielle Auswirkungen

jährliche Folgelasten

x

nein

ja

Gesamtkosten

     

x

nein

ja

     

Veranschlagung im Haushalt

nein

ja

Hst.      

Budget-Nr.      

im

Vwhh

Vmhh

wenn nein, Deckungsvorschlag:


Bildungsbericht Reihe #2: Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung, Ausgabe 02/2026 – Ergebnisse der Kita-Elternbefragung