Der Vortrag der Referentin dient der Kenntnisnahme.
Ausgangslage
Mit Beschluss (SpA/1261/2025) des
Bau- und Werkausschusses vom 04.06.2025 wurde die Verwaltung beauftragt, die
Neuaufstellung des Nahverkehrsplans (NVP) für die Stadt Fürth inklusive eines
zu erarbeitenden Konzeptes zur Beteiligung der Öffentlichkeit auszuschreiben.
Der aktuell gültige Nahverkehrsplan Fürth Stadt 2018 wurde aufgrund einer engen
Zeitschiene überwiegend bestandsorientiert
aufgebaut. Größere Bedarfe und Maßnahmenvorschläge, die umfangreiche
Untersuchungen erfordern, wurden in andere Prozesse verlagert. Mit der
Neuaufstellung soll nun den städtebaulichen, sozioökonomischen und
wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre Rechnung getragen werden und
das Busnetz an die aktuellen Anforderungen sowie die zukünftigen Herausforderungen
angepasst werden. Der Prozess zur Neuaufstellung des Nahverkehrsplans für die
Stadt Fürth ist am 18.05.2026 im Rahmen eines Kick-Offs offiziell gestartet.
Dem Bau- und Werkausschuss sollen nun die Rahmen- und definierten
Randbedingungen an den Prozess sowie an die zukünftigen Inhalte des NVP,
insbesondere der Zielnetzkonzeption, zur Kenntnis vorgelegt werden. Ebenso soll
das beabsichtigte Konzept zur Beteiligung der Öffentlichkeit dargelegt werden.
Prozessschritte und Kernelemente
Analog zum Nahverkehrsplan Fürth Stadt 2018 soll auch der sich nun in Aufstellung befindende NVP zur Konkretisierung des neuen öffentlichen Dienstleistungsauftrags (öDA) ab Dezember 2029 dienen. Unter Beachtung gesetzlicher Rahmenbedingungen aus dem Personenbeförderungsgesetz sowie der Europäischen Verordnung (EG) Nr. 1370/2007 ist die vorgeschriebene öDA-Vorabbekanntmachung im Amtsblatt der Europäischen Union 18-27 Monate vor Betriebsbeginn anzukündigen. Dies bedingt einen Beschluss des NVP im Laufe des dritten Quartals 2027. Für die Bearbeitung des NVP resultiert daher eine vorgesehene Erarbeitungszeit von knapp 1 ¼ Jahren.
Die Vorgehensweise zur Neuaufstellung des NVP orientiert sich dabei mit geringfügigen Abweichungen an der gängigen Vorgehensweise zur Erarbeitung von Nahverkehrsplänen und beinhaltet folgende inhaltliche Schwerpunkte:
- Bestandsaufnahme
·
Schwächen- und Potenzialanalyse
·
Modifizierung Anforderungsprofil zur Weiterentwicklung des ÖPNV
·
Angebots- und Maßnahmenkonzeption
·
Bürgerbeteiligung (begleitend)
Im Folgenden sollen nun die
einzelnen Prozessschritte näher erläutert werden.
Bestandsaufnahme
Mit der am Anfang des Prozesses
stehenden Bestandanalyse wird das
derzeitige ÖPNV-Angebot zunächst informell beschrieben, die gesetzlichen und
sich durch bundesweite, landesweite und lokale Masterplanungen ergebenden
Rahmenbedingungen benannt und die Maßnahmenvorschläge aus dem derzeitigen NVP
Fürth Stadt 2018 bilanziert. Des Weiteren erfolgt die Erarbeitung eines
Verkehrsmodells, was wiederum die Grundlage für die darauffolgende Schwächen-
und Potenzialanalyse sowie die spätere Angebots- und Maßnahmenkonzeption
bildet.
Schwächen- und
Potenzialanalyse
Im Rahmen der Schwächen- und
Potenzialanalyse erfolgt eine Analyse und Bewertung verschiedenster
Qualitätsindikatoren im ÖPNV-Netz. Vor dem Hintergrund einer zukünftig
kundenorientierteren Ausrichtung des ÖPNV ist es von wesentlicher Bedeutung die
Wege jedes einzelnen Nutzers sowie die räumlichen und strukturellen
Gegebenheiten möglichst präzise zu berücksichtigen. Im Vergleich zum NVP Fürth
Stadt 2018 wurden die Anforderungen an die jeweiligen Detaillierungsgrade der
Analyseschritte daher geschärft. So wird bei der Bewertung der
Erschließungsqualität nicht mehr auf die veraltete Radienmethode
zurückgegriffen, sondern mit den Fußwegedistanzen zu den Haltestellen, dem dort
zur Verfügung stehenden Verkehrsmittel sowie den angebotenen Fahrplantakten an
der jeweiligen Haltestelle gleich drei Faktoren in die Bewertung einbezogen.
Für eine Analyse der ÖPNV-Bedienungsqualität werden Taktfolgen und Bedienzeiten hinsichtlich zugrunde liegender Potenziale für eine verbesserte Angebotsgestaltung untersucht. Ebenso wird die Übereinstimmung der zeitlichen Leistungsfähigkeit des ÖPNV mit der tatsächlichen Mobilitätsnachfrage für alle Haltestellen geprüft. Im Ziel sollen so Haltestellen mit Über- oder Unterversorgung identifiziert werden.
Im Rahmen der Bewertung der ÖPNV-Verbindungsqualität stehen die Reisezeiten und Reisezeitverhältnisse im Fokus. Für jeden einzelnen Weg aus der Mobilitätssimulation wird ein Reisezeitvergleich zwischen MIV und ÖPNV durchgeführt. Für ein detaillierte Analyse werden beim MIV Parkplatzsuchzeiten sowie beim ÖPNV Zu-, Abgangs- und Umsteigezeiten berücksichtigt.
Abschließend soll sowohl noch die
Ausrüstungsqualität, d.h. die Qualität der Barrierefreiheit und Ausstattung der
Haltestellen als zentrale Zugangsstellen des ÖPNV, als auch ergänzend die
Servicequalität, d.h. die Nutzbarkeit und Verständlichkeit des Angebots aus der
Fahrgastperspektive, untersucht und bewertet werden.
Modifizierung
Anforderungsprofil zur Weiterentwicklung des ÖPNV
Das Anforderungsprofil soll die
zukünftig durch den ÖPNV zu erreichende Qualität definieren. Für die
Erarbeitung der einzelnen Qualitätsstandards sollen sowohl die im vorherigen
Schritt identifizierten Mängel und Potenziale als auch die Rückmeldungen bzw.
Impulse aus der Öffentlichkeitsarbeit sowie rechtliche, planerische und
Grundlagen dienen. Diese müssen zwingend parallel auf ihre Finanzier- und
Realisierbarkeit geprüft und angepasst werden.
Angebots- und
Maßnahmenkonzeption
Die anschließende Angebots- und Maßnahmenkonzeption bildet den Schwerpunkt der Neuaufstellung des NVP. Die Erkenntnisse aus der Schwächen- und Potenzialanalyse sowie die definierten Standards aus dem Anforderungsprofil dienen dabei als Grundlage für die Entwicklung eines Achsenkonzeptes, auf dessen Basis die Erarbeitung sowohl eines hierarchischen ÖPNV-Angebotes aus Hauptnetz-, Nebennetz und Ergänzungsnetz als auch der Entwicklung unterschiedlicher ÖPNV-Produkte in diesen Hierarchisierungsstufen ermöglicht wird. Das Ziel besteht darin die im Zuge des Anforderungsprofils definierten Bedienungsqualitäten durch ein Netz aus unterschiedlichen Linienangeboten und Produkten für die jeweiligen Achsentypen zu erreichen. Diese Vorgehensweise bildet das Fundament für die bereits in der Vorlage (SpA/1261/2025) zur Beschlussfassung der Neuaufstellung des NVP angesprochene gesamtheitliche Überplanung des Busnetzes. Ebenso wurden in der Vorlage die Randbedingungen an diesen Prozessschritt thematisiert. So liegt das Ziel darin, mit einer etwa gleichbleibenden Betriebsleistung eine Attraktivitätssteigerung des ÖPNV-Netzes sowie eine daraus resultierende nachhaltige Erhöhung der Fahrgastnachfrage zu erreichen. Aus diesem Grund sollen mit Blick auf die Entwicklung von ÖPNV-Produkten auch der Einsatz neuer Formen, wie beispielsweise Bedarfsverkehre oder Schnellbusse, geprüft werden.
Beteiligungsformate
Der Prozess der Neuaufstellung
des Nahverkehrsplan wird von verschiedenen Gremien begleitet. Mit Blick auf das
gesetzte Ziel einer kundenorientierteren Ausrichtung des ÖPNV ist ein Einbezug
der Fürther Bürgerinnen und Bürger und eine Abfrage von deren Bedürfnissen und
Wünschen hinsichtlich des ÖPNV-Angebotes unerlässlich. Aus diesem Grund ist
neben der derzeit stattfindenden Online-Beteiligung, bei der interessierte
Bürgerinnen und Bürger sowohl an einer Befragung teilnehmen als auch mittels
einer interaktiven Karte Schwachstellen- und Verbesserungspotenziale melden
können, auch ein Vor-Ort-Format, das sogenannte Forum NVP geplant. Die
Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, direkt mit Verantwortlichen der
Stadtverwaltung und weiteren Fachplanern ins Gespräch zu kommen sowie Wünsche
und Ideen gemeinsam zu diskutieren. Das Forum NVP soll im Laufe der
Neuaufstellung zweimal stattfinden.
Des Weiteren soll der Beratungskreis NVP, bestehend aus benachbarten Aufgabenträgern, Verkehrsunternehmen, Ämtern der Stadtverwaltung, Entsandten der Stadtratsfraktionen sowie weiteren Beteiligten, mit derzeit insgesamt drei geplanten Sitzungen den Prozess stetig begleiten.
Der Bau- und Werkausschuss und der Stadtrat werden zudem regelmäßig beteiligt.
Finanzierung:
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Finanzielle Auswirkungen |
jährliche Folgelasten |
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Veranschlagung im Haushalt
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Vmhh |
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wenn nein,
Deckungsvorschlag: |
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Präsentationsfolien zur Vorgehensweise
Projektablaufplan NVP
Klimaprüfung
