Fortführung - Förderprojekt des Bayerischen Staatsministeriums des Innern für Sport und Integration "Integrationslots*innen" - Förderperiode 2021 - 2023

Betreff
Fortführung - Förderprojekt des Bayerischen Staatsministeriums des Innern für Sport und Integration "Integrationslots*innen" - Förderperiode 2021 - 2023
Vorlage
Rf. IV/0079/2020
Art
Beschlussvorlage - AL

Der Finanz- und Verwaltungsausschuss beschließt die Fortführung des Projektes „Integrationslots*innen“ gemäß beiliegender Antragstellung/Konzept mit Maßnahmenbeginn ab 01.01.2021 für die Förderperiode 2021 bis 2023 auf Grundlage der Veröffentlichung der BIR (Beratungs- und Integrationsrichtlinie) v. 07.10.2020.

Er beauftragt die Kämmerei, den hierfür erforderlichen kommunalen Eigenanteil in Höhe von 16.700 € p.a. beginnend ab dem 01.01.2021 für die Förderperiode 01.01.2021 bis 31.12.2023 zur Verfügung zu stellen.

 

Ausgangslage

 

In den letzten Jahren hatte Fürth einen starken Zuzug von geflüchteten Menschen aus dem nichteuropäischen Ausland zu verzeichnen. Aktuell wohnen noch ca. 800 geflüchtete Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer allein in den Flüchtlingsunterkünften in Fürth.

Während ab 2014 in den ersten Jahren die Herausforderung darin bestand, möglichst zeitnah, die in Fürth ankommenden geflüchteten Menschen adäquat unterzubringen und zu versorgen, hat sich nun das Aufgabengebiet z.B. durch die Zunahme der Menschen mit Aufenthaltsstatus oder -titel stark verändert.

 


 

 

Folgende wichtige Aspekte sind nun in den Vordergrund gerückt:

  • die Integration der neuen Kulturen in die vor Ort lebende Gesellschaft,
  • die Unterstützung bei der Wohnungssuche,
  • die Vermittlung in Arbeit,
  • die vermehrte Zunahme der EU-Zuwanderung,
  • das politische und gesellschaftliche Engagement gegen Rassismus und Ausgrenzung von Menschen anderer Hautfarbe, Religion, Herkunft und Kultur.

 

Um diese Herausforderungen, zusätzlich erschwert durch die Covid-19 Pandemie, adäquat und professionell zu meistern, müssen etablierten Strukturen kontinuierlich überprüft, angepasst und nach dem Bedarf neu ausgerichtet werden.

 

Mit dem Förderprojekt „Hauptamtliche Integrationslots*innen“ konnten dabei in den letzten zweieinhalb Jahren sehr gute Erfolge verzeichnet werden. Grundlage hierfür waren effektive Strukturen und eine gute Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen. Weiterhin war eine systematische Steuerung und der stetige Netzwerkauf und -ausbau zwischen den kooperierenden Organisationen und Verbände im Integrations- und Migrationsbereich ausschlaggebend.

Die komplexen Strukturen erfordern auch weiterhin eine langfristige, beständige strategische Steuerung bzw. eine kontinuierliche Anpassung und Fortsetzung der Projekttätigkeit im Referat für Soziales, Jugend und Kultur.

 

 

Förderantrag:

 

Mit Einreichung der geforderten Unterlagen zum 04.11.2020 beantragt die Stadt Fürth fristgerecht eine in der Ausrichtung unveränderte Fortführung des Projekts „Integrationslots*innen“ beim Bayerische Staatsministerium des Innern für Sport und Integration, für die Förderjahre 2021/2022/2023 auf Grund der Veröffentlichung der neuen BIR (Beratungs- und Integrationsrichtlinie) v. 07.10.2020 für die Förderperiode 2021 bis 2023. Eine erstmalige Antragstellung erfolgte am 03.05.2017.

 

  • Das Programm unterstützt durch finanziellen Zuschuss Kommunen bei der Planung, Organisation und Umsetzung von Maßnahmen im Bereich Migration und Integration.
  • Zusätzlich dient es der Förderung des ehrenamtlichen Engagements, des Freiwilligenmanagements und dem Ausbau von Vernetzungsstrukturen durch hauptamtliches Personal (Integrationslots*innen).

 

Das Projekt „Integrationslots*innen“ richtet sich u.a. an Menschen mit Fluchthintergrund - sowohl mit als auch ohne Anerkennungsstatus. Ein Förderbescheid in schriftlicher Form wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2021 von Seiten der Regierung von Mittelfranken erfolgen. Nach vorläufiger Prognose der Bewilligungsbehörde (Regierung von Mittelfranken) wird die Stadt die beantragten Gelder in voller Höhe (60.000 €) erhalten, da keine wesentlichen Änderungen im Finanzierungsplan im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen sind.

 

Das Projekt ist eine erweiterte Fortführung des 2015 gestarteten Modellprojekt „Hauptamtliche Koordinatorenstelle für Ehrenamtliche im Bereich Asyl“. In den letzten Jahren hat sich die Stadt Fürth durch den erfolgreichen und effektiven Strukturaufbau und die zahlreich umgesetzten Integrationsmaßnahmen innerhalb des Projekts als „Vorzeige-Kommune“ für dieses Förderprojekt in Bayern entwickelt.


 

 

Eckpunkte für die Förderung von hauptamtlichen Integrationslotsen*innen nach Beratungs- und Integrationsrichtlinie – BIR

 

  • Koordination und Steuerung der Ehrenamtlichen zur Unterstützung ihres Engagements im Bereich Asyl und der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund
  • Umsetzung eines Freiwilligenmanagements
  • Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen für Ehrenamtliche
  • Praxisbezogene Unterstützung der Ehrenamtlichen
  • Gewinnung von Ehrenamtlichen auch aus dem Kreis der Menschen mit Migrationshintergrund
  • Fortbildung von Ehrenamtlichen sowie die Gewinnung und effiziente Vermittlung weiterer freiwilliger Helfer
  • Schulung von Ehrenamtlichen im Bereich der Wertebildung
  • Verzahnung und stärkere Vernetzung der vor Ort tätiger Akteure
  • Zentrale Ansprechpartner auf kommunaler Ebene
  • Finden und vermitteln von privatem Wohnraum für Menschen mit Migrationshintergrund
  • Ansprechpartner und Netzwerker für ehrenamtliche Integrationsbegleiter*innen
  • Transparenz über vor Ort tätige Akteure sowie vorhandene Unterstützungsnagebote

 

 

Personaleinsatz

 

  • 2 Fachkräfte - strategische Ebene
    im Referat für Soziales, Jugend und Kultur der Stadt Fürth (mit 19,5 bzw. 4 Wochen-stunden lt. Antrag)
  • 4 TZ-Fachkräfte - operative Ebene
    im Freiwilligenzentrum Fürth (15/4/2/3 Wochenstunden)
  • Honorarkräfte (nach Bedarf)

 

 

Bisherige Erfolge und zukünftige Zielsetzungen

 

  • Unterstützt durch das Integrations- und Asyl-Förderprojekt konnten ab August 2016 die ankommenden geflüchteten Männer, Frauen, Kinder, Jugendliche, und Familien schnell und adäquat untergebracht und versorgt werden. Im Anschluss wurden diese nun durch weitergehende Hilfen, Angebote und Integrationsmaßnahmen unterstützt und begleitet, um den Weg in die Fürther Stadtgesellschaft zu fördern.
  • Erarbeitung der Integrationsleitsätze der Stadt Fürth mit nachhaltiger Entwicklung und Unterstützung zahlreicher Integrationsprojekte und Maßnahmen bis heute.
  • Ziel ist es, in den kommenden Jahren nachhaltig den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Stadt Fürth zu erhalten und zu stärken und die verschiedenen kulturellen Gesellschaftsgruppen durch ziel- und bedarfsgerichtete Maßnahmen zu unterstützen.

Gleichzeitig werden dadurch Vorurteile in der Gesellschaft bzgl. Rassenhass, Ausgrenzung und Diskriminierung abgebaut und die kommunale Linie „Für ein buntes Fürth“ weiter verfolgt.

 


 

 

Finanzierungskonzept


Für das Projekt ist eine Zuwendung des Landes Bayern zu den Ausgaben in Höhe von maximal 60.000 € p.a. möglich. Das Gesamtvolumen der zuwendungsfähigen Projektausgaben beläuft sich auf 76.700 € p.a. Abzüglich der Zuwendung beträgt der jährliche kommunale Eigenanteil 16.700 €. Dieser ist laut Förderrichtlinie durch Eigenmittel zu erbringen und Voraussetzung für die Förderung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern für Sport und Integration.

 

Zum Ansatz kommen primär Aufwendungen, die sowohl bei der Stadt Fürth als Fördernehmer als auch beim Freiwilligen Zentrum Fürth als Kooperationspartner grundsätzlich anfallen (z.B.  Personalkosten Integrationsmanagement bei der Stadt Fürth, Arbeitsplatz/Miet- u. Raumkosten beim Freiwilligen Zentrum Fürth etc.).

 

 

Zusammenfassung

 

Durch das Förderprojekt „Integrationslots*innen“ konnten in Fürth in den letzten Jahren effektive Strukturen im Bereich der Integration und Migration auf- und ausgebaut bzw. verstetigt werden.

Die Entwicklung einer sozialen und solidarischen Gesellschaft mit Akzeptanz für unterschiedliche Kulturen, Religionen und Herkunft wird dadurch maßgeblich gefördert.

Um dies auch weiterhin nachhaltig zu unterstützen, ist eine Fortführung des Projekts für die Förderperiode 2021 - 2023 im Referat für Soziales, Jugend und Kultur und die Bereitstellung der erforderlichen Haushaltsmittel in Höhe von 16.700 € p.a. beginnend mit dem Förderjahr 2021 notwendig.

 

Finanzierung:

 

Finanzielle Auswirkungen

jährliche Folgelasten

 

 

nein

X

ja

Gesamtkosten
76.700 €

davon Fördermittel

60.000 €

 

nein

 

ja

     

Veranschlagung im Haushalt

 

 

nein

X

ja

Hst.      

Budget-Nr. 04010     

im

X

Vwhh

 

Vmhh

wenn nein, Deckungsvorschlag:

Anpassung an den Förderbescheid notwendig

 

(1)  Zuwendungsantrag „Integrationslots*innen“ v. 04.11.2020

(2)  Konzept – Ausrichtung bis 2023 v. 04.11.2020

(3)  Richtlinie f. d. Förderung der sozialen Beratung, Betreuung und Integration v. Menschen m. Migrationshintergrund (Beratungs- und Integrationsrichtlinie – BIR)

            lt. Bekanntmachung d. BIR II v. 07.10.2020 für die neue Förderperiode 2021 - 2023