Antwort auf: Prüfantrag für den Ausbau nachhaltiger und veganer, pflanzenbasierter Angebote im Bereich Kleidung und Gastronomie

Betreff
Antwort auf: Prüfantrag für den Ausbau nachhaltiger und veganer, pflanzenbasierter Angebote im Bereich Kleidung und Gastronomie (SPD vom 16.12.2020 AG-Ö/1668/2020)
Vorlage
BMPA/0822/2021
Art
Beschlussvorlage - SB

Der Umweltausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis und

 

·         beauftragt die Verwaltung eine Finanzierung durch das Bayerische Wirtschaftsministerium für ein eigenes Förderprogramm anzustreben, in dem die Ansiedlung von nachhaltigen Gastronomie- und Einzelhandelsbetrieben bei Nachfolgenutzungen von Gewerberäumen in Fürth integriert ist.

 

·         beantragt zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Schaffung einer Beratungsstelle. Diese soll bestehende Geschäfte bei der Umstellung auf nachhaltigere Alternativen unterstützen und interessierte neue nachhaltige Anbietende beraten.

 

·         beantragt kurzfristig Mittel in Höhe von 4.000 Euro für eine studentische Hilfs- oder Honorarkraft, die mit der Recherche der Angebotslandschaft betraut wird und die Durchführung von Werbemaßnahmen unterstützt. Diese wird im Nachhaltigkeitsbüro angesiedelt.

 

Anm.: alle Aussagen sind in Hinblick auf die angespannte Lage für Gastronomie und Einzelhandel mit einigen Fragezeichen verbunden. Wer wie aus dem Lockdown kommt und welches Angebot dann zur Verfügung steht ist zu diesem Zeitpunkt spekulativ.

 

Aus: Prüfantrag für den Ausbau nachhaltiger und veganer, pflanzenbasierter Angebote im Bereich Kleidung und Gastronomie:

 

„Die Stadtverwaltung wird beauftragt zu prüfen, in wie weit das Angebot nachhaltiger und veganer, pflanzenbasierter Mode und Gastronomie in der Stadt verbessert werden kann.“

 

Antwort:

 

Grundsätzlich hat sich im Bereich „nachhaltige Angebote“ in Fürth in den letzten Jahren viel getan. Der Anteil an Geschäften mit Fairtrade-Produkten ist deutlich gestiegen (vor allem weil Supermärkte und Drogerien diese nun standardmäßig im Sortiment haben), regionale Produkte können auf Märkten (Bauernmarkt am Waagplatz, Wochenmarkt,…) vertrieben werden und (mit Unterstützung der Innenstadtbeauftragten) konnte der erste Unverpacktladen in Fürth eröffnet werden. Das vegane und vegetarische Angebot hat sich erweitert und auch Erzeugnisse aus biologischem Anbau sind breiter verfügbar. Ein zweiter Samstagsmarkt mit regionalem Angebot soll in der Südstadt (Südstadtpark) entstehen, um der gestiegenen Nachfrage nach regional erzeugten Produkten Rechnung zu tragen.

 

Gleichzeitig ist hiermit noch längst nicht das Potential ausgeschöpft. Um in diesem Bereich weitere Fortschritte zu machen, werden im Wesentlichen drei Aktionsfelder gesehen:

 

  • Fördermaßnahmen
  • Beratungsangebote
  • Sichtbarkeit

 

Fördermaßnahmen:

 

Das Wirtschaftsreferat verfügt über ein Förderprogramm zur Ansiedlung von inhabergeführten Einzelhandel in der Innenstadt. Das Wirtschaftsreferat hat für 2021 auch Mittel zur Ansiedlung von inhabergeführter Gastronomie genehmigt bekommen und stuft die Ansiedlung nachhaltiger Gastro- und Einzelhandelsbetriebe in die höchste Priorität ein. Damit ist eine Förderung von bis zu 500 Euro/Monat für ein Jahr möglich. Dies soll allerdings noch weiter ausgebaut werden und längerfristig verfügbar sein. Hierfür hat das Bayerische Wirtschaftsministerium einen Fördertopf angekündigt. Sobald dieser Topf verfügbar ist sollen Mittel daraus beantragt werden.

 

Beratungsangebote:

 

Bestehende Geschäfte können ihr Angebot stetig erweitern, oft gehen damit sogar Kosten- oder Aufwandsersparnisse einher. Eine (aufsuchende) Beratungsstelle könnte hier zielgerichtet vermitteln. Die aktuelle Personallage lässt dieses Angebot allerdings nicht zu.

 

Sichtbarkeit:

Wie eingangs erwähnt, gibt es bereits eine Vielzahl an Angeboten für nachhaltigen Konsum für verschiedene Zielgruppen in Fürth. Oft sind diese Angebote aber nur „Eingeweihten“ bekannt. Eine Möglichkeit, die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten zu stärken, ist das Angebot bekannter zu machen. Hierfür stehen der Stadt viele Kanäle zur Verfügung:

 

  • Flyer und Prospekte (z.B. das „Fairzeichnis“)
  • Artikel und Anzeigen in der Stadt Zeitung
  • Filtermöglichkeiten auf maps.fürth
  • Erweiterung der Filtermöglichkeiten in der Karte der Fürth App um vegan, bio, fair,….
  • Kampagnen in den sozialen Medien
  • Übersichten auf der Homepage (zB Liste der Märkte in Fürth)
  • Verbesserung der Sichtbarkeit auf Plattformen wie Google Maps oder der Karte von Morgen
  • klassische Print- und Werbekampagnen
  • ….

 

Um diese Kanäle allerdings vernünftig einzusetzen und zu bespielen, bedarf es gründlicher Recherche der Angebotslandschaft für nachhaltige und vegane, pflanzenbasierte Mode und Gastronomie in der Stadt. Hierfür sind aktuell bei den entsprechenden Stellen keine Kapazitäten vorhanden. Dabei wäre der Aufwand die Rechercheergebnisse im Anschluss weiterzuverwenden deutlich weniger hoch. Außerdem könnten die Ergebnisse gleich mehrfach dekliniert werden: in maps.fürth, als Flyer, als Kampagne, ….

 

Ein gutes Beispiel hierfür ist das Fairzeichnis von 2017. Es wurde mithilfe einer Studentin unter Anleitung der Innenstadtbeauftragten erstellt. Die Printausgabe war schnell vergriffen, der Flyer als pdf wurde viel genutzt und die Daten wurden später in maps.fürth integriert. Eine Neuauflage des Flyers ist vorbehaltlich der verfügbaren Mittel in 2021 geplant.

 

Die Sichtbarkeit des Bedarfes und Angebotes an nachhaltiger Mode und Gastronomie in Fürth hat zudem Auswirkungen auf die Attraktivität und Wahrnehmung der Stadt Fürth als faire und nachhaltige Stadt und könnte dazu beitragen weitere Anbieter aus diesem Sektor nach Fürth zu holen.  Werbekampagnen könnten hier also einen sich selbst verstärkenden Prozess einleiten.

 

Dem Umweltausschuss wird daher folgendes vorgeschlagen:

 

  • Weiterhin eine Finanzierung durch das Bayerische Wirtschaftsministerium für ein eigenes Förderprogramm in Fürth anzustreben
  • Zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Schaffung einer Beratungsstelle zu beantragen
  • Kurzfristig Mittel in Höhe von 4.000 Euro für eine studentische Hilfs- oder Honorarkraft bereit zu stellen, welche mit der Recherche der Angebotslandschaft und Zuarbeit für nachhaltige Werbekampagnen betraut wird. Diese wird im Nachhaltigkeitsbüro angesiedelt.

 

Bearbeitung: Hackbarth-Hermann (Innenstadtbeauftragte), Perkins (Zukunft, Umwelt, Fürth), Abel (Fairtradebeauftragter)

 

 

Finanzierung:

 

Finanzielle Auswirkungen

jährliche Folgelasten

 

 

nein

x

ja

Gesamtkosten

4000

x

nein

 

ja

     

Veranschlagung im Haushalt

 

x

nein

 

ja

Hst.      

Budget-Nr.      

im

 

Vwhh

 

Vmhh

wenn nein, Deckungsvorschlag: Zentralbudget

 

(keine)