Betreff
„Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ – Verlängerung des Projektes mit Übernahme der Personalkosten durch die Stadt Fürth
Vorlage
KITA-GTS/0007/2022
Art
Beschlussvorlage - SB
Referenzvorlage

Der Ausschuss für Schule, Bildung, Sport und Gesundheit / der Ausschuss für Jugendhilfe und Jugendangelegenheiten empfiehlt die Bereitstellung der erforderlichen Haushaltsmittel zur Weiterführung des Projektes bis einschließlich 31.12.2023 unter Übernahme der Personalkosten in Höhe von rund 127.000 €.

 

Der Finanz- und Verwaltungsausschuss beschließt die Bereitstellung der erforderlichen Haushaltsmittel zur Weiterführung des Projektes bis einschließlich 31.12.2023 unter Übernahme der Personalkosten in Höhe von rund 127.000 €.

 

Das erfolgreich im Stadtgebiet Fürth installierte Programm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ würde zum 31.12.2022 ersatzlos enden. Mit Übernahme überschaubarer Personalkosten kann die Stadt Fürth die Einsätze der „Mobilen Kitas“ und den Start des digitalen Anmeldeportals 2023 sicherstellen.

 

Die Bundesregierung hat beschlossen, das 2017 ins Leben gerufene Programm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ zum 31.12.2022 einzustellen. Die Stadt Fürth hat sich in Folge eines Nachrückverfahren seit 01.01.2021 an dem Programm beteiligt. Zum damaligen Zeitpunkt war trotz der Befristung bis 31.12.2022 nicht vorhersehbar, dass das Programm tatsächlich eingestellt werden würde.

Mit dem Programm förderte das Bundesfamilienministerium niedrigschwellige Angebote, die den Zugang zur Kindertagesbetreuung vorbereiten und unterstützend begleiten. Diese vermitteln erste Einblicke in das System der Kindertagesbetreuung und informieren die Familien, zum Beispiel über die Möglichkeiten der frühen Bildung in Deutschland. Basierend auf den Erfahrungen aus der Flüchtlingswelle 2015/2016 sollten Modelle entwickelt werden, wie eine frühe Anmeldung, insbesondere in Kindergärten besser gelingt, um Bildungschancen für betroffene Kinder zu erhöhen.

Darüber hinaus wurden Qualifizierungsmaßnahmen für (pädagogische) Fachkräfte gefördert. Die teilnehmenden Standorte erhielten dafür von 2017 bis 2022 eine Förderung für eine Koordinierungs- und Netzwerkstelle, Fachkräfte für die Umsetzung der Angebote sowie zusätzliche Projektmittel.

Die Bundesregierung hat angekündigt, neben dem Programm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ auch das Programm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ zum 31.12.2022 einzustellen. Diese Angebote können, dank Erhöhung der Zuschüsse als Teil des geplanten Kita-Qualitätsgesetzes von den Ländern weiterbetrieben werden, somit würde aus Modellprojekten eine Regelfinanzierung.

Nach Protesten von Seiten der Länder gab Bundesfamilienministerin Lisa Paus an, eine Übergangsfinanzierung der Sprach-Kitas bis Ende Juni 2023 erreichen zu wollen, danach müssten die Länder die Sprachförderung in die Regelfinanzierung übernehmen.

Für das Programm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ ist dagegen keine Übergangsfinanzierung vorgesehen und der Freistaat Bayern hat jüngst über verschiedene Kanäle signalisiert, dass eine Fortführung dieses Programmes nicht vorgesehen ist.

 

Die Stadt Fürth hat die Jahre 2021 und 2022 dafür genutzt, die erforderlichen Strukturen aufzubauen, hat den Einsatz einer „Mobilen Kita“ konzeptioniert und hierfür die erforderlichen Anschaffungen getätigt sowie Personal generiert. Zudem wurden Standorte geprüft, Kooperationspartner gefunden und mit der Kinderstiftung von Playmobil sowie der Rainer-Winter-Stiftung zwei Partner gewonnen, die die Angebote auch über 2022 hinaus finanziell unterstützen. Die Koordinatorin, Frau Anna Zharko hat sich in einem ersten Schritt der Vielzahl an ukrainischen Familien angenommen, die nach Deutschland geflohen und in Fürth eingetroffen sind. Hier wurden, entlang der Bedarfe der Personensorgeberechtigten und der Kinder, Einsätze der „Mobilen Kita“ im Rahmen von Mutter-Kind-Gruppen und begleitend zu Sprachkursen geplant und durchgeführt. Entlang dieser Einsätze wurden die Personensorgeberechtigten auch beraten, wie die Anmeldung in einer Kindertageseinrichtung erfolgt und wie das Bildungssystem in Deutschland aufgebaut ist. Hier war für die Sozialpädagogin Zharko auch hilfreich, dass sie selbst der ukrainischen Sprache mächtig ist.

Aktuell beschäftigt sich die Koordinatorin mit Möglichkeiten, Bildungsangebote im neuen Quartier in der Hafenstraße sowie in der Gemeinschaftsunterkunft „City-Hostel“ zu integrieren und mit Einsatzmöglichkeiten der „Mobilen Kita“ in der Südstadt, dort für geflüchtete Familien aus anderen Ländern. Darüber hinaus gibt es Gespräche mit der Beschäftigungsgesellschaft ELAN und dem Jobcenter, inwieweit ein Einsatz der „Mobilen Kita“ auch entlang von Sprachkursen eine Möglichkeit wäre, die Teilnahme der Eltern an den Kursen zu ermöglichen und diese zeitgleich über das Angebot der regulären Kindertagesbetreuung informieren zu können.

 

Zudem ist die Koordinatorin mit der Installation eines digitalen Anmeldesystems befasst. Hier haben bereits Planungen in Zusammenarbeit mit den Nachbarstädten Erlangen und Schwabach stattgefunden, aktuell wird die technische Umsetzung von KommunalBit konzeptioniert.

Durch ein zentrales digitales Anmeldesystem werden alle Eltern im Stadtgebiet Fürth bei der Suche nach Betreuungsmöglichkeiten und der Anmeldung in den Einrichtungen in einer zeitgemäßen Form unterstützt und das Personal vor Ort von Verwaltungsaufgaben entlastet. Die Verwaltung rechnet mit einem Testlauf im Frühjahr 2023 und setzt alles daran, das digitale Anmeldesystem im Herbst 2023 für den Anmeldezeitraum Kita-Jahr 2024/25 in der Fläche verfügbar zu haben.

Um dies umsetzen zu können, werden freie Träger angesprochen und evtl. überzeugt werden müssen. Es wird Schulungen geben müssen, um die Verantwortlichen der Träger bzw. die Kita-Leitungen im Umgang mit diesem Programm zu befähigen. Personensorgeberechtigte brauchen mit der Einführung dieses neuen Systems eine Ansprechperson im Amt, um auch fremdsprachige Eltern zu erreichen, werden Tutorial-Videos hergestellt werden müssen.

 

Das Amt für Kindertagesbetreuung und Ganztagsschule kann diese Aufgaben nicht neben den sonstigen Tätigkeiten übernehmen. Auch wenn sich mit der Rainer-Winter-Stiftung und der Kinderstiftung von Playmobil zwei potente und großzügige Partner finanziell in das Projekt einbringen, deckt dies zwar die anfallenden Sachausgaben nahezu vollumfänglich ab, nicht aber die Personalkosten der Koordinatorin/des Koordinators und der erforderlichen Betreuungskräfte für die „Mobile Kita“.

Da der Freistaat Bayern sich sehr lange bedeckt gehalten hat, ob und inwieweit er die eingestellte Bundesfinanzierung des Projekts in Eigenregie weiter übernehmen wird, konnte die Verwaltung den sonst üblichen Weg der Stellenbeantragung nicht gehen, sondern muss, da Eile geboten ist, die weitere Finanzierung kurzfristig beantragen.

 

Um den Start des digitalen Anmeldesystem sicherzustellen (50% d. VZÄ) und die gute Arbeit der Koordination Kita-Einstieg, mit Organisation der Einsätze der „Mobilen Kita“, der Beratung von Personensorgeberechtigten zur Notwendigkeit der Anmeldung in Kitas und zu dem erforderlichen Vorgehen (50% d. VZÄ) fortzuführen, ist die Weiterführung des Projekts, vorerst bis zum 31.12.2023 unerlässlich. Dabei bleiben die im Projekt tätigen Kräfte weiterhin in bewährter Weise eingebettet in die Strukturen des Amtes für Kindertagesbetreuung und Ganztagsschule. Perspektivisch soll im Zuge des regulären Stellenplanverfahrens für 2024 eine Verstetigung beantragt werden unter Berücksichtigung der weiteren Entwicklungen, sowohl hinsichtlich der Fluchtproblematik, der Einführung des Anmeldesystems und nicht zuletzt auch des noch laufenden internen Organisationsprozesses im Amt für Kindertagesbetreuung und Ganztagsschule.

 

Seitens OrgA wurde für die bisherige Projektlaufzeit bis 31.12.2022 ein überplanmäßiger Bedarf in folgendem Umfang anerkannt:

1,0         VZÄ Sozialpädagoge/in EGr. S11b (Koordinationsstelle)

0,385    VZÄ Erzieher/in EGr. S08a (Erzieher/in für die Mobile Kita)

0,385    VZÄ Kinderpfleger/in EGr. S03 (Ergänzungskraft für die Mobile Kita)

 

Dieser Umfang soll auch für 2023 unverändert beibehalten werden.

 

Finanzierung:

 

Finanzielle Auswirkungen

jährliche Folgelasten

 

 

nein

x

ja

Gesamtkosten

127.000

 

nein

 

ja

     

Veranschlagung im Haushalt

 

x

nein

 

ja

Hst.      

Budget-Nr. 4649 Budget-Nr. 4649

im

 

Vwhh

 

Vmhh

wenn nein, Deckungsvorschlag:

 

Sachstandsbericht „Kita-Einstieg“